wielkareklama.eustudio
Startseite › Ratgeber › Druckvorstufe

Druckdaten richtig anlegen: die komplette Checkliste

Druckvorstufe9 Min. Lesezeit · Aktualisiert:

Arbeitstisch eines Grafikers mit Probedrucken, Farbfächer und Cutter in hellem, natürlichem Licht.
Kurz gesagt

Legen Sie die Druckdatei im Endformat plus 3 mm Beschnitt an jeder Seite an und halten Sie wichtige Texte und Logos mindestens 3–5 mm von der Schnittlinie entfernt. Stellen Sie die Farben auf CMYK ein, verwenden Sie Bilder mit 300 DPI im Maßstab 1:1 (bei großen Formaten, die aus der Entfernung betrachtet werden, genügen 100–150 DPI), wandeln Sie Schriften in Pfade um oder betten Sie sie ein und setzen Sie kleine Texte in reinem Schwarz 100 % K, nicht kleiner als 6 pt. Exportieren Sie alles als PDF/X-1a oder PDF/X-4 mit Beschnitt und prüfen Sie die Datei vor dem Versand in der Vorschau – und lesen Sie alle Texte noch einmal Korrektur.

Die meisten Probleme in der Druckerei entstehen nicht durch ein unschönes Design, sondern durch technische Kleinigkeiten: fehlender Beschnitt, Text direkt an der Kante, ein Foto aus dem Internet mit 72 DPI oder schwarzer Text, der aus vier Farben aufgebaut ist. Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch alle Punkte, die ein DTP-Profi prüft, bevor eine Datei auf die Maschine geht. Sie beginnen mit Format und Beschnitt, gehen über Farben, Auflösung, Schriften und Schwarz und schließen mit dem PDF-Export und der Kontrolle der fertigen Datei ab. Am Ende finden Sie eine Checkliste zum Abhaken.

Die wichtigsten Parameter für Druckdaten in einer Tabelle

Die folgenden Werte sind ein sicherer Standard für die meisten Digital-, Offset- und Großformatdruckereien. Gibt Ihre Druckerei eigene Datenvorgaben an, haben diese immer Vorrang, denn sie hängen von Maschinen, Papier und Weiterverarbeitung ab.

ParameterKleine Formate (Flyer, Visitenkarte, Plakat)Großformat (Banner, Roll-up, Schild)
FormatEndformat + BeschnittEndformat + Beschnitt bzw. Umschlag, oft im Maßstab 1:10
Beschnitt3 mm an jeder Seiteje nach Konfektionierung, meist einige mm bis einige cm
Sicherheitsabstandmind. 3–5 mm zur Schnittlinieeinige cm, mehr bei Ösen und Hohlsäumen
FarbenCMYK, Profil laut DruckereiCMYK, Profil laut Druckerei
Bildauflösung300 DPI im Maßstab 1:1100–150 DPI im Maßstab 1:1 (in einer 1:10-Datei das Zehnfache)
Schriftenin Pfade umgewandelt oder eingebettetin Pfade umgewandelt oder eingebettet
Mindestschriftgröße6 pt (sicherer 7–8 pt)abhängig vom Betrachtungsabstand
Mindestlinienstärke0,25 pt (ca. 0,1 mm)0,5 pt und mehr
DateiformatPDF/X-1a oder PDF/X-4PDF/X-1a oder PDF/X-4

Endformat, Datenformat und Beschnitt – wie viel muss dazu?

Das Endformat ist die fertige Größe des Drucks nach dem Schneiden, z. B. DIN A5 mit 148 × 210 mm oder eine Visitenkarte mit 85 × 55 mm (in einigen Ländern, etwa Polen, sind 90 × 50 mm üblich). Das Datenformat ist das Endformat plus Beschnitt, also die Hintergrundzugabe, die über die Schnittlinie hinausreicht. Bei 3 mm Beschnitt hat ein A5-Flyer in der Datei 154 × 216 mm und eine Visitenkarte mit 85 × 55 mm 91 × 61 mm (bei 90 × 50 mm entsprechend 96 × 56 mm).

