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Einen Flyer gestalten, der wirkt: 9 Schritte

Gestaltungsregeln9 Min. Lesezeit · Aktualisiert:

Gedruckte Flyer in verschiedenen Formaten auf einem hellen Grafikertisch neben einem Farbfächer und einem Lineal.
Kurz gesagt

Um einen Flyer zu gestalten, der wirkt, beginnen Sie mit einem einzigen Ziel und einem einzigen Angebot. Danach bauen Sie das Layout nach einer klaren Hierarchie auf: Headline mit Nutzen (bei A5 meist 24–40 pt), Bild, kurze Argumente, Handlungsaufforderung und Kontakt. Der Fließtext sollte dabei nicht kleiner als 8–9 pt sein. Die Druckdatei legen Sie in CMYK an, mit Bildern in 300 DPI, mit 3 mm Beschnitt an jeder Seite (A5 also 154×216 mm statt 148×210 mm) und mit wichtigen Elementen mindestens 3–5 mm von der Schnittlinie entfernt. Zum Schluss machen Sie den 3-Sekunden-Test: Kann eine fremde Person danach nicht sagen, was Sie anbieten, vereinfachen Sie den Entwurf.

Ein Flyer hat wenige Sekunden, bevor er in der Tasche oder im Papierkorb landet. Ob er wirkt, entscheidet nicht die Menge an Schmuckelementen, sondern die Reihenfolge der Informationen und die Frage, ob der Empfänger sofort weiß, was er damit tun soll. Im Folgenden finden Sie 9 Schritte, die wir bei der Gestaltung von Flyern für den Druck anwenden: von der Zieldefinition über Headline und Hierarchie bis zur Vorbereitung der Druckdatei und einem einfachen Test, der die meisten Fehler aufdeckt. Wenn Sie überlegen, wie Sie einen Flyer selbst gestalten, oder einen Entwurf vom Grafiker prüfen möchten, gehen Sie die Schritte der Reihe nach durch.

Schritt 1 und 2: Wozu dient der Flyer und was ist das eine Hauptangebot?

Bevor Sie ein Grafikprogramm öffnen, beantworten Sie in einem Satz: Wer soll den Flyer bekommen und was soll er danach tun? Ein Flyer, der in Briefkästen im Wohnviertel verteilt wird, funktioniert anders (der Empfänger hat nicht nach einem Angebot gesucht, Sie müssen ihn erst aufhalten) als ein Flyer, der an der Theke ausgegeben wird (der Empfänger ist bereits interessiert und braucht Details). Das Ziel bestimmt auch das Format: DIN lang passt in Briefumschlag und Prospektständer, A6 in die Jackentasche, A5 bietet Platz für Bild und Preisliste, A4 eignet sich als einseitiges Angebot.

Die zweite Regel lautet: ein Flyer, ein Hauptangebot. Führen Sie ein Restaurant, entscheiden Sie, ob Sie den Mittagstisch, den Lieferservice oder die Ausrichtung von Feiern bewerben. Weitere Leistungen können Sie kleiner auf der Rückseite nennen, sie dürfen aber nicht mit dem Hauptangebot um Aufmerksamkeit konkurrieren.

FormatEndformatFormat mit 3 mm BeschnittTypischer Einsatz
A6105×148 mm111×154 mmVerteilen auf der Straße, Beilage zum Kassenbon, Einladung
DL99×210 mm105×216 mmProspektständer, Briefumschläge, Leistungsangebot, Preisliste
A5148×210 mm154×216 mmBriefkastenverteilung, Angebot mit Bild und Aufzählung
A4210×297 mm216×303 mmAusführliches Angebot, Falzflyer

Schritt 3: Wie schreiben Sie eine Headline mit Nutzen?

Die Headline ist das wichtigste Element des Flyers und meist das einzige, das wirklich jeder liest. Sie sollte sagen, was der Empfänger davon hat, und nicht, wie Ihre Firma heißt. „Pizzeria Roma“ informiert, „Heiße Pizza in 30 Minuten an Ihrer Tür“ verkauft. Name und Logo platzieren Sie gut sichtbar, aber nachrangig, es sei denn, Ihre Marke ist vor Ort bereits bekannt.

Eine gute Headline hat meist 3 bis 8 Wörter und enthält etwas Konkretes: eine Zahl, einen Termin, einen Ort oder die Lösung eines Problems. Vermeiden Sie Allgemeinplätze wie „Höchste Qualität“ oder „Professioneller Service“, denn das schreibt jeder Mitbewerber. Braucht der Nutzen eine Erklärung, ergänzen Sie darunter eine kurze Subline in kleinerem Schriftgrad.

