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Werbung für die Arztpraxis: Flyer, Plakate und Grafiken – Ideen und Beispiele

Branchen8 Min. Lesezeit · Aktualisiert:

Kurz gesagt

Eine Praxis präsentiert sich am besten mit sachlichen Informationsmaterialien: einer Visitenkarte im Format 85×55 mm (alternativ 90×50 mm) auf 350 g/m² Karton mit Feld für den nächsten Termin, einem Flyer in A5 oder DL auf 130–170 g/m² Bilderdruckpapier sowie einem Plakat in A3 oder A2 für Wartezimmer und Schaufenster. Legen Sie die Dateien mit 300 DPI und 3 mm Beschnitt an, setzen Sie den Fließtext des Flyers in mindestens 10–12 pt und kommunizieren Sie als Ärztin, Arzt, Zahnärztin oder Zahnarzt ausschließlich Fakten (Leistungsspektrum, Qualifikationen, Adresse, Sprechzeiten) – ohne Heilversprechen und ohne werbliche Sprache.

Beispielentwürfe für diese Branche

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Patientinnen und Patienten wählen eine Praxis anders aus als eine Pizzeria: Sie suchen Vertrauen, klare Informationen und einen einfachen Weg zum Termin. Im Gesundheitswesen funktionieren deshalb ruhige, gut lesbare und sachliche Materialien. Im Folgenden erfahren Sie, welche Drucksachen und Grafiken am wichtigsten sind, und finden 10 praktische Ideen, Textbeispiele, Tipps zur Farbwahl, einen Jahreskalender mit passenden Anlässen sowie die Fehler, die die Wirkung am häufigsten verderben oder Ärger mit der Kammer nach sich ziehen können.

Information oder Werbung? Was Praxen in Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen

Ärztinnen, Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte dürfen über ihre Leistungen informieren, doch Inhalt und Form müssen sachlich bleiben – anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung untersagen die jeweiligen Berufsordnungen bzw. Standesregeln. In der Praxis heißt das: Leistungsspektrum, Fachgebiet, Qualifikationen, Adresse, Sprechzeiten, Terminvereinbarung und Preisliste sind unproblematisch. Wertende Slogans, Vergleiche mit Mitbewerbern, Aktionen wie „zweite Behandlung gratis“ und Erfolgsversprechen dagegen nicht.

Für Apotheken gelten eigene, strenge Werberegeln, deren Details sich je nach Land unterscheiden – lassen Sie Ihre Materialien daher im Zweifel vorab prüfen und beschränken Sie sich auf sachliche Angaben wie Standort und Öffnungszeiten. Für Physiotherapeuten, Psychologen und Psychotherapeuten gelten eigene Vorschriften und Berufs- bzw. Ethikrichtlinien; prüfen Sie vor dem Druck die Regeln Ihrer Kammer oder Ihres Berufsverbands. Ernährungsberater haben mehr Spielraum, unterliegen aber dem Irreführungsverbot – verzichten Sie also auch hier auf Garantien wie „Sie nehmen 10 kg ab“.

Welche Materialien in der Praxis am wichtigsten sind – und warum

Im Gesundheitswesen leisten jene Materialien die meiste Arbeit, die Patienten in die Hand bekommen oder im Wartezimmer sehen. Eine Visitenkarte mit Terminfeld auf der Rückseite wandert ins Portemonnaie und kommt bei der Anmeldung wieder zum Vorschein. Informationsflyer und Preisliste beantworten Fragen, die sonst am Telefon gestellt würden, und Praxisschild sowie Türaufkleber helfen, die richtige Adresse zu finden.

Social-Media-Grafiken und ein Banner für die Website ergänzen die Drucksachen: Dort veröffentlichen Sie Sprechzeiten, Änderungen im Praxisbetrieb und organisatorische Hinweise. Halten Sie einen einheitlichen Stil über alle Materialien hinweg ein, denn Konsistenz vermittelt Ordnung und Professionalität.