Beschnitt ist notwendig, weil die Schneidemaschine nie bei jedem Bogen exakt an derselben Stelle schneidet. Endet der Hintergrund genau auf der Schnittlinie, entsteht schon bei minimaler Verschiebung ein weißer Blitzer am Rand. Deshalb müssen alle Hintergründe, Fotos und randabfallenden Elemente bis zur vollen Breite des Beschnitts reichen.

Im Großformat hängen die Regeln von der Konfektionierung ab. Ein Banner mit Ösen oder Hohlsaum braucht meist einen Umschlag oder eine größere Zugabe, und ein Roll-up benötigt oft zusätzlichen Raum unten, der in der Kassette verschwindet. In solchen Fällen sollten Sie immer die Vorlage oder die Datenvorgaben der Druckerei herunterladen.

Sicherheitsabstand – wie weit muss Text vom Rand entfernt sein?

Der Sicherheitsabstand ist ein Streifen innerhalb des Endformats, in dem keine wichtigen Inhalte stehen sollten. Rechnen Sie bei Flyern, Visitenkarten und Plakaten mit mindestens 3–5 mm zur Schnittlinie, bei größeren Formaten entsprechend mehr. Texte, Logos, Telefonnummern und QR-Codes gehören immer in diesen inneren Bereich.

Bei gefalzten Produkten, etwa einem DIN-lang-Flyer aus A4 oder einer Speisekarte, halten Sie auch Abstand zur Rill- bzw. Falzlinie, damit der Text nicht im Bruch liegt. Bei Bannern muss der Abstand Ösen und Hohlsäume berücksichtigen, beim Roll-up den unteren, von der Kassette verdeckten Teil sowie die obere Klemmleiste. Am einfachsten setzen Sie Hilfslinien im Sicherheitsabstand, bevor Sie mit der Gestaltung beginnen.

CMYK oder RGB – wie stellt man Druckfarben richtig ein?

Druckmaschinen arbeiten mit CMYK-Farben, der Bildschirm dagegen zeigt Farben in RGB, das einen größeren Farbraum hat. Senden Sie eine RGB-Datei, wandelt die Druckerei oder der RIP sie automatisch um – kräftige Grün-, Blau- und Violetttöne können dabei deutlich vergrauen. Besser ist es, die Konvertierung selbst vorzunehmen und sofort zu sehen, wie die Farbe im Druck aussehen wird.

Arbeiten Sie mit dem CMYK-Profil, das Ihre Druckerei vorgibt. Für gestrichenes Papier werden häufig FOGRA-basierte Profile verwendet (z. B. ISO Coated), für ungestrichenes Papier Uncoated-Profile, und für den Großformatdruck hat die Druckerei unter Umständen eigene Empfehlungen. Achten Sie außerdem auf den Gesamtfarbauftrag: Auf gestrichenem Papier liegt die sichere Grenze meist bei etwa 300 %, auf ungestrichenem darunter.

Hausfarben, die in Pantone definiert sind, rechnen Sie anhand des Farbfächers in CMYK um, sofern nicht mit Sonderfarbe gedruckt wird. Denken Sie daran: Der Monitor ist keine verlässliche Referenz – bei kritischen Farben sollten Sie einen Proof anfordern.

Welche Auflösung braucht man für den Druck?

Für Flyer, Visitenkarten, Plakate und Speisekarten sollten Bilder 300 DPI im Maßstab 1:1 haben, also in der tatsächlichen Druckgröße. Grafiken aus dem Internet haben meist 72 DPI und eine bildschirmgerechte Größe – auf Papier wirken sie unscharf oder pixelig. Ein künstliches Hochrechnen der DPI im Programm fügt keine Details hinzu, sondern verteilt nur die vorhandenen Pixel neu.

Im Großformat genügt eine geringere Auflösung, da Banner oder Roll-ups aus mehreren Metern Entfernung betrachtet werden. Üblich sind 100–150 DPI im Maßstab 1:1, bei Bannern mit großem Betrachtungsabstand sogar weniger. Legen Sie die Datei im Maßstab 1:10 an, muss die Auflösung zehnmal so hoch sein: 1000 DPI in der Datei ergeben 100 DPI im Druck.

Logos, Texte und einfache Formen belassen Sie am besten als Vektoren – sie lassen sich ohne Qualitätsverlust skalieren. Bei plakaty.shop (wielkareklama.eu studio) erhalten Sie PDF-Dateien bereits im Endformat mit 3 mm Beschnitt und Sicherheitsabstand, Roll-ups und Banner im Maßstab 1:10, wie es in Großformatdruckereien üblich ist.

Schriften, feine Linien und Schwarz – worauf sollten Sie achten?

Wandeln Sie Schriften in Pfade um oder betten Sie sie ins PDF ein. Hat die Druckerei Ihre Schrift nicht, ersetzt das Programm sie durch eine andere, und der Textumbruch gerät durcheinander. Die sichere Mindestgröße für Text liegt bei 6 pt, für gute Lesbarkeit besser bei 7–8 pt. Weißen Text auf dunklem, mehrfarbigem Hintergrund setzen Sie etwas größer und kräftiger, denn feine Serifen können zulaufen.

Linien, die dünner als 0,25 pt (ca. 0,1 mm) sind, können im Druck verschwinden oder ungleichmäßig erscheinen. Das gilt auch für Rahmen, Unterstreichungen und feine Logo-Elemente.

Setzen Sie Schwarz bewusst ein. Kleinen Text und feine Linien setzen Sie ausschließlich in 100 % K, denn ein aus vier Farben aufgebautes Schwarz erzeugt schon bei minimalem Passerversatz farbige Säume. Große schwarze Flächen legen Sie in Tiefschwarz an, z. B. C50 M40 Y40 K100, damit sie nicht grau wirken. Verwenden Sie niemals die Passerfarbe (100/100/100/100) – 400 % Farbauftrag bedeuten Gefahr von Verschmieren und Abliegen.

PDF-Export für den Druck – welche Einstellungen?

Die sichersten Standards sind PDF/X-1a (reduziert Transparenzen, alles in CMYK) und PDF/X-4 (erhält Transparenzen und Ebenen). Welchen Sie wählen, hängt von der Druckerei ab – ohne Vorgaben funktioniert PDF/X-1a nahezu überall. Aktivieren Sie im Exportdialog den Beschnitt mit dem im Dokument eingestellten Wert.

Schnittmarken fügen Sie nur hinzu, wenn die Druckerei sie verlangt – viele Digitaldruckereien wünschen eine saubere Datei mit Beschnitt. Schützen Sie das PDF nicht mit einem Passwort, entfernen Sie Kommentare und ausgeblendete Ebenen. Bei beidseitigen Produkten speichern Sie die Seiten in der richtigen Reihenfolge: Seite 1 ist die Vorderseite, Seite 2 die Rückseite.

Wie prüft man die Datei vor dem Versand an die Druckerei?

Öffnen Sie das fertige PDF in einem Programm mit Preflight-Funktion oder Ausgabevorschau und prüfen Sie Seitenformat, Beschnitt, Farbraum und Schrifteinbettung. Die Separationsvorschau zeigt, ob schwarzer Text nur im K-Kanal liegt und ob irgendwo ein zu hoher Farbauftrag auftritt. Vergrößern Sie Bilder auf 100–200 %, um Pixelbildung zu erkennen.

Drucken Sie den Entwurf zum Schluss auf einem normalen Drucker im Maßstab 1:1 aus – so sehen Sie sofort, ob Text zu klein ist oder Elemente zu nah am Rand liegen. Lesen Sie alle Texte, Telefonnummern, Adressen, Preise und Daten langsam Korrektur, am besten zu zweit. Die Druckerei druckt, was sie bekommt – und ein Tippfehler in der Telefonnummer lässt sich nach dem Druck der Auflage nicht mehr korrigieren.

Checkliste

  • Endformat laut Bestellung und 3 mm Beschnitt (oder gemäß Datenvorgaben der Druckerei)
  • Texte und Logos mindestens 3–5 mm von der Schnittlinie entfernt
  • Farben in CMYK, Gesamtfarbauftrag im Rahmen von ca. 300 %
  • Bilder mit 300 DPI im Maßstab 1:1 (Großformat 100–150 DPI)
  • Schriften in Pfade umgewandelt oder eingebettet, Text mind. 6 pt
  • Kleiner schwarzer Text in 100 % K, keine Farbe Registration
  • PDF/X-1a oder PDF/X-4 mit aktiviertem Beschnitt, ohne Passwort
  • Alle Texte, Telefonnummern und Adressen Korrektur gelesen

Häufige Fragen

Wie viel Beschnitt braucht eine Druckdatei?

Der Standardbeschnitt für Flyer, Visitenkarten, Plakate und Einladungen beträgt 3 mm an jeder Seite. Manche Druckereien verlangen 2 oder 5 mm, und bei Bannern und Roll-ups hängt die Zugabe von der Konfektionierung ab, etwa von Ösen oder Hohlsaum. Prüfen Sie immer die Datenvorgaben der Druckerei, bei der Sie bestellen.

Kann man eine RGB-Datei in den Druck geben?

Technisch ja, denn die Druckerei konvertiert sie automatisch – Sie haben dann aber keine Kontrolle über das Ergebnis. Kräftige RGB-Farben, besonders Grün- und Blautöne, können nach der Konvertierung deutlich matter wirken. Besser ist es, die Datei selbst in CMYK mit dem von der Druckerei vorgegebenen Profil umzuwandeln.

Welche Auflösung braucht man für den Bannerdruck?

Für ein Banner im Maßstab 1:1 reichen meist 100–150 DPI, bei großen Bannern mit großem Betrachtungsabstand sogar weniger. Liegt die Datei im Maßstab 1:10 vor, muss die Auflösung zehnmal so hoch sein: 1000 DPI in der Datei ergeben z. B. 100 DPI im Druck.

Warum sollte schwarzer Text nur in 100 % K angelegt werden?

Ein aus vier Farben aufgebautes Schwarz erfordert einen perfekten Passer aller Farben – bei kleinem Text erzeugt schon minimaler Versatz farbige Säume und Unschärfe. Reines Schwarz 100 % K wird mit nur einer Farbe gedruckt, deshalb bleiben die Buchstaben scharf. Tiefschwarz verwenden Sie nur für große Flächen.

Welches PDF-Format sollte man für den Druck wählen?

Am häufigsten wird PDF/X-1a verwendet, das Transparenzen reduziert und alles in CMYK speichert, oder PDF/X-4, das Transparenzen erhält. Die Wahl hängt von der Druckerei ab. Unabhängig vom Standard sollten Sie den Beschnitt aktivieren, Schriften einbetten und die Datei nicht mit einem Passwort schützen.

Wie klein darf der kleinste Text auf einem Flyer sein?

Das sichere Minimum liegt bei 6 pt, für angenehmes Lesen sind jedoch 7–8 pt besser, vor allem bei feinen Schriften. Weißen Text auf dunklem Hintergrund setzen Sie größer und kräftiger, denn feine Buchstabenteile können zulaufen.

Lesen Sie auch

DruckvorstufeBeschnittzugabe beim Druck: wie viel mm und wie Sie sie einstellenDruckvorstufeCMYK oder RGB: Welcher Farbmodus ist der richtige für den Druck?DruckvorstufeWelche Auflösung für den Druck? DPI für Flyer, Plakat und BannerBranchenWerbung für die Gastronomie: Flyer, Plakate, Speisekarten und Grafiken – Ideen und Beispiele

Alle Ratgeber →