Schritt 4: Hierarchie – was am größten sein muss

Hierarchie ist die Reihenfolge, in der das Auge den Flyer liest. Zuerst die Headline, dann Bild oder Angebot, danach 3–5 kurze Argumente, zum Schluss Handlungsaufforderung und Kontakt. Jede Ebene sollte sich deutlich in Größe, Schriftstärke oder Farbe abheben; ist alles fett und groß, sticht nichts heraus.

Verwenden Sie höchstens zwei Schriftarten und lassen Sie Weißraum um die wichtigsten Elemente. Fließtext auf dem Flyer setzen Sie in einer serifenlosen oder schlichten Serifenschrift, nicht kleiner als 8–9 pt, für ältere Zielgruppen eher 10–11 pt. Die folgenden Größen sind Richtwerte und hängen von der Textlänge und vom Leseabstand ab.

FormatHeadlineSubline / AngebotFließtextKleingedrucktes (Minimum)
A618–28 pt12–16 pt8–10 pt6–7 pt
DL22–36 pt14–18 pt9–10 pt6–7 pt
A524–40 pt14–20 pt9–11 pt7 pt
A436–60 pt18–24 pt10–12 pt7–8 pt

Schritt 5: Welches Bild wählen und wie bereiten Sie es für den Druck vor?

Das Bild soll das Produkt, das Ergebnis der Leistung oder einen Menschen zeigen, der sie nutzt. Ein großes, klares Foto wirkt besser als eine Collage aus sechs kleinen. Wählen Sie Aufnahmen mit hellem Hintergrund und einem klar erkennbaren Hauptmotiv, denn auf Papier fallen Farben meist etwas dunkler und weniger gesättigt aus als am Bildschirm.

Für den Druck sollte das Bild in der Endgröße 300 DPI haben. Für ein randabfallendes Foto auf einer ganzen A5-Seite bedeutet das etwa 1819×2551 Pixel; ein Bild aus den sozialen Medien ist in der Regel zu klein und wird unscharf. Verwenden Sie nur eigene Fotos, gekaufte Stockfotos oder Bilder mit einer Lizenz, die die Nutzung in gedruckter Werbung erlaubt.

Schritt 6 und 7: Handlungsaufforderung und Kontaktdaten

Die Handlungsaufforderung (CTA) sagt dem Empfänger direkt, was er tun soll: „Rufen Sie an und vereinbaren Sie einen Aufmaßtermin“, „Flyer vorzeigen und Kaffee gratis erhalten“, „Code scannen und online bestellen“. Am besten wirkt ein einziger CTA, hervorgehoben durch Farbe oder Rahmen, mit einem Grund, jetzt zu handeln, etwa einem Ablaufdatum der Aktion. Wenn möglich, bauen Sie eine Erfolgsmessung ein: einen Rabattcode vom Flyer oder einen eigenen Link im QR-Code.

Den Kontakt platzieren Sie in einem Block an der Stelle, an der das Auge zu lesen aufhört, also meist unten. Die Telefonnummer sollte größer sein als die übrigen Angaben und in Zifferngruppen geschrieben werden (z. B. 0170 123 4567). Den QR-Code drucken Sie mindestens etwa 2×2 cm groß, dunkel auf hellem Grund, mit freiem Rand ringsum, und testen ihn vor dem Druck mit mehreren Smartphones.

Schritt 8: Was gehört auf die Rückseite des Flyers?

Die Rückseite ist der Platz für Details für alle, die die Vorderseite bereits überzeugt hat: Preisliste, Leistungsumfang, Anfahrtsskizze, Kundenstimmen oder Speisekarte. Die Vorderseite verkauft, die Rückseite erklärt. Wiederholen Sie dort nicht die Headline Wort für Wort, behalten Sie aber dieselben Farben, Schriften und denselben Bildstil bei, damit beide Seiten wie aus einem Guss wirken.

Ein einseitiger Flyer ist günstiger im Druck und reicht für eine einfache Aktion mit einer klaren Botschaft. Zweiseitig lohnt sich, wenn Sie eine Preisliste oder mehrere Leistungen erklären möchten. Bei plakaty.shop wird die Rückseite des Flyers gegen Aufpreis gestaltet und auf die Vorderseite abgestimmt; bereiten Sie daher am besten gleich die Inhalte für beide Seiten vor. Denken Sie daran, den Kontakt auf beide Seiten zu setzen, denn Sie wissen nicht, mit welcher Seite nach oben der Flyer beim Empfänger ankommt.

Schritt 9: Der 3-Sekunden-Test und die Druckdatei

Drucken Sie den Entwurf im Maßstab 1:1 auf einem normalen Drucker aus, zeigen Sie ihn einer Person, die Ihre Firma nicht kennt, etwa 3 Sekunden lang und nehmen Sie ihn wieder weg. Fragen Sie: Was ist das Angebot, für wen ist es und was muss man tun? Kann sie nicht alle drei Fragen beantworten, ist die Headline zu schwach, es sind zu viele Elemente oder der CTA geht im Hintergrund unter. Überarbeiten Sie den Entwurf, bis der Test jedes Mal gelingt.

Die Datei für die Druckerei speichern Sie als PDF im Endformat plus 3 mm Beschnitt an jeder Seite, wobei Hintergrund und Bilder bis an den Rand des Beschnitts reichen. Texte und Logo halten Sie mindestens 3–5 mm von der Schnittlinie entfernt; Schriften wandeln Sie in Pfade um oder betten sie in die Datei ein. Die Grammatur wählen Sie nach Einsatzzweck: Für Flyer verwendet man meist Bilderdruckpapier mit 130–170 g/m², für Flyer, die länger halten sollen, 250–350 g/m².

Checkliste

  • Die Headline mit Nutzen besteht den 3-Sekunden-Test bei einer fremden Person.
  • Der Flyer enthält ein einziges Hauptangebot und eine einzige Handlungsaufforderung.
  • Alle Texte, Telefonnummern, Adressen und Preise persönlich Ziffer für Ziffer gegengelesen.
  • QR-Code mit mehreren Smartphones getestet, er führt auf die richtige Seite.
  • Bilder haben 300 DPI in der Endgröße.
  • Datei in CMYK, mit 3 mm Beschnitt und 3–5 mm Sicherheitsabstand.
  • Fließtext ist nicht kleiner als 8–9 pt.
  • Der Kontakt steht beim zweiseitigen Flyer auf beiden Seiten.
  • Gewähltes Format und Grammatur passen zur Art der Verteilung.

Häufige Fragen

Welches Flyerformat sollte ich wählen?

Am gängigsten sind A5 (148×210 mm), A6 (105×148 mm) und DIN lang (99×210 mm). A6 eignet sich zum Verteilen aus der Hand, DIN lang für Prospektständer und Briefumschläge, A5 bietet Platz für ein großes Bild und eine Leistungsübersicht. Wählen Sie das Format danach, wo und wie der Flyer zum Empfänger gelangt.

Wie viel Text gehört auf einen Flyer?

Auf der Vorderseite genügen Headline, Subline, 3–5 kurze Argumente, Handlungsaufforderung und Kontakt. Details, Preisliste und längere Beschreibungen verschieben Sie auf die Rückseite. Müssten Sie die Schrift dafür unter 8 pt verkleinern, ist das ein Zeichen, dass der Text gekürzt werden muss.

Welche Auflösung und welchen Beschnitt braucht ein Flyer für den Druck?

Bilder sollten 300 DPI in der Größe haben, in der sie gedruckt werden. Der übliche Beschnitt beträgt 3 mm an jeder Seite, eine A5-Datei misst also 154×216 mm. Wichtige Elemente halten Sie mindestens 3–5 mm von der Schnittlinie entfernt.

Welche Papiergrammatur eignet sich für Flyer?

Meist wird Bilderdruckpapier mit 130–170 g/m² verwendet, das Fotos gut wiedergibt und sich angenehm anfühlt. Für Flyer, die länger aufbewahrt werden, etwa Preislisten oder Speisekarten für den Lieferservice, ist ein stärkerer Karton mit 250–350 g/m² besser. Die Wahl hängt vom Budget ab und davon, wie lange der Flyer halten soll.

Sollte ein Flyer zweiseitig sein?

Nicht immer. Für eine einfache Aktion mit einer klaren Botschaft reicht ein einseitiger Flyer, und er ist günstiger. Zweiseitig lohnt sich, wenn Sie eine Preisliste, Ihren Leistungsumfang oder eine Anfahrtsskizze zeigen möchten; den Kontakt sollten Sie dann auf beide Seiten setzen.

Wie funktioniert der 3-Sekunden-Test?

Sie zeigen den ausgedruckten Flyer etwa 3 Sekunden lang einer Person, die Ihre Firma nicht kennt. Anschließend fragen Sie, was das Angebot ist, für wen es gedacht ist und was man tun soll. Fallen die Antworten unsicher aus, vereinfachen Sie den Entwurf, stärken Sie die Headline oder heben Sie die Handlungsaufforderung hervor.

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