MaterialTypisches FormatZweck
Visitenkarte / Terminkarte85×55 mm oder 90×50 mm, Karton 350 g/m²Kontakt + Rückseite mit Feld für Datum und Uhrzeit des Termins
InformationsflyerA5, DL oder A6, Bilderdruck 130–170 g/m²Leistungsspektrum, Vorbereitung auf den Termin, Anfahrt
PreislisteA4 oder A5, DL zum MitgebenSachliche Übersicht über Leistungen und Preise
PlakatA3 oder A2, im Schaufenster A1Sprechzeiten, Regeln zur Terminvergabe, Hinweise im Wartezimmer
Praxisschild / Tafelz. B. 60 oder 100 cm breitKennzeichnung von Eingang und Praxisname
Roll-up85×200 cmGesundheitsmessen, Tage der offenen Tür, Schulfeste
Post und Story1080×1080 px, 1080×1920 pxOrganisatorische und informative Hinweise

10 Ideen für Praxismaterialien

Jede dieser Ideen bleibt im Rahmen sachlicher Information und eignet sich daher für die Zahnarztpraxis ebenso wie für Physiotherapie oder Ernährungsberatung.

Was auf den Flyer oder das Plakat der Praxis gehört – Textbeispiele

Der beste Text beantwortet die Fragen der Patienten: Wer behandelt, wobei wird geholfen, wo, wann und wie vereinbart man einen Termin? Beginnen Sie mit einer Überschrift, die die Leistung beschreibt, führen Sie dann das Leistungsspektrum in Stichpunkten auf und platzieren Sie die Kontaktdaten unten. Telefonnummer und Website sind die wichtigsten Elemente – geben Sie ihnen eine deutlich sichtbare Größe.

Die folgenden Beispiele sind neutral und sachlich. Sie können sie an Ihr Fachgebiet anpassen, sollten dabei aber den informativen Ton beibehalten.

Welche Farben und welcher Stil zur Praxis passen

Im Gesundheitswesen bewähren sich ruhige, klare Farben: Blau- und Petroltöne, Salbeigrün, helle Grautöne und viel Weiß. In der Kinderarzt- oder Kinderzahnarztpraxis können Sie wärmere Akzente setzen, etwa Gelb oder Koralle. Zu psychologischen Praxen passen warme, gedämpfte Töne wie Sand oder ein gedecktes Grün, die nicht an ein Krankenhaus erinnern.

Setzen Sie auf eine schlichte serifenlose Schrift, großzügige Abstände und eine einzige Akzentfarbe. Patienten unterschiedlichen Alters lesen Kleingedrucktes schlechter, daher sollte der Flyertext mindestens 10–12 pt groß sein und einen hohen Kontrast zum Hintergrund haben; die Barrierefreiheitsrichtlinien WCAG nennen für normalen Text einen Mindestwert von 4,5:1. Vermeiden Sie hellgrauen Text auf weißem Grund und Schrift auf Fotos.

FachrichtungGrundfarbenAkzent und Stil
ArztpraxisWeiß, Dunkelblau, kühles HellblauMinimalistisch, viel Weißraum
ZahnarztWeiß, Türkis, HellgrauKlar, modern; für Kinder Gelb oder Koralle
PhysiotherapieGrün, Graphit, WeißDynamische Linien, schlichte Icons
ErnährungsberatungSalbeigrün, Creme, WeißNatürlich, leicht, Gemüse-Illustrationen
Psychologische PraxisSand, gedecktes Grün, BeigeWarm, ruhig, weiche Formen

Jahreskalender mit Anlässen für die Praxis

Statt auf Aktionen setzen Sie auf Zeitpunkte, zu denen Patienten ohnehin nach Informationen suchen. Planen Sie Ihre Materialien mit einigen Wochen Vorlauf, damit Gestaltung, Druck und Veröffentlichung rechtzeitig fertig sind.

ZeitraumAnlassWas Sie vorbereiten
JanuarNeujahrsvorsätzeErnährungsberatung, Physiotherapie: Flyer zu Beratungsterminen, informative Posts
FrühlