Speisekarte gestalten: 10 Regeln, die beim Verkaufen helfen
Eine Speisekarte, die verkauft, ordnet die Kategorien in der Reihenfolge eines Menüs, zeigt rund 7 Positionen pro Kategorie und hebt 1–2 Gerichte pro Seite hervor. Die Preise stehen als reine Zahl direkt hinter der Beschreibung, ohne „€“ und ohne Füllpunkte. Setzen Sie Gerichtnamen in 12–14 pt und Beschreibungen in 9–11 pt (nie unter 8 pt), dunkle Schrift auf hellem Grund. Kennzeichnen Sie Allergene mit den Nummern 1–14 und einer Legende. Für den Druck brauchen Sie ein PDF in CMYK, 300 DPI, mit 3 mm Beschnitt. Die Tischkarte drucken Sie auf 300–350 g/m² mit matter Kaschierung.
Die Speisekarte ist das einzige Werbemittel, das Gäste vollständig lesen, und zwar genau dann, wenn sie entscheiden, Geld auszugeben. Eine gut gestaltete Karte lenkt den Blick auf die Gerichte, an denen Sie verdienen. Sie verkürzt die Bestellzeit und zwingt niemanden, bei gedimmtem Licht die Augen zusammenzukneifen. Im Folgenden finden Sie 10 Regeln sowie konkrete Schriftgrößen, Formate, Papiere und Dateieinstellungen. Damit erstellen Sie die Tischkarte, die Menütafel über der Theke und den Flyer für To-go.
10 Regeln, mit denen Ihre Speisekarte verkauft
Diese Regeln funktionieren im Bistro, in der Pizzeria, im Café und im Restaurant mit Bedienung. Unterschiedlich ist nur der Umfang: Je kürzer die Karte, desto weniger Hervorhebungen, Icons und Unterteilungen brauchen Sie.
- Reihenfolge wie beim Essen: Vorspeisen, Suppen, Hauptgerichte, Desserts, Getränke. Der Gast liest von oben nach unten und muss nichts suchen.
- Kurze Listen pro Kategorie: Peilen Sie etwa 7 Positionen an. Teilen Sie längere Kategorien in Untergruppen, z. B. Pasta und Risotto, statt eine einzige lange Spalte zu füllen.
- Erster und letzter Platz für den Gewinn: Stellen Sie Gerichte mit der besten Marge an den Anfang und das Ende einer Kategorie, denn diese Positionen fallen am leichtesten auf.
- Eine Hervorhebung pro Seite: Rahmen, Hintergrund oder Icon bei 1–2 Gerichten. Wer alles hervorhebt, hebt nichts hervor.
- Beschreibungen, die Appetit machen: 1–2 Zeilen mit Hauptzutat, Zubereitung und Beilagen. Verzichten Sie auf leere Adjektive wie „lecker“ oder „köstlich“.
- Preis ohne „€“ und ohne Füllpunkte: nur die Zahl direkt hinter der Beschreibung, in derselben Schrift, nicht in einer eigenen rechtsbündigen Spalte.
- Lesbare Schrift und Größe: höchstens zwei Schriftarten, Gerichtnamen in 12–14 pt, Beschreibungen in 9–11 pt, starker Kontrast.
- Allergene in einer Legende: Nummern oder Icons am Gericht und eine Legende pro Seite, statt die vollen Bezeichnungen bei jeder Position zu wiederholen.
- Format passend zum Einsatzort: A4- oder A5-Karte für den Tisch, DL für schmale Tische und die Tageskarte, Tafel über der Theke, gefalzter Flyer für To-go.
- Einheitlichkeit aller Versionen: dieselben Namen, dieselbe Reihenfolge, dieselben Farben und Preise auf der Karte, der Tafel, dem Flyer und online.
Wie ordnen Sie Kategorien und Gerichte auf der Speisekarte an?
Beginnen Sie mit einer Tabelle aller Gerichte: Name, Beschreibung, Preis, Allergene und Marge. Übertragen Sie die Positionen erst dann ins Layout, wenn Sie wissen, welche Sie am häufigsten verkaufen möchten. Die wichtigste Kategorie, meist die Hauptgerichte, bekommt den meisten Platz und sollte sofort nach dem Aufschlagen der Karte sichtbar sein.
Auf einer A4-Seite bewähren sich 1–2 Spalten, bei A5 und DL eine Spalte. Lassen Sie 10–15 mm Rand und deutliche Abstände zwischen den Kategorien. Weißraum ordnet Inhalte besser als Linien und Rahmen. Müssten Sie die Beschreibungen bei vielen Positionen unter 9 pt verkleinern, wechseln Sie zu einer aufklappbaren Karte oder lagern Sie Getränke und Weine in eine eigene Karte aus.
Fassen Sie Beilagen, Saucen und Portionsgrößen (z. B. 0,3 l / 0,5 l) an einer Stelle unter der Kategorie zusammen, statt sie bei jedem Gericht zu wiederholen. Das verkürzt die Karte und erleichtert spätere Änderungen.
Wie heben Sie Gerichte hervor und schreiben Beschreibungen, die verkaufen?
Eine Hervorhebung wirkt nur, wenn sie selten ist. Es genügt ein feiner Rahmen von 0,5–1 pt oder ein Hintergrund in einem hellen Ton Ihrer Hausfarbe (Tonwert 10–20 %). Auch ein kleines „Empfehlung“-Icon reicht. Setzen Sie Fotos sparsam ein, höchstens eines pro Kategorie und nur in guter Qualität mit 300 DPI. Ein schwaches Handyfoto schadet dem Gesamteindruck der Karte mehr als gar kein Bild. In der Systemgastronomie sind Fotos bei Menüs allerdings Standard.
Eine Beschreibung umfasst 10–20 Wörter und beantwortet drei Fragen: Was ist es, wie wird es zubereitet und womit wird es serviert? Konkretes verkauft besser als Schwärmerei, also die Garmethode (geschmort, geräuchert, gegrillt), die Herkunft der Zutat und eine typische Beilage. Der Name des Gerichts sollte nicht wiederholen, was bereits in der Beschreibung steht.
- Statt „Leckerer Schweinebraten mit Kartoffeln“ schreiben Sie „Schweinebraten mit Knoblauch, junge Kartoffeln mit Dill, Gurkensalat“.
- Statt „Salat nach Art des Chefs“ schreiben Sie „Salat mit Ziegenkäse, geröstetem Rote Bete, Walnüssen und Honig“.
- Statt „Hausgemachte Tagessuppe“ schreiben Sie „Tagessuppe auf Gemüsefond – fragen Sie unser Service-Team“.
Preise in der Speisekarte: Warum ohne „€“ und ohne Füllpunkte?
Ein Währungszeichen bei jeder Position und Füllpunkte vom Namen bis zum Preis in der rechten Spalte machen aus der Speisekarte eine Preisliste. Der Gast lässt dann den Blick die Zahlenspalte hinuntergleiten und wählt das günstigste Gericht, statt die Beschreibungen zu lesen. Steht der Preis dagegen direkt hinter der Beschreibung, in derselben Schrift und nicht größer als diese, bleibt er gut lesbar, ohne zu dominieren.
Schreiben Sie volle Euro: „8“ statt „8,00 €“. Bei Centbeträgen bleibt es bei „8,50“. Ergänzen Sie in der Fußzeile einen Satz wie „Alle Preise in Euro inkl. MwSt.“ (in der Schweiz entsprechend in CHF). Bei einer Karte für Touristen können Sie diesen Hinweis zusätzlich auf Englisch angeben.
| Statt | Besser | Warum |
|---|---|---|
| Schweinebraten ........ 8,00 € | Schweinebraten mit Knoblauch, junge Kartoffeln 8 | Keine Preisspalte, die sich leicht vergleichen lässt |
| Preise in eigener rechtsbündiger Spalte | Preis direkt hinter dem letzten Wort der Beschreibung | Der Blick liest das Gericht, nicht den Preis |
| Gerichte vom günstigsten zum teuersten | Reihenfolge nach Marge und Logik der Kategorie | Sie legen die günstigste Wahl nicht nahe |
| Preis fett und größer als der Name | Preis in derselben Schrift wie die Beschreibung | Die Zahl zieht nicht als Erstes die Aufmerksamkeit auf sich |
Welche Schrift und Schriftgröße eignen sich für die Speisekarte?
Wählen Sie eine Schrift für Überschriften und eine für den Fließtext. Ob mit oder ohne Serifen ist zweitrangig, solange sie auch in kleinen Graden gut lesbar ist. Handschriftliche und dekorative Schriften gehören ins Logo und in die Kategorienamen, niemals in die Beschreibungen. Ein Zeilenabstand von 120–140 % der Schriftgröße und dunkler Text auf hellem Grund sind bei gedimmtem Licht im Gastraum die sicherste Wahl.
Weiße Schrift auf schwarzem oder dunklem Grund eignet sich nur für kurze Texte, in mindestens 10 pt und in einem etwas kräftigeren Schnitt. Bei kleineren Formaten wie A5 oder DL verkleinern Sie nicht die Schrift, sondern reduzieren die Zahl der Positionen. Für Tafeln gilt als Faustregel: etwa 2,5 cm Versalhöhe je 3 m Leseabstand.
| Element | Tischkarte A4 / A5 / DL | Tafel über der Theke (Lesen aus 3–4 m) |
|---|---|---|
| Kategoriename | 18–24 pt | 6–8 cm Versalhöhe |
| Name des Gerichts | 12–14 pt | 3–4 cm |
| Beschreibung | 9–11 pt, mindestens 8 pt | 2–2,5 cm oder Beschreibung weglassen |
| Preis | wie Beschreibung, nicht größer als der Name | 3–4 cm |
| Allergene, Legende, Fußzeile | 7–8 pt | 1,5–2 cm |
Allergene in der Speisekarte: Wie kennzeichnen Sie sie?
Die EU-Verordnung Nr. 1169/2011 (LMIV) nennt 14 Allergene, über die Gastronomiebetriebe ihre Gäste informieren müssen. Dazu gehören glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch und Schalenfrüchte. Hinzu kommen Sellerie, Senf, Sesam, Schwefeldioxid und Sulfite, Lupinen sowie Weichtiere. Am bequemsten steht diese Information direkt in der Karte, dann muss der Gast nicht beim Service nachfragen. In Österreich sind statt Nummern die Buchstabencodes A–R verbreitet.
Allergen-Icons sind ab etwa 4–5 mm Höhe lesbar und brauchen immer eine Legende. Verlassen Sie sich nicht allein auf Farben, denn manche Gäste unterscheiden Farben schlecht. Außerdem verschwimmen die Unterschiede bei schwachem Licht. Dieselben Regeln gelten für Kennzeichnungen wie „vegetarisch“, „vegan“ und „scharf“.
- Allergennummern hochgestellt, 7–8 pt, direkt hinter dem Namen des Gerichts.
- Eine Legende mit den Nummern 1–14 auf jeder Seite oder auf der letzten Seite mit Verweis.
- Ein Satz in der Fußzeile: „Sie haben eine Allergie? Fragen Sie unser Service-Team nach den Zutaten.“
- Jede Rezepturänderung bedeutet, dass Sie die Kennzeichnung in allen Versionen der Karte aktualisieren.
Tischkarte, Tafel und To-go: Welches Format und Papier wählen Sie?
Jede Version der Speisekarte muss unter anderen Bedingungen bestehen. Die Tischkarte muss Abwischen und häufiges Anfassen aushalten. Die Tageskarte soll sich günstig austauschen lassen, und die Tafel muss aus mehreren Metern lesbar sein. Der To-go-Flyer muss in die Tüte mit der Bestellung passen und alles enthalten, was der Gast für die nächste Bestellung braucht. Papier und Veredelung richten sich danach, wie oft Sie Preise ändern und wie viele Karten im Gastraum im Umlauf sind.
Legen Sie die Druckdatei in CMYK an, mit 300 DPI, im Endformat plus 3 mm Beschnitt. Halten Sie wichtige Texte 3–5 mm von der Schnittkante entfernt, bei Rillung und Falz auch von der Falzlinie. Setzen Sie kleinen schwarzen Text in 100 % K und betten Sie die Schriften ins PDF ein oder wandeln Sie sie in Pfade um. Für Tafeln und Banner akzeptieren Großformatdruckereien oft PDFs im Maßstab 1:10. Fragen Sie deshalb vor dem Export nach den Anforderungen.
Wenn Sie mehrere Layouts schnell vergleichen möchten, bestellen Sie bei plakaty.shop (wielkareklama.eu studio) den Entwurf einer Speisekarte in A4, A5, DL oder quadratisch 210 mm. Sie erhalten ein Druck-PDF mit 3 mm Beschnitt, z. B. 3 Entwürfe im Paket für 24 €. Lesen Sie vor dem Druck trotzdem jeden Namen, jeden Preis und jede Telefonnummer selbst Korrektur.
| Version | Format | Papier und Veredelung | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Tischkarte | A4 oder A5, einzeln oder aufklappbar | 300–350 g/m², matte oder Soft-Touch-Kaschierung; bei häufigem Abwischen synthetisches Papier | Fleckenbeständigkeit, höchstens eine Doppelseite |
| Tageskarte, Einleger | A5 oder DL (99×210 mm) | 130–170 g/m², Bilderdruckpapier | Schneller Austausch, niedrige Druckkosten |
| Tischaufsteller | Quadratisch 210 mm, A5 | 300 g/m², kaschiert | Kurzes Angebot: Desserts, Getränke, Aktion |
| Tafel über der Theke | z. B. 100–120 cm breit | UV-Direktdruck auf PVC-Hartschaum oder Dibond oder Folie auf Platte | Große Buchstaben, Platz für austauschbare Preisstreifen |
| To-go-Karte | DL, A4 gefalzt auf DL, A5 | 130–170 g/m² | Telefon, Öffnungszeiten, Liefergebiet, QR-Code für Bestellungen |
Checkliste
- Alle Namen, Beschreibungen, Preise und Telefonnummern von zwei Personen Korrektur gelesen
- Preise stimmen mit der Kasse überein und sind auf Karte, Tafel, Flyer und online identisch
- Allergene bei jedem Gericht und Legende 1–14 auf der Seite
- Gerichtnamen mind. 12 pt, Beschreibungen mind. 8 pt, Probedruck in 100 % bei schwachem Licht geprüft
- PDF in CMYK, 300 DPI, 3 mm Beschnitt, Texte 3–5 mm von Schnitt und Falz entfernt
- Fußzeile mit dem Hinweis „Alle Preise in Euro inkl. MwSt.“, Öffnungszeiten und Kontakt
- QR-Code mind. 2×2 cm, mit zwei Smartphones getestet
- Veredelung passend zum Einsatz: Kaschierung oder synthetisches Papier für den Tisch
Häufige Fragen
Wie gestalte ich eine Speisekarte selbst?
Beginnen Sie mit einer Tabelle, in der Sie Gerichte, Beschreibungen, Preise, Allergene und Marge erfassen. Teilen Sie die Positionen dann in Kategorien in der Reihenfolge eines Menüs auf. Das Layout setzen Sie in einem Grafikprogramm oder einem Online-Editor um. Bleiben Sie bei zwei Schriftarten, 12–14 pt für Namen und 9–11 pt für Beschreibungen. Drucken Sie zum Schluss einen Probedruck in 100 % und prüfen Sie ihn am Tisch.
Welches Format ist für eine Speisekarte am besten?
Am häufigsten wird A4 als Hauptkarte gewählt, oft aufklappbar. In Cafés und Bistros mit kleinerem Angebot ist A5 üblich. DL (99×210 mm) eignet sich für schmale Tische und als Tageskarte, das Quadrat 210 mm als Dessert- oder Getränkekarte. Die Wahl hängt von der Zahl der Positionen ab: Das Format sollte sie aufnehmen, ohne dass die Beschreibungen unter 8–9 pt schrumpfen.
Muss bei den Preisen in der Speisekarte „€“ stehen?
Sie müssen „€“ nicht bei jeder Position wiederholen. Eine Karte ohne Währungszeichen wirkt ruhiger und erinnert weniger an eine Preisliste. Es genügt ein Satz in der Fußzeile, dass die Preise in Euro angegeben sind und die MwSt. enthalten. Wichtig ist, dass die Preise eindeutig sind und mit denen auf dem Kassenbon übereinstimmen.
Wie viele Positionen sollte eine Speisekarte haben?
Eine Zahl für alle Betriebe gibt es nicht, denn sie hängt von der Küche und den Kapazitäten ab. Planen Sie beim Gestalten etwa 7 Positionen pro Kategorie ein und teilen Sie längere Listen in Untergruppen. Eine kürzere Karte ist übersichtlicher und beschleunigt die Bestellung. Außerdem lässt sie sich leichter aktuell halten.
Müssen Allergene in der Speisekarte stehen?
Gastronomiebetriebe müssen ihre Gäste über die 14 Allergene informieren, die in der EU-Verordnung Nr. 1169/2011 aufgeführt sind. Am bequemsten ist die Angabe direkt in der Karte: Nummern bei den Gerichten und eine Legende pro Seite. Ergänzen Sie außerdem die Bitte, dass Gäste mit Allergien diese beim Service melden.
Auf welchem Papier sollte man Speisekarten für Restaurants drucken?
Drucken Sie die Tischkarte auf 300–350 g/m² mit matter oder Soft-Touch-Kaschierung. Bei sehr häufigem Abwischen wählen Sie synthetisches Papier. Für Tageskarten und To-go-Flyer reicht Bilderdruckpapier mit 130–170 g/m². Stärkeres Papier und Kaschierung erhöhen die Kosten, dafür sieht die Karte länger ansprechend aus.

