Visitenkarte gestalten: Was muss draufstehen?
Um eine Visitenkarte zu gestalten, legen Sie das Layout im Format 85×55 mm (Standard in Deutschland, Österreich und der Schweiz) oder 90×50 mm an. Geben Sie rundum 3 mm Beschnitt dazu (Datei 91×61 mm) und halten Sie Texte mindestens 3–4 mm von der Schnittkante entfernt, in CMYK und mit 300 DPI. Auf die Karte gehören Vor- und Nachname, Position, Firmenname oder Logo, Telefon, E-Mail und Website. Setzen Sie die Kontaktdaten in mindestens 7–8 pt. Gedruckt wird meist auf 350 g/m², häufig mit matter oder Soft-Touch-Kaschierung.
Eine Visitenkarte bietet weniger Platz als jedes andere Werbemittel, deshalb muss jeder Millimeter sitzen. Gutes Design bedeutet nicht nur ein schönes Logo. Es braucht gut lesbare Angaben, eine sauber angelegte Druckdatei und eine durchdachte Rückseite. Im Folgenden finden Sie die Regeln, mit denen Grafiker in der Druckerei arbeiten: was auf eine Visitenkarte gehört und was Sie besser weglassen. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Schriftgröße, QR-Code, Papier und Veredelung wählen und das Design auf Ihren Beruf abstimmen.
Was muss auf eine Visitenkarte?
Eine Visitenkarte hat eine einzige Aufgabe: Man soll Sie leicht erreichen und sich merken können, was Sie tun. Die Angaben sollten deshalb knapp und eindeutig sein. Weiß Ihr Gegenüber nach drei Sekunden nicht, wer Sie sind und unter welcher Nummer Sie zu erreichen sind, muss das Design überarbeitet werden.
Auch die Reihenfolge zählt. Am auffälligsten sollte der Name oder der Firmenname stehen, je nachdem, ob Sie sich selbst oder eine Marke verkaufen. Darunter folgen Position oder Branche und zum Schluss die Kontaktdaten in einem geschlossenen Block.
- Vor- und Nachname – das größte Textelement, wenn es eine persönliche Karte ist.
- Position oder Fachgebiet – eine kurze Bezeichnung, z. B. „Finanzierungsberater“.
- Firmenname und Logo – das Logo als Vektordatei, kein Screenshot.
- Telefonnummer – gut lesbar und in Ziffernblöcken gegliedert, z. B. +49 151 2345 6789.
- E-Mail-Adresse – am besten eine geschäftliche mit der Domain Ihrer Website.
- Website – ohne „https://“, die Domain genügt.
- Adresse – nur, wenn Kunden zu Ihnen kommen (Laden, Praxis, Werkstatt).
Was gehört nicht auf eine Visitenkarte?
Der häufigste Fehler ist der Versuch, alles unterzubringen: drei Telefonnummern, fünf Social-Media-Icons, das komplette Angebot und dazu ein Werbeslogan. Heraus kommt kleiner, gedrängter Text, den niemand liest. Wählen Sie besser zwei bis drei Hauptkontaktwege und verlagern Sie den Rest auf die Website oder in einen QR-Code.
- Mehrere Telefonnummern ohne Erklärung – bleiben Sie bei einer Hauptnummer.
- Sämtliche Social-Media-Profile – wählen Sie das, auf dem Sie wirklich aktiv sind.
- Komplette Preisliste und lange Leistungslisten – sie ändern sich schneller, als die Auflage verbraucht ist.
- Private E-Mail-Adresse mit ungewöhnlichem Namen – das kostet Glaubwürdigkeit.
- Fotos in niedriger Auflösung und Stockfoto-Hintergründe, die den Text übertönen.
- Zier- und Handschriften in den Kontaktdaten – heben Sie diese allenfalls für den Namen auf.
- Wichtige Elemente direkt an der Kante und dünne Rahmen entlang der Kante – beim Schneiden können sie schief wirken.
Format, Beschnitt und Schriftgröße auf der Visitenkarte
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist 85×55 mm Standard. Das entspricht etwa der Größe einer Bankkarte. In Polen und einigen osteuropäischen Ländern ist 90×50 mm üblich. Geben Sie bei jedem Format rundum 3 mm Beschnitt dazu: Hintergründe und Grafiken, die bis zur Kante reichen, müssen über das Endformat hinauslaufen. Texte und Logo gehören in den Sicherheitsabstand, mindestens 3–4 mm von der Schnittlinie entfernt.
Setzen Sie die Kontaktdaten in 7–8 pt, den Namen meist in 10–14 pt. Unter 7 pt sollten Sie nur mit einer schlichten, klaren serifenlosen Schrift gehen. Bei heller Schrift auf dunklem Grund oder bei dünnen Schnitten (Light, Thin) bleiben Sie lieber bei 8–9 pt. Kleinen schwarzen Text legen Sie nur in K 100 % an, nicht in vierfarbigem Schwarz, damit er bei Passerungenauigkeiten nicht unscharf wird.
| Format | Endformat | Datei mit 3 mm Beschnitt | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Europäischer Standard (DE, AT, CH) | 85×55 mm | 91×61 mm | Etwa im Bankkartenformat, im deutschsprachigen Raum am verbreitetsten |
| Format 90×50 mm | 90×50 mm | 96×56 mm | Standard in Polen und Teilen Osteuropas, passt in viele dortige Visitenkartenetuis |
| Quadrat | 65×65 mm | 71×71 mm | Kreativbranchen, Auffallen durch die Form |
Was kommt auf die Rückseite der Visitenkarte?
Die Rückseite bietet Platz für alles, was vorne nicht ohne Gedränge unterzubringen ist. Bewährt hat sich eine klare Aufteilung: Auf einer Seite steht nur das Logo oder der Name auf farbigem Grund, auf der anderen stehen alle Angaben. So wirkt die Karte aufgeräumt und transportiert sofort die Marke.
Beide Seiten sollten dieselben Farben und Schriften verwenden. Beachten Sie, dass beidseitiger Druck meist mehr kostet. Außerdem sollte die Rückseite nicht überladen sein: Haben Sie keinen sinnvollen Inhalt dafür, wählen Sie lieber eine einheitliche Markenfarbe.
- Logo vollflächig auf der Hausfarbe.
- QR-Code zur Website, zum Portfolio oder zur elektronischen Visitenkarte (vCard).
- Kurze Liste mit 3–4 Hauptleistungen.
- Anfahrtsskizze oder Öffnungszeiten – für Geschäfte und Praxen.
- Feld für den nächsten Termin – für Salons und Praxen (dann ungestrichenes bzw. nicht kaschiertes Papier wählen, damit man darauf schreiben kann).
QR-Code auf der Visitenkarte: So funktioniert er zuverlässig
Ein QR-Code auf der Visitenkarte führt meist zur Website oder zum Firmeneintrag in Kartendiensten. Alternativ speichert er den Kontakt direkt im Handy (vCard-Format). Ein vCard-Code enthält viele Daten. Er ist deshalb dichter und muss größer gedruckt werden. Ein kurzer Link ergibt dagegen einen einfacheren Code, der sich leichter scannen lässt.
Auf der Visitenkarte sollte der Code mindestens ca. 15–20 mm Kantenlänge haben und rundum einen freien Rand aufweisen (die sogenannte Ruhezone, mindestens 4 Module). Drucken Sie ihn dunkel auf hellem Grund, ohne invertierte Farben und ohne ein Logo, das zu viel davon verdeckt. Scannen Sie ihn vor dem Druck mit mehreren Handys von einem Ausdruck im Maßstab 1:1.
- Verwenden Sie den Code als Vektordatei (SVG, PDF) oder als hochauflösendes PNG.
- Wenn sich die Zieladresse ändern könnte, ist ein dynamischer Code mit Weiterleitung eine Überlegung wert.
- Ergänzen Sie eine kurze Beschriftung, z. B. „Kontakt speichern“ oder „Portfolio ansehen“.
Papier und Veredelung der Visitenkarte
Übliche Grammaturen für Visitenkarten liegen bei 300–400 g/m², am häufigsten sind 350 g/m². Dünneres Papier knickt im Portemonnaie. Dickeres Papier (z. B. 600 g/m² oder kaschierte Papiere) wirkt hochwertig, kostet aber mehr. Die Wahl hängt von Budget und Branche ab. Verteilt eine Firma Hunderte Karten auf Messen, zählt der Preis. Bei Architekten oder Juwelieren zählt das Gefühl in der Hand.
Veredelungen wie partieller UV-Lack oder Heißfolienprägung erfordern meist eine eigene Ebene oder eine separate Maskendatei. Ihre Elemente sollten nicht zu fein und filigran sein, sonst laufen sie zu oder prägen sich nicht sauber aus. Die genauen Mindestwerte nennt Ihnen die jeweilige Druckerei.
| Veredelung | Wirkung | Wann wählen |
|---|---|---|
| Matte Kaschierung | Elegant, zurückhaltend, weniger Fingerabdrücke | Universell, Business-Dienstleistungen |
| Glänzende Kaschierung | Leuchtendere Farben, Glanz | Designs mit Fotos und kräftigen Farben |
| Soft-Touch-Kaschierung | Samtige Haptik, Premium-Effekt | Luxus- und Kreativbranchen |
| Partieller UV-Lack | Ausgewählte Elemente glänzen, z. B. das Logo | Logo auf mattem Grund hervorheben |
| Heißfolienprägung (Gold, Silber) | Metallischer Folienglanz | Juweliere, Anwälte, Hochzeitsbranche |
| Abgerundete Ecken | Weichere Form, robustere Ecken | Freundliche Branchen, Kinderprodukte, Beauty |
| Unkaschiertes Papier | Natürliche Oberfläche, beschreibbar | Wenn Kunden etwas von Hand ergänzen sollen |
Visitenkarten für verschiedene Berufe: Was Sie hervorheben sollten
Die Angaben sind in jeder Branche ähnlich, die Schwerpunkte aber verschieden. Die Karte eines Installateurs, die der Kunde an den Kühlschrank heftet, hat eine andere Aufgabe als die Karte einer Anwältin, die Vertrauen schaffen soll. Fragen Sie sich vor dem Gestalten: Was macht der Kunde in einer Woche mit dieser Karte?
Wenn Sie nicht bei null anfangen möchten, können Sie bei plakaty.shop (wielkareklama.eu studio) ein Visitenkartendesign im Format 85×55 mm, 90×50 mm oder quadratisch 65 mm bestellen. Sie erhalten eine druckfertige PDF-Datei mit 3 mm Beschnitt. Eine passend zur Vorderseite gestaltete Rückseite gibt es gegen Aufpreis.
| Beruf / Branche | Was hervorheben | Idee für die Rückseite |
|---|---|---|
| Handwerker (Installateur, Elektriker) | Große Telefonnummer, Leistungsspektrum | Leistungsliste, Einsatzgebiet |
| Friseur, Kosmetik, Praxis | Name des Salons, Telefon für Terminbuchung | Terminfeld, QR-Code zur Online-Buchung |
| Anwalt, Berater, Steuerberater | Vor- und Nachname, Titel, Fachgebiet | Dezentes Logo, Kanzleiadresse |
| Grafiker, Fotograf, Architekt | Markenname, visueller Stil | Arbeitsprobe oder QR-Code zum Portfolio |
| Gastronomie | Logo, Adresse, Öffnungszeiten | Anfahrtsskizze, QR-Code zur Speisekarte |
| Vertrieb, Außendienst | Name, Position, Mobilnummer | Firmenlogo, QR-Code mit vCard |
Checkliste
- Endformat 85×55 mm oder 90×50 mm, Datei mit rundum 3 mm Beschnitt
- Texte und Logo mindestens 3–4 mm von der Schnittlinie entfernt
- Kontaktdaten mind. 7–8 pt, Name deutlich größer
- Datei in CMYK, Bilder mit 300 DPI, Logo als Vektor
- Kleiner schwarzer Text nur in K 100 %
- QR-Code mind. ca. 15–20 mm, am Ausdruck mit mehreren Handys getestet
- Name, Telefonnummer, E-Mail und Website laut vorgelesen und geprüft
- Beide Seiten in denselben Farben und Schriften
- Veredelungen als eigene Ebene oder Datei angelegt, falls die Druckerei das verlangt
Häufige Fragen
Welches Standardmaß hat eine Visitenkarte in Deutschland?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz misst die Standard-Visitenkarte 85×55 mm, das entspricht etwa der Größe einer Bankkarte. In Polen und Teilen Osteuropas ist dagegen 90×50 mm üblich. Bei beiden Formaten kommen in der Datei rundum 3 mm Beschnitt dazu.
Wie klein darf die Schrift auf einer Visitenkarte sein?
Kontaktdaten setzen Sie am besten in 7–8 pt, den Namen meist in 10–14 pt. Kleinere Schrift ist oft schwer lesbar, vor allem bei dünnen Schnitten und heller Schrift auf dunklem Grund. In solchen Fällen sind 8–9 pt die sichere Wahl.
Lohnt sich ein QR-Code auf der Visitenkarte?
Ja, wenn er zu etwas Nützlichem führt, etwa zur Website, zum Portfolio oder zur Online-Buchung, oder wenn er den Kontakt im Handy speichert. Der Code sollte mindestens ca. 15–20 mm Kantenlänge und rundum einen freien Rand haben. Testen Sie ihn immer an einem Ausdruck, bevor Sie die gesamte Auflage bestellen.
Welches Papier eignet sich für Visitenkarten?
Am häufigsten wird Bilderdruckpapier mit 350 g/m² verwendet. Es ist steif und knickt im Portemonnaie nicht. Beliebt sind matte oder Soft-Touch-Kaschierungen. Sollen Ihre Kunden etwas auf die Karte schreiben, wählen Sie unkaschiertes Papier.
Was schreibt man auf die Rückseite einer Visitenkarte?
Auf der Rückseite bewähren sich ein Logo auf farbigem Grund, ein QR-Code, eine kurze Leistungsliste, Öffnungszeiten oder ein Terminfeld. Wichtig ist, dass sie farblich zur Vorderseite passt. Haben Sie keinen sinnvollen Inhalt, genügt eine einheitliche Markenfarbe.
In welchem Format schicke ich die Visitenkarte an die Druckerei?
Am sichersten als PDF in CMYK, im Endformat plus rundum 3 mm Beschnitt und mit Bildern in 300 DPI. Die Schriften sollten eingebettet oder in Pfade umgewandelt sein. Prüfen Sie vor dem Versand, dass kein Text näher als 3–4 mm an der Schnittkante liegt.


