Briefing für Grafiker schreiben: Vorlage zum Kopieren
Ein Briefing für Grafiker umfasst ein bis zwei Seiten und beantwortet diese Fragen: Was wird gestaltet, für wen, zu welchem Zweck, in welchem Format und mit welchem Inhalt? Für den Druck geben Sie das Endformat an (z. B. Flyer A5 148×210 mm), den Beschnitt (meist 3 mm), den Sicherheitsabstand (3–5 mm), das Papier (z. B. Bilderdruck 130–170 g/m²), eine Bildauflösung von 300 DPI, Farben in CMYK und das Dateiformat (PDF). Dazu kommen der fertige Text, das Logo als Vektordatei, die Markenfarben und der Termin. Je weniger der Grafiker raten muss, desto weniger Korrekturschleifen brauchen Sie.
Ein Entwurf geht selten deshalb in die Korrektur, weil der Grafiker schlecht arbeitet. Meist fehlen ihm schlicht Informationen. In diesem Ratgeber finden Sie alle Punkte, die ein Briefing für Grafiker enthalten muss, die Fragen, die Sie vor der Beauftragung klären sollten, eine Vorlage zum Kopieren, ein ausgefülltes Beispiel-Briefing für einen A5-Flyer sowie die häufigsten Lücken, an denen Druckdaten in der Druckerei scheitern.
Was ist ein Briefing für Grafiker und warum spart es Zeit?
Ein Briefing für Grafiker ist ein kurzes Dokument, in dem Sie beschreiben, was entstehen soll, für wen und unter welchen technischen Vorgaben. Für einen Flyer oder eine Visitenkarte genügt eine Seite, für eine Kampagne mit mehreren Werbemitteln zwei bis drei. Entscheidend ist, dass es die Fragen beantwortet, die der Grafiker Ihnen ohnehin stellen würde.
Ein gutes Briefing reduziert die Zahl der Korrekturschleifen, weil der Grafiker von Anfang an weiß, welcher Text hinein muss, welche Farben verbindlich sind und in welchem Format er die Datei anlegen soll. Ein Briefing nach dem Motto „Machen Sie etwas Schönes und Modernes“ endet im Rätselraten und mit mehreren Varianten, von denen keine die Erwartungen trifft.
Welche Bestandteile gehören in ein Briefing?
Ganz gleich, ob Sie einen Flyer, ein Plakat oder einen Social-Media-Post bestellen: Ein Briefing besteht immer aus denselben Bausteinen. Die Tabelle zeigt, was jeweils hineingehört.
| Baustein | Was Sie angeben | Beispiel |
|---|---|---|
| Auftraggeber | Firmenname, Branche, Ansprechpartner | Blumenladen, Anna Neumann, Telefon |
| Produkt und Format | Art des Werbemittels, Endformat, Seitenzahl, Auflage | Flyer A5, beidseitig, 2000 Stück |
| Ziel | Was die Zielgruppe nach dem Betrachten tun soll | Anrufen und einen Strauß bestellen |
| Zielgruppe | Wer den Entwurf sieht, wo und wie lange | Anwohner im Viertel, Flyer im Briefkasten |
| Inhalt | Fertiger, geprüfter Text, gegliedert in Überschrift, Beschreibung und Kontakt | Überschrift, 3 Angebotspunkte, Adresse |
| Material | Logo (am besten SVG, PDF, EPS, AI), Fotos, Icons | Logo als SVG, 4 Produktfotos |
| Stil und Farben | Markenfarben (CMYK, HEX, Pantone), Beispiele, die Ihnen gefallen und die nicht | Markengrün, minimalistischer Stil |
| Technische Daten | Beschnitt, Sicherheitsabstand, Auflösung, Farbraum, Dateiformat, Papier | PDF, 3 mm Beschnitt, 300 DPI, CMYK |
| Termin und Umfang | Abgabedatum, Anzahl der Entwürfe, Korrekturschleifen | Entwurf in 3 Werktagen, 2 Schleifen |
| Freigabe | Wer den Entwurf final freigibt | Inhaberin des Geschäfts |
Welche Fragen sollten Sie vor der Beauftragung beantworten?
Bevor Sie die Vorlage ausfüllen, beantworten Sie sich ein paar Fragen. Wenn Sie eine Antwort nicht kennen, klären Sie sie jetzt und nicht erst während der Korrekturen.
- Welche eine Botschaft soll beim Betrachter hängen bleiben? Ein Flyer transportiert einen Kerngedanken, alles andere ist Ergänzung.
- Was soll der Betrachter tun? Anrufen, die Website besuchen, den QR-Code scannen, mit dem Flyer zum Rabatt vorbeikommen.
- Wo und aus welcher Entfernung wird der Entwurf gesehen? Der Flyer aus der Hand, das Plakat aus 2–3 Metern, das Banner am Zaun von der Straße oder aus dem Auto.
- Wer ist die Zielgruppe? Alter, Bedürfnisse, wonach sie sucht oder wovor sie Bedenken hat.
- Was unterscheidet Sie von der Konkurrenz? Ganz konkret: Lieferung in 2 Stunden, kostenloses Angebot, Parkplatz direkt vor dem Laden.
- Welche Elemente sind Pflicht? Logo, Firmenangaben, Teilnahmebedingungen der Aktion, Kennzeichnungen, die der Franchisegeber oder Vorschriften verlangen.
- Was wollen Sie auf keinen Fall? Farben der Konkurrenz, einen Stil, der schon einmal nicht funktioniert hat, Stockfotos.
Technische Daten für den Druck: Was hineingehört, damit die Datei nicht zurückkommt
Diesen Teil lassen Kunden am häufigsten weg, dabei entscheidet gerade er, ob die Datei ohne Nacharbeit durch die Druckerei geht. Geben Sie das Endformat (nach dem Schneiden) an, den Beschnitt, also den Hintergrundüberstand über die Schnittlinie hinaus, sowie den Sicherheitsabstand, in dem weder Texte noch Logo stehen dürfen.
Bei kleinen Formaten sind 3 mm Beschnitt an jeder Seite, 3–5 mm Sicherheitsabstand, Fotos mit 300 DPI im Maßstab 1:1 und Farben in CMYK Standard. Im Großformat hängen die Vorgaben von der Druckerei ab: Roll-ups und Banner werden oft im Maßstab 1:10 angelegt, der Beschnitt kann größer sein, und beim Roll-up kommt unten ein Bereich hinzu, der in der Kassette verschwindet. Fügen Sie das Datenblatt der Druckerei, bei der Sie drucken lassen, in das Briefing ein.
Notieren Sie auch Papier und Veredelung, selbst wenn der Grafiker den Druck nicht selbst beauftragt. Matter und glänzender Bilderdruck geben Farben unterschiedlich wieder, und eine matte Folienkaschierung oder UV-Lack beeinflussen die Wahl des Hintergrunds und die Stärke feiner Linien.
| Produkt | Endformat | Format mit 3 mm Beschnitt | Typisches Material |
|---|---|---|---|
| Flyer A6 | 105×148 mm | 111×154 mm | Bilderdruck 130–170 g/m² |
| Flyer A5 | 148×210 mm | 154×216 mm | Bilderdruck 130–170 g/m² |
| Flyer DL | 99×210 mm | 105×216 mm | Bilderdruck 130–170 g/m² oder Karton 250 g/m² |
| Plakat A3 | 297×420 mm | 303×426 mm | Bilderdruck 135–200 g/m² |
| Visitenkarte | 85×55 mm (alternativ 90×50 mm) | 91×61 mm (bzw. 96×56 mm) | Karton 300–350 g/m² |
| Roll-up | 850×2000 mm | laut Druckerei, Datei oft im Maßstab 1:10 | Folie oder Stoff laut Druckerei |
Briefing-Vorlage für Grafiker zum Kopieren
Kopieren Sie die folgenden Punkte in ein Dokument oder eine E-Mail und füllen Sie jeden davon aus. Trifft ein Punkt auf Sie nicht zu, schreiben Sie „entfällt“, statt ihn zu löschen. So weiß der Grafiker, dass es eine bewusste Entscheidung ist und kein Versehen.
Ähnliche Fragen stellt das Formular auf plakaty.shop (wielkareklama.eu studio): Produkt, Format, Firmenname, Inhalt, Stil, Farben und optional das Logo. Es gilt dasselbe Prinzip wie bei der Zusammenarbeit mit einem Grafiker: Je genauer Sie den Auftrag beschreiben, desto treffender sind die Entwürfe.
- Firma und Kontakt: Name, Branche, Website, Ansprechpartner für Rückfragen und Freigabe.
- Produkt: Art des Werbemittels, Endformat, Seitenzahl, Auflage.
- Ziel des Entwurfs: Was soll der Betrachter danach tun?
- Zielgruppe: Wer sieht den Entwurf, wo und in welcher Situation?
- Kernbotschaft: ein Satz, der in Erinnerung bleiben soll.
- Inhalt: Überschrift, Haupttext, Angebot und Preise, Kontaktdaten, Adresse, Link für den QR-Code.
- Material: Logo (Dateiformat), Fotos (Quelle, Auflösung), Corporate-Design-Handbuch.
- Stil: 2–3 Beispiele, die Ihnen gefallen, und 1–2, die Ihnen nicht gefallen, jeweils mit kurzer Begründung.
- Farben und Schriften: CMYK-, HEX- oder Pantone-Werte, Hausschriften.
- Technik: Digital- oder Offsetdruck, Papier und Grammatur, Veredelung.
- Enddatei: Druck-PDF mit Beschnitt und Sicherheitsabstand, 300 DPI, CMYK; zusätzlich PNG oder JPG fürs Web.
- Termin, Budget, Anzahl der Entwürfe und Korrekturschleifen.
Beispiel: ausgefülltes Briefing für einen A5-Flyer
Hier sehen Sie das Briefing eines fiktiven Blumenladens, der Flyer in den umliegenden Wohngebieten verteilen möchte. Nutzen Sie es als Ausgangspunkt und ersetzen Sie die Angaben durch Ihre eigenen.
Beachten Sie: Der Text ist fertig und geprüft, und der Stil wird mit Beispielen statt mit Adjektiven beschrieben. Der Grafiker muss nichts erfinden außer der Gestaltung selbst.
- Firma: Blumenladen „Blütenzeit“, Feldstraße 5; Kontakt und Freigabe: Anna Neumann, Tel. 0123 456789.
- Produkt: Flyer A5 (148×210 mm), beidseitig, Auflage 2000 Stück, Bilderdruck matt 170 g/m².
- Ziel: telefonische Bestellung eines Straußes mit Lieferung.
- Zielgruppe: Anwohner der umliegenden Wohngebiete, überwiegend 30–55 Jahre; der Flyer landet im Briefkasten und liegt an der Ladentheke aus.
- Kernbotschaft: „Ihr Blumenstrauß in 2 Stunden bei Ihnen zu Hause“.
- Vorderseite: Überschrift wie oben, großes Foto eines Straußes, gut sichtbare Telefonnummer, Logo oben rechts.
- Rückseite: 3 Beispielsträuße mit Preisen, Öffnungszeiten Mo–Sa 8–18 Uhr, Adresse, QR-Code zur Website, kleine Anfahrtskarte.
- Material: Logo als SVG, 4 Fotos von Sträußen mit 4000×3000 px aus eigenem Shooting.
- Stil: hell, viel Weißraum, natürliche Farben, skandinavischer Look; keine goldenen Schnörkel, kein dunkler Hintergrund.
- Farben und Schrift: Markengrün HEX #3C8D3F (für den Druck in CMYK umrechnen) und Weiß; serifenlose Schrift laut Corporate-Design-Handbuch.
- Dateien: Druck-PDF 154×216 mm (3 mm Beschnitt), Sicherheitsabstand 4 mm, Fotos mit 300 DPI, CMYK; zusätzlich JPG der Vorderseite für Facebook.
- Termin: erster Entwurf in 3 Werktagen, 2 Korrekturschleifen.
Die häufigsten Lücken im Briefing und wie Sie sie vermeiden
Die meisten Korrekturen gehen nicht auf Fehler des Grafikers zurück, sondern auf Lücken im Briefing. Diese hier tauchen am häufigsten auf.
- Kein fertiger Text: „Den Text schicke ich später“ oder Textänderungen nach dem Entwurf bedeuten, dass das Layout neu aufgebaut werden muss. Schreiben und prüfen Sie den Text vor der Beauftragung.
- Zu viel Inhalt: Auf einen A6-Flyer passt keine komplette Preisliste. Wählen Sie die wichtigsten Informationen aus, verlagern Sie den Rest auf die Website und ergänzen Sie einen QR-Code.
- Logo als Screenshot: Eine kleine Datei aus einer E-Mail wird im Druck unscharf. Schicken Sie eine Vektordatei (SVG, PDF, EPS, AI) oder ein hochaufgelöstes PNG.
- Fotos aus dem Internet: geringe Auflösung und keine Nutzungsrechte. Für den Druck in A5 brauchen Sie etwa 1750×2480 px, also 300 DPI im Endformat.
- Allgemeinplätze statt Beispiele: Unter „modern“ versteht jeder etwas anderes. Zeigen Sie 2–3 Vorlagen, die Ihnen zusagen.
- Keine technischen Daten: Ein falsches Format oder fehlender Beschnitt bedeutet, dass die Druckerei die Datei ablehnt.
- Mehrere Entscheider: Widersprüchliche Anmerkungen verlängern das Projekt. Sammeln Sie die Korrekturen und geben Sie sie in einer einzigen Nachricht weiter.
- Kein Korrekturlesen: Ein Zahlendreher in der Telefonnummer macht die gesamte Auflage unbrauchbar. Lesen Sie vor dem Druck selbst jeden Text, jede Nummer und jede Adresse.
Checkliste
- Text fertig und von einer zweiten Person gegengelesen
- Telefonnummer, Adresse, Website und Öffnungszeiten stimmen
- Endformat und Beschnitt (meist 3 mm) entsprechen dem Datenblatt der Druckerei
- Texte und Logo mindestens 3 mm von der Schnittlinie entfernt
- Fotos mit 300 DPI im Maßstab 1:1 (Großformat laut Druckerei)
- Farben in CMYK, Hausfarben gemäß Corporate-Design-Handbuch
- Logo als Vektordatei oder hochaufgelöstes PNG
- QR-Code mit dem Smartphone getestet
- Druck-PDF von der entscheidungsbefugten Person freigegeben
Häufige Fragen
Was gehört in ein Briefing für Grafiker?
Firmendaten und Ansprechpartner, Art und Format des Produkts, Ziel, Beschreibung der Zielgruppe, fertiger Inhalt, Logo und Fotos, Stil und Markenfarben, technische Daten sowie der Termin. Für den Druck ergänzen Sie Endformat, Beschnitt (meist 3 mm), Sicherheitsabstand, Papier und Dateiformat, in der Regel PDF in CMYK.
Wie lang sollte ein Briefing für Grafiker sein?
Für einen Flyer, eine Visitenkarte oder ein Plakat reicht eine Seite, für eine Kampagne mit mehreren Werbemitteln zwei bis drei. Es kommt auf Vollständigkeit an, nicht auf Länge: Kurze, konkrete Antworten zu jedem Punkt sind besser als eine ausführliche Firmenbeschreibung.
Muss ich technische Daten angeben, wenn sich der Grafiker damit auskennt?
Ja, denn der Grafiker weiß nicht, bei welcher Druckerei und auf welchem Papier Sie drucken lassen. Die Vorgaben unterscheiden sich besonders im Großformat: Maßstab der Datei, Größe des Beschnitts, Bereiche, die in der Kassette des Roll-ups verschwinden. Wenn Sie die Anforderungen der Druckerei ins Briefing kopieren, sparen Sie sich Korrekturen.
In welchem Format schicke ich dem Grafiker mein Logo?
Am besten als Vektordatei: SVG, PDF, EPS oder AI, denn diese lässt sich ohne Qualitätsverlust vergrößern. Haben Sie nur eine Pixelgrafik, schicken Sie ein PNG in möglichst hoher Auflösung, aber keinen Screenshot und kein Logo, das Sie aus sozialen Netzwerken heruntergeladen haben.
Wie viele Korrekturschleifen umfasst ein Grafikdesign-Auftrag?
Das hängt von der Vereinbarung mit dem Grafiker oder den Paketbedingungen ab, deshalb sollten Sie die Anzahl der Schleifen ins Briefing schreiben. Bei einem vollständigen Briefing reichen meist ein bis zwei Schleifen, zusätzliche Korrekturen werden oft gesondert berechnet.
Brauche ich ein Briefing auch für einen Entwurf, den eine AI erstellt?
Ja, das Prinzip ist dasselbe: Je genauer Sie Inhalt, Stil, Farben und Format beschreiben, desto treffender das Ergebnis. Unabhängig davon, wer den Entwurf erstellt hat, sollten Sie vor dem Druck alle Texte, Telefonnummern und Adressen selbst gegenlesen.