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Sicherheitsabstand im Druck: Wo Sie keinen Text platzieren sollten

Druckvorstufe6 Min. Lesezeit · Aktualisiert:

Grafikerarbeitsplatz mit beschnittenen Drucken, Visitenkarten und einem aufgestellten Roll-up im Hintergrund, bei Tageslicht.
Kurz gesagt

Der Sicherheitsabstand im Druck ist ein Streifen innerhalb der Schnittlinie, in dem Sie weder Text noch Logo oder Telefonnummern platzieren. Bei Visitenkarten und Flyern beträgt er mindestens 3–5 mm vom Rand, bei Plakaten 5–10 mm. Der Beschnitt über das Endformat hinaus liegt meist bei 3 mm. Beim Roll-up verschwinden die unteren ca. 10–15 cm in der Kassette, und beim Ösenbanner sollte Text mindestens 5 cm vom Rand entfernt bleiben. Planschneider und Plotter können den Schnitt um ca. 1 mm verschieben, und Ösen sowie Saum belegen den Rand.

Eine mitten durch die Buchstaben abgeschnittene Zeile, eine angeschnittene Telefonnummer auf der Visitenkarte oder ein Roll-up-Slogan, der in der Kassette verschwindet: Solche Fehler lassen sich nach dem Druck nicht mehr korrigieren. Fast immer haben sie dieselbe Ursache: Der Text steht zu nah am Rand. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worin sich Schnittlinie, Beschnitt und Sicherheitsbereich unterscheiden. Außerdem finden Sie konkrete Werte in Millimetern und Zentimetern für verschiedene Produkte, von der Visitenkarte bis zum Bauzaunbanner.

Schnittlinie, Beschnitt und Sicherheitsbereich: Was ist was?

Jede Druckdatei hat drei wichtige Grenzen. Die Schnittlinie legt das Endformat fest, also das fertige Maß des Produkts, zum Beispiel 85×55 mm für eine Visitenkarte. Der Beschnitt ist der über die Schnittlinie hinausgezogene Hintergrund, meist 3 mm auf jeder Seite, der später abgeschnitten wird. Der Sicherheitsbereich ist die Fläche innerhalb des Formats, die um den Sicherheitsabstand von der Schnittlinie nach innen versetzt ist. Nur dort platzieren Sie Text und wichtige Elemente.

Beschnitt und Sicherheitsabstand wirken zusammen. Der Beschnitt verhindert einen weißen Blitzer am Rand, wenn der Schnitt nach außen wandert. Der Sicherheitsabstand verhindert, dass Inhalte angeschnitten werden, wenn der Schnitt nach innen wandert.

BereichLageWas gehört dorthin
Beschnitt3 mm außerhalb der SchnittlinieNur die Verlängerung von Hintergrund, Fotos und Farbflächen
SchnittlinieRand des EndformatsNichts Wichtiges, hier arbeitet das Messer
SicherheitsabstandStreifen von 3–10 mm nach innen ab der Schnittlinie (je nach Produkt)Hintergrund, Dekor, nichts Lesbares
SicherheitsbereichInnenfläche des Formats hinter dem SicherheitsabstandText, Logo, Kontaktdaten, QR-Codes

Warum schneidet der Planschneider nicht exakt?

Die Druckerei schneidet nicht jedes Exemplar einzeln. Auf einem Druckbogen stehen viele Nutzen, und der Planschneider schneidet den ganzen Stapel auf einmal. Die Bogen im Stapel verrutschen minimal, und der Druck kann leicht gegenüber dem Bogen versetzt sein. In der Praxis rechnet man mit einer Toleranz von ca. 0,5–1 mm in jede Richtung. Ein Plotter, der Aufkleber entlang der Kontur schneidet, hat eine ähnliche Streuung.

Deshalb ist ein feiner Rahmen 2 mm vom Rand keine gute Idee. Bei manchen Exemplaren wird er 1 mm breit, bei anderen 3 mm, und die Ungleichmäßigkeit fällt sofort auf. Wenn Sie einen Rahmen möchten, setzen Sie ihn mindestens 5–6 mm vom Rand ab oder ziehen Sie den Hintergrund ohne Rahmen in den Beschnitt.

Wie viel mm Sicherheitsabstand für welches Produkt?

Die Werte unterscheiden sich aus zwei Gründen: wegen der Produktgröße und wegen der Weiterverarbeitung. Je größer das Format, desto weiter vom Rand blickt das Auge, und je mehr Verarbeitung (Rillen, Ösen, Montage), desto größer der Abstand. Die folgenden Werte sind ein sicheres Minimum, wie es in Druckereien üblich ist. Gibt Ihre Druckerei eigene Vorgaben an, haben diese Vorrang.

ProduktBeschnittSicherheitsabstand
Visitenkarte 85×55 / 90×50 mm3 mmmind. 3 mm, besser 4–5 mm
Anhänger, Hängeetikett 50×90 mm3 mm4–5 mm, zusätzlich ca. 5 mm rund um das Loch für die Kordel
Flyer A6, DL, A53 mm4–5 mm
Flyer A4, Speisekarte, Urkunde A43 mm5 mm
Plakat A3–A13 mm5–10 mm, im Cliprahmen oder Rahmen mehr
Aufkleber, konturgeschnittenes Etikett2–3 mm2–3 mm von der Stanzkontur
Schild, Tafelje nach Montage3–5 cm von Bohrungen und Rahmenkanten
Roll-up 85×200 / 100×200 cmlaut Druckereiseitlich 2–3 cm, oben 3–5 cm, unten 10–15 cm
Ösenbannerlaut Druckereimind. 5 cm, bei großen Bannern 5–10 cm

Roll-up: Der untere Teil verschwindet in der Kassette

Das Roll-up hat eine Tücke, die es beim normalen Druck nicht gibt. Die Unterkante der Grafik ist an der Welle in der Kassette verklebt, und im aufgebauten Zustand bleibt ein Teil davon im Gehäuse oder wird von ihm verdeckt. Je nach Modell sind das ca. 10–15 cm. Oben hält eine Klemmleiste die Grafik, die weitere paar Zentimeter beansprucht.

Dazu kommt die Ergonomie. Der untere Bereich des Roll-ups liegt auf Kniehöhe, und niemand liest ihn, daher bringt selbst Text knapp über der Kassette wenig. Platzieren Sie Logo und Slogan in der oberen Hälfte und die wichtigsten Informationen etwa auf einer Höhe von 100–190 cm über dem Boden.

Ösenbanner: Wo endet der sichere Bereich?

Ein Banner für Bauzaun oder Gerüst wird mit verschweißtem oder umgeschlagenem Saum konfektioniert, in den Metallösen eingesetzt werden, meist im Abstand von ca. 50 cm. Eine Öse hat einen Durchmesser von gut einem Zentimeter und sitzt einige Zentimeter vom Rand entfernt, der Saum beansprucht meist 2–4 cm. Ein Buchstabe unter der Öse wird durchstanzt, ein Buchstabe auf dem Saum wirft Falten.

Halten Sie Text mindestens 5 cm von jedem Rand fern, bei Bannern im Format 300×100 und 500×100 cm eher 5–10 cm. Solche Banner werden aus mehreren bis zwanzig Metern Entfernung gelesen, ein breiterer Rand wirkt dann einfach besser. Wird das Banner mit Kabelbindern am Zaun befestigt, denken Sie daran, dass sich das Material an den Befestigungspunkten wellen kann.

Falzflyer, Aufkleber und Schilder: Was ist noch zu beachten?

Der Sicherheitsabstand betrifft nicht nur die Außenkanten. Beim Falzflyer wirkt die Rilllinie wie eine zusätzliche Kante. Halten Sie Text 3–5 mm vom Falz entfernt und gestalten Sie die einschlagende Seite (beim DL-Wickelfalz) 2–3 mm schmaler, damit sie beim Falzen nicht staucht.

Bei Aufklebern und Etiketten mit Konturschnitt zählt die Stanzkontur, nicht das Rechteck der Datei. Bei Kreis und Oval „wandert“ Text entlang einer Rundung schnell zum Rand, prüfen Sie ihn daher an der engsten Stelle. Bei Schildern und Tafeln bestimmen Bohrungen für Schrauben, Abstandshalter und der Rahmen den Sicherheitsabstand. Setzen Sie Inhalte 3–5 cm von Ecken und von durch die Montage verdeckten Kanten ab.

Wie legen Sie den Sicherheitsabstand in der Datei an?

In Layoutprogrammen (InDesign, Illustrator, Affinity) legen Sie das Endformat, 3 mm Beschnitt und Hilfslinien für den Sicherheitsabstand an, zum Beispiel 5 mm nach innen. In Online-Editoren aktivieren Sie vor dem Export die Anzeige von Beschnitt und Rändern. Speichern Sie das Druck-PDF mit Beschnitt und, wenn die Druckerei es verlangt, auch mit Schnittmarken.

Großformate nehmen Druckereien häufig im Maßstab 1:10 an. Ein Roll-up mit 85×200 cm misst in der Datei dann 85×200 mm, und ein Abstand von 10 cm entspricht 1 cm in der Datei. Auch die Auflösung wird im Maßstab gerechnet: 100–150 DPI in Originalgröße entsprechen 1000–1500 DPI in der 1:10-Datei. So bereitet unter anderem plakaty.shop (wielkareklama.eu studio) Dateien vor. Kleinformate erhalten Sie dort als PDF im Endformat mit 3 mm Beschnitt und Sicherheitsabstand, Roll-ups und Banner im Maßstab 1:10.

Checkliste

  • Das Dateiformat entspricht dem Endformat des Produkts, der Beschnitt beträgt 3 mm auf jeder Seite
  • Hintergrund, Fotos und Farbflächen laufen in den Beschnitt
  • Text, Logo und Kontaktdaten stehen mindestens 3–5 mm von der Schnittlinie entfernt (Plakat 5–10 mm)
  • Keine feinen Rahmen direkt am Rand
  • Roll-up: untere 10–15 cm und obere 3–5 cm ohne Inhalte
  • Banner: Schrift mind. 5 cm vom Rand, fern von Ösen und Saum
  • Falzflyer: Text 3–5 mm von der Rilllinie
  • Großformatdatei im Maßstab 1:10 hat eine entsprechend höhere DPI-Zahl
  • Alle Texte, Telefonnummern und Adressen persönlich Korrektur gelesen

Häufige Fragen

Welcher Sicherheitsabstand gilt für eine Visitenkarte?

Mindestens 3 mm von der Schnittlinie, sicherer sind 4–5 mm. Hinzu kommen 3 mm Beschnitt außerhalb des Formats 85×55 bzw. 90×50 mm. Platzieren Sie Telefonnummer und E-Mail-Adresse deutlich im Sicherheitsbereich, denn sind sie angeschnitten, ist die ganze Visitenkarte unbrauchbar.

Worin unterscheidet sich der Beschnitt vom Sicherheitsabstand?

Der Beschnitt liegt außerhalb des Formats und wird abgeschnitten. Sie füllen ihn mit Hintergrund, damit nach dem Schneiden keine weißen Kanten bleiben. Der Sicherheitsabstand liegt innerhalb des Formats und schützt Text davor, angeschnitten zu werden, wenn das Messer nach innen wandert.

Wie viele cm sollten unten am Roll-up frei bleiben?

In der Regel 10–15 cm, je nach Kassettenmodell. Dieser Teil ist an der Welle verklebt oder vom Gehäuse verdeckt. Die wichtigsten Inhalte gehören ohnehin weiter nach oben, auf ca. 100–190 cm Höhe, wohin Passanten schauen.

Wie weit vom Bannerrand sollte Text stehen?

Mindestens 5 cm, bei großen Bannern 5–10 cm. Den Rand belegen der verschweißte oder umgeschlagene Saum sowie die Ösen, die meist im Abstand von ca. 50 cm gesetzt werden. Buchstaben in diesem Bereich können durchstanzt, gewellt oder von Kabelbindern verdeckt werden.

Braucht ein Plakat im Cliprahmen einen größeren Sicherheitsabstand?

Ja. Rahmen oder Klammern des Cliprahmens verdecken einige Millimeter am Rand, lassen Sie bei einem gerahmten Plakat daher 10 mm oder mehr frei. Bei einem Plakat, das ohne Rahmen aufgehängt wird, genügen 5–10 mm von der Schnittlinie.

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