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Roll-up: Maße, Sicherheitszonen und Gestaltung

Formate und Maße8 Min. Lesezeit · Aktualisiert:

Aufgestelltes Roll-up mit farbiger Grafik in einem hellen Studio neben einem Grafiker-Arbeitstisch mit Farbfächer und kleinen Testdrucken.
Kurz gesagt

Ein Standard-Roll-up hat eine sichtbare Grafikfläche von 85×200 cm oder 100×200 cm. Der Druck wird jedoch meist mit einer Zugabe von 5–10 cm am unteren Rand angelegt (z. B. 85×210 cm), weil dieser Teil in der Kassette verschwindet. Wie groß die Zugabe genau ist, hängt vom jeweiligen System ab. Platzieren Sie die wichtigsten Inhalte etwa 120–190 cm über dem Boden, halten Sie seitlich mindestens 3 cm Rand frei und setzen Sie keinen Text in die unteren 40–50 cm. Die Datei im Maßstab 1:10 misst 85×210 mm bzw. 100×210 mm, Fotos brauchen darin 1000–1500 DPI – das entspricht 100–150 DPI in Originalgröße.

Das Roll-up ist das einfachste Werbemittel für Messen, Empfangsbereiche, Apotheken oder Ladengeschäfte: In wenigen Sekunden aufgebaut, haben Sie zwei Meter Werbefläche. Gerade wegen dieser Höhe wird es anders gestaltet als ein Plakat. Ein Teil der Grafik verschwindet in der Kassette, die untere Hälfte ist oft durch Menschen und Möbel verdeckt, und der Text wird aus mehreren Metern Entfernung im Vorbeigehen gelesen. In diesem Ratgeber finden Sie konkrete Maße, Sicherheitszonen, Größen für Logo und Schrift sowie die Regeln für die Druckdatei im Maßstab 1:10, mit dem die meisten Großformatdruckereien arbeiten.

Roll-up Maße: 85×200 und 100×200 cm

Die beiden gängigsten Formate sind 85×200 cm und 100×200 cm. Die Breite von 85 cm eignet sich für schmale Durchgänge, neben der Theke und in kleinen Räumen, 100 cm bieten mehr Platz für das Foto und einen besser lesbaren Slogan – besonders auf Messen. Es gibt auch Roll-ups mit 120×200 und 150×200 cm, die Gestaltungsregeln sind dafür jedoch dieselben.

Die Höhe von 200 cm bezeichnet in der Regel den sichtbaren Teil der Grafik. Der Druck selbst ist länger, weil der untere Abschnitt auf die Welle in der Kassette aufgerollt wird. Wie viel Sie genau zugeben müssen, hängt vom konkreten System ab. Prüfen Sie deshalb immer das Druckmaß, das Ihre Druckerei oder der Systemhersteller angibt.

FormatSichtbare GrafikTypisches Druckmaß mit ZugabeDatei im Maßstab 1:10
Roll-up 8585×200 cm85×205–210 cm85×205–210 mm
Roll-up 100100×200 cm100×205–210 cm100×205–210 mm
Roll-up 120120×200 cm120×205–210 cm120×205–210 mm

Wie viel Grafik verschwindet in der Kassette und unter der Klemmleiste?

Bei den meisten Roll-ups bleiben die unteren 5–10 cm des Drucks in der Kassette, bei manchen Modellen sogar mehr. Oben wird die Grafik angeklebt oder in eine Klemmleiste geschoben, die meist 1–3 cm verdeckt. Die Seiten werden mit einer gewissen Toleranz beschnitten, und das Material kann sich an den Kanten leicht einrollen.

Ziehen Sie Hintergrund und Foto deshalb über den gesamten Druck einschließlich der Zugabe, platzieren Sie aber keine Texte, Logos oder wichtigen Bildteile (z. B. Gesichter) in Kantennähe.

Zonen auf dem Roll-up: was in welche Höhe gehört

Die Augen eines stehenden Erwachsenen befinden sich etwa 150–170 cm über dem Boden. Das ist der wertvollste Bereich des Roll-ups, und genau dort gehört die Hauptbotschaft hin. Je tiefer ein Inhalt sitzt, desto geringer die Chance, dass ihn jemand liest – auf Messen verdecken Menschen, Tische und Kartons die untere Hälfte.

Am einfachsten teilen Sie das Roll-up in Zonen ein, gemessen vom Boden, und weisen jeder Zone genau eine Aufgabe zu. So lässt sich das Layout in wenigen Sekunden von oben nach unten erfassen, auch im Vorbeigehen.

Höhe über dem BodenZoneWas dort hingehört
170–195 cmObenLogo oder Firmenname, sichtbar über den Köpfen
120–170 cmAugenhöheHauptslogan, Nutzen, wichtigstes Angebot
70–120 cmMitte3–5 kurze Punkte, Produktfoto, QR-Code
40–70 cmUntenWebsite, Telefon in großer Schrift oder nur Hintergrund
0–40 cmTote ZoneAusschließlich Hintergrund und dekorative Elemente

Wie viel Text passt auf ein Roll-up?

Ein Roll-up ist kein Flyer. Passanten sehen es nur wenige Sekunden an und müssen in dieser Zeit verstehen, wer Sie sind und was Sie ihnen bieten. Bewährt hat sich: ein Slogan, ein paar Punkte und eine Kontaktmöglichkeit.

Haben Sie mehr zu sagen, verlagern Sie es auf einen daneben ausgelegten Flyer oder hinter einen QR-Code. Weißraum um die Schrift ist keine verschenkte Fläche, sondern sorgt dafür, dass der Slogan schon von Weitem zu sehen ist.

Wie groß sollten Logo und Schrift sein?

Das Logo oben auf dem Roll-up sollte etwa 50–70 % der Breite einnehmen, also rund 45–60 cm beim 85-cm-Format und 50–70 cm bei 100 cm. Bei hohen oder quadratischen Logos orientieren Sie sich besser an einer Höhe von etwa 20–30 cm. Lassen Sie rundherum Freiraum, damit das Logo nicht mit dem Foto verschwimmt.

Die Schriftgröße bemessen Sie am besten über die Versalhöhe in Originalgröße. Als Faustregel der Branche gelten etwa 2,5 cm Buchstabenhöhe je 3 m Leseabstand, aus dem der Text noch lesbar sein soll. In der Tabelle finden Sie zusätzlich den ungefähren Schriftgrad in der 1:10-Datei; der genaue Wert hängt von der Schriftart ab, da Fonts unterschiedliche Versalhöhen haben.

ElementVersalhöhe (1:1)Schriftgrad in der 1:10-Datei (ca.)
Hauptslogan8–12 cm32–48 pt
Unterzeile4–6 cm16–24 pt
Website, Telefon3–5 cm12–20 pt
Angebotspunkte2–3 cm8–12 pt
Absolutes Minimumca. 2 cmca. 8 pt

Wie legen Sie die Roll-up-Datei im Maßstab 1:10 an?

Großformatdruckereien nehmen Roll-up-Dateien meist im Maßstab 1:10 entgegen, weil ein Dokument mit 85×210 cm im Maßstab 1:1 riesig und schwer zu verarbeiten wäre. In der Praxis legen Sie ein Dokument mit 85×210 mm (oder 100×210 mm) an und gestalten alles zehnmal kleiner. Wichtig: Vermerken Sie im Dateinamen oder in der Bestellung, dass es sich um den Maßstab 1:10 handelt.

Der häufigste Fehler betrifft die Auflösung. Ein Foto, das in der 1:10-Datei 300 DPI hat, kommt nach der Vergrößerung auf Originalgröße nur noch auf 30 DPI und wirkt unscharf. Für ein Roll-up, das aus 1–3 m betrachtet wird, sollten Sie 100–150 DPI in Originalgröße anstreben, also 1000–1500 DPI in der 1:10-Datei. Für Hintergründe, die aus der Distanz wirken, genügen meist etwa 72 DPI in Originalgröße, also 720 DPI in der 1:10-Datei.

Wenn Sie die Gestaltung bei plakaty.shop (wielkareklama.eu studio) beauftragen, erhalten Sie Ihr Roll-up entsprechend dieser Praxis als PDF im Maßstab 1:10, inklusive Sicherheitsrand. Klären Sie trotzdem mit Ihrer Druckerei die Zugabe für das gewählte System und lesen Sie alle Texte, Telefonnummern und Adressen selbst Korrektur.

Die häufigsten Fehler bei der Roll-up-Gestaltung

Die meisten misslungenen Roll-ups sehen am Bildschirm gut aus, in der Realität aber nicht. Der Grund ist einfach: Am Monitor betrachten Sie die Gestaltung als Ganzes, das aufgestellte Roll-up sieht man dagegen aus der Nähe, von unten und teilweise verdeckt. Drucken Sie die Datei vor dem Versand auf A4 aus und stellen Sie das Blatt in 2–3 m Entfernung auf den Boden. So erkennen Sie sofort, ob der Slogan lesbar ist.

Checkliste

  • Dateimaß passend zum System, einschließlich Zugabe für die Kassette
  • Kein Text und kein Logo in den unteren 40–50 cm und an den Kanten (mind. 3 cm)
  • Hauptslogan in etwa 120–170 cm Höhe über dem Boden
  • Slogan mit mind. 8 cm Versalhöhe, kleinster Text mind. ca. 2 cm in Originalgröße
  • Fotos mit 1000–1500 DPI in der 1:10-Datei
  • Farben in CMYK, Schriften in Pfade umgewandelt oder eingebettet
  • QR-Code mind. 15×15 cm und mit dem Smartphone getestet
  • Alle Texte, Telefonnummern und Adressen selbst Korrektur gelesen
  • Datei im Namen oder in der Bestellung als Maßstab 1:10 gekennzeichnet

Häufige Fragen

Welches Standardmaß hat ein Roll-up?

Die gängigsten Formate sind 85×200 cm und 100×200 cm sichtbare Grafikfläche. Der Druck ist meist 5–10 cm länger, weil der untere Teil in der Kassette verschwindet. Das genaue Maß hängt vom System ab – klären Sie es daher vor der Gestaltung mit Ihrer Druckerei.

In welcher Auflösung lege ich die Roll-up-Datei an?

In Originalgröße genügen 100–150 DPI, weil ein Roll-up aus 1–3 m Entfernung betrachtet wird. In einer Datei im Maßstab 1:10 bedeutet das 1000–1500 DPI für Fotos. Logo und Schriften legen Sie am besten als Vektoren an, dann spielt die Auflösung für sie keine Rolle.

Was bedeutet es, dass die Roll-up-Datei im Maßstab 1:10 ist?

Das Dokument ist zehnmal kleiner als der Druck, z. B. 85×210 mm statt 85×210 cm. Die Druckerei vergrößert es beim Drucken auf das Zehnfache. Deshalb brauchen Fotos in einer solchen Datei die zehnfache Auflösung, die der Druck erfordert.

Wie viel Text gehört auf ein Roll-up?

Ideal sind ein Slogan mit bis zu etwa 7 Wörtern, eine kurze Unterzeile, 3–5 Punkte und ein oder zwei Kontaktangaben. Ein Roll-up wird im Vorbeigehen gelesen – längere Beschreibungen verlagern Sie besser auf einen Flyer oder hinter einen QR-Code.

Braucht ein Roll-up Beschnitt?

Das hängt von der Druckerei und der Schneidetechnik ab. Manche Druckereien nehmen Dateien ohne Beschnitt an, andere bitten um 5–10 mm in Originalgröße, also 0,5–1 mm in der 1:10-Datei. Ziehen Sie den Hintergrund immer bis ganz an die Kanten und über die gesamte Kassettenzugabe.

Wie groß sollte das Logo auf einem Roll-up sein?

Das Logo sollte etwa 50–70 % der Breite einnehmen, also rund 45–60 cm bei einem 85-cm-Roll-up und 50–70 cm bei 100 cm. Platzieren Sie es im oberen Bereich, etwa 170–195 cm über dem Boden, mit Freiraum rundherum.

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