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Welche Auflösung für den Druck? DPI für Flyer, Plakat und Banner

Druckvorstufe7 Min. Lesezeit · Aktualisiert:

Arbeitstisch eines Grafikers mit gedruckten Flyern und einem Plakat, Fadenzähler und Farbfächer bei hellem Tageslicht.
Kurz gesagt

Für Drucksachen, die man aus der Nähe betrachtet (Flyer, Visitenkarte, Plakat A4–A3), legen Sie Ihre Grafik mit 300 DPI in Originalgröße an. Ein Flyer A5 mit 3 mm Beschnitt hat zum Beispiel 1819×2551 px. Für Plakate ab A2 genügen 150 DPI, für Roll-ups 100–150 DPI und für Banner, die man aus mehreren Metern sieht, 50–72 DPI. Die nötige Pixelzahl berechnen Sie mit der Formel: Maß in mm ÷ 25,4 × DPI.

Ein unscharfes Foto auf dem Flyer oder „Treppchen“ am Logo sind die häufigste Enttäuschung, wenn der Druckauftrag abgeholt wird. Schuld ist fast immer eine zu geringe Auflösung der Datei. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie viel DPI ein Flyer, ein Plakat und ein Banner brauchen, wie Sie die erforderlichen Pixel selbst berechnen und warum künstliches Hochrechnen ein schwaches Bild nicht rettet.

Was bedeutet DPI – und warum zählen Pixel statt Metadaten?

DPI (dots per inch) bezeichnet in der DTP-Praxis, wie viele Bildpixel auf einen Zoll im Druck entfallen, also auf 25,4 mm. Der in der Datei gespeicherte DPI-Wert allein garantiert gar nichts – er sagt dem Programm nur, in welcher Größe das Bild standardmäßig ausgegeben werden soll. Über die Qualität entscheidet die Pixelzahl im Verhältnis zum tatsächlichen Druckformat.

Ein Beispiel: Ein Foto mit 2480×3508 px hat im Format A4 gedruckt 300 DPI, dasselbe Foto in A2 nur noch 150 DPI. Die Datei ist unverändert, verändert hat sich nur die Fläche, auf die Sie die Pixel verteilen. Denken Sie deshalb immer in der Frage: Wie viele Pixel habe ich auf wie viele Millimeter?

Wann sind 300 DPI Pflicht?

300 DPI sind der Standard für Drucksachen, die man in die Hand nimmt und aus 20–50 cm Entfernung betrachtet. Auf diese Distanz fällt dem Auge jede Unschärfe auf, und Digital- wie Offsetdruck auf gestrichenem Papier geben sehr feine Details wieder. Eine geringere Auflösung zeigt sich meist an weichen Kanten und sichtbaren Pixeln in Fotos.

Die Grenze ist fließend: 250 DPI auf einem Flyer auf ungestrichenem Papier sind von 300 DPI oft nicht zu unterscheiden. Unter 200 DPI sieht den Unterschied jedoch bereits die Mehrheit der Betrachter, vor allem bei Fotos mit feinen Strukturen wie Haaren oder Texturen.

Welche DPI für Großformatplakat, Roll-up und Banner?

Je weiter der Betrachter entfernt steht, desto weniger Pixel pro Zoll braucht die Grafik. Ein Banner am Bauzaun sehen Sie aus mehreren Metern, 300 DPI würden also eine riesige Datei ohne sichtbaren Qualitätsgewinn bedeuten. Großformatdruckereien arbeiten daher meist mit deutlich niedrigeren Werten.

Die genauen Anforderungen hängen von Druckerei, Maschine und Material ab. Mesh-Gewebe oder Stoff haben eine Struktur, die feine Details ohnehin „schluckt“, während eine Fototapete oder ein Plakat auf Fotopapier, das man aus der Nähe betrachtet, mehr Pixel braucht. Prüfen Sie immer die Datenspezifikation Ihrer Druckerei.

BetrachtungsabstandTypische DPI im Maßstab 1:1Beispiele
bis 1 m300 DPIFlyer, Visitenkarte, Speisekarte, Plakat A4–A3
1–3 m150 DPIPlakat A2–A1, Roll-up, Ladendisplay
3–10 m72–100 DPIZaunbanner, Firmenschild, Werbung am Bauzaun
über 10 m30–50 DPIGroßformat-Mesh an der Fassade, Plakatwand

Wie berechnen Sie, wie viele Pixel Sie brauchen?

Die Formel ist einfach: Maß in Millimetern ÷ 25,4 × DPI = Pixelzahl. Breite und Höhe berechnen Sie getrennt. Denken Sie daran, zum Endformat den Beschnitt hinzuzurechnen, üblicherweise 3 mm pro Seite, also 6 mm auf die gesamte Breite und Höhe.

Beispiel für einen Flyer A5 (148×210 mm) mit Beschnitt: 154 mm ÷ 25,4 × 300 = 1819 px sowie 216 mm ÷ 25,4 × 300 = 2551 px. Für ein Banner 300×100 cm mit 72 DPI: 3000 mm ÷ 25,4 × 72 = 8504 px und 1000 mm ÷ 25,4 × 72 = 2835 px. Sie können auch umgekehrt rechnen – teilen Sie die Pixelzahl Ihres Fotos durch das Maß in Zoll, dann wissen Sie, welche Auflösung Sie erreichen.

Tabelle: Format → Pixel

Die folgenden Werte können Sie als Mindestangaben für Fotos und Rastergrafiken betrachten. Die Maße mit Beschnitt berücksichtigen 3 mm pro Seite. Großformate sind ohne Beschnitt angegeben, da die Regeln hier von der Druckerei und der Konfektionierung (Umschlag, Ösen, Hohlsaum) abhängen.

FormatEndformatDPIPixel EndformatPixel mit 3 mm Beschnitt
Visitenkarte85×55 mm3001004×6501075×720
Flyer A6105×148 mm3001240×17481311×1819
Flyer DIN lang99×210 mm3001169×24801240×2551
Flyer A5148×210 mm3001748×24801819×2551
Flyer / Plakat A4210×297 mm3002480×35082551×3579
Plakat A3297×420 mm3003508×49613579×5032
Plakat A2420×594 mm1502480×3508–
Plakat A1594×841 mm1503508×4967–
Roll-up85×200 cm1003346×7874–
Banner300×100 cm728504×2835–
Banner500×100 cm509843×1969–

Warum hilft das Hochrechnen eines Fotos nicht?

Wenn Sie im Grafikprogramm die Pixelzahl erhöhen (Interpolation), holt das Programm keine verlorenen Details zurück, sondern erzeugt neue Pixel auf Basis der benachbarten. Das Ergebnis ist eine größere Datei mit gleicher, oft sogar schlechterer Schärfe – Kanten werden weich, feine Details verschwimmen. Formal hat die Datei 300 DPI, der Druck sieht aber aus wie mit 100 DPI.

Ebenso trügerisch ist es, nur den DPI-Wert zu ändern, ohne die Pixel neu zu berechnen. Ein Foto mit 1000×1000 px, auf 300 DPI gesetzt, wird einfach kleiner gedruckt (ca. 85×85 mm), nicht schärfer. KI-Tools zum Hochskalieren können den Schärfeeindruck verbessern, erfinden aber Details hinzu, die nie da waren – das fällt bei Gesichtern und Schriften oft auf.

Wie prüfen Sie die Auflösung vor dem Versand an die Druckerei?

Öffnen Sie in Photoshop oder GIMP den Dialog Bildgröße, deaktivieren Sie das Neuberechnen und geben Sie das gewünschte Druckmaß in mm ein – das Programm zeigt Ihnen die tatsächliche DPI-Zahl. In Layoutprogrammen (InDesign, Affinity Publisher) zeigt das Verknüpfungen-Bedienfeld die effektive Auflösung jedes Bildes nach der Skalierung im Layout. Bei einem PDF helfen die Ausgabevorschau oder der Preflight in Acrobat.

Bei Großformaten nehmen Druckereien Dateien häufig im Maßstab 1:10 an. Dann muss die Auflösung in der Datei zehnmal höher sein: 720 DPI im Maßstab 1:10 ergeben 72 DPI im Druck 1:1. So legt zum Beispiel plakaty.shop (wielkareklama.eu studio) die Daten an – Roll-ups und Banner als PDF im Maßstab 1:10, kleinere Drucksachen als PDF im Endformat mit 3 mm Beschnitt.

Checkliste

  • Prüfen Sie die Auflösung der Fotos im endgültigen Druckformat, nicht in der Vorschau.
  • Flyer, Visitenkarten und Plakate A4–A3: mindestens 300 DPI (zulässig 250 DPI).
  • Plakate A2–A1 und Roll-ups: 100–150 DPI, Banner 50–72 DPI im Maßstab 1:1.
  • Bei Dateien im Maßstab 1:10 die erforderliche DPI-Zahl mit 10 multiplizieren.
  • 3 mm Beschnitt pro Seite hinzurechnen und Inhalte im Sicherheitsabstand halten.
  • Logos und Texte als Vektor platzieren, nicht als vergrößertes Bild.
  • Fotos nicht per Interpolation hochrechnen – suchen Sie das Original in voller Auflösung.
  • Lesen Sie alle Texte, Telefonnummern und Adressen vor dem Druck noch einmal Korrektur.

Häufige Fragen

Reichen 72 DPI für den Druck?

Für einen Flyer oder ein Plakat A3 nicht – aus der Nähe betrachtet wirkt der Druck deutlich unscharf. 72 DPI im Maßstab 1:1 sind ein typischer Wert für Banner, die man aus mehreren Metern sieht. Bedenken Sie: Die Angabe „72 DPI“ in der Datei sagt ohne Pixelzahl nichts aus – entscheidend ist, wie viele Pixel auf das Druckmaß entfallen.

Wie viele Pixel braucht ein Plakat A3 für den Druck?

Ein Plakat A3 (297×420 mm) benötigt mit 300 DPI 3508×4961 px, mit 3 mm Beschnitt 3579×5032 px. Hängt das Plakat höher oder wird es aus 1–2 Metern betrachtet, genügen 200 DPI, also ca. 2339×3307 px im Endformat.

Eignet sich ein Handyfoto für den Druck?

Ein Foto aus einem gängigen Smartphone hat 12 Megapixel oder mehr, etwa 4000×3000 px. Das reicht für einen Druck von etwa A4 mit 300 DPI oder A2 mit 150 DPI. Voraussetzung: Es muss die Originaldatei sein, nicht die per Messenger verschickte Version, die meist stark verkleinert und komprimiert ist.

Welche Auflösung braucht ein Banner 3×1 m?

Meist genügen 72 DPI im Maßstab 1:1, also ca. 8504×2835 px; bei einem Banner, das aus größerer Entfernung gesehen wird, sogar 50 DPI (5906×1969 px). Nimmt die Druckerei Dateien im Maßstab 1:10 an, legen Sie eine Datei mit 300×100 mm und 720 DPI an. Die endgültigen Anforderungen bestätigen Sie anhand der Datenspezifikation der Druckerei.

Kann man die Auflösung eines Fotos in Photoshop verbessern?

Sie können die Pixelzahl erhöhen, doch das Programm errechnet die neuen Pixel aus den vorhandenen und holt keine verlorenen Details zurück. Der Druck wird größer, aber nicht schärfer. KI-Tools zum Hochskalieren liefern optisch bessere Ergebnisse, erfinden aber Details hinzu – sie eignen sich daher eher für Hintergründe als für Gesichter und Produkte.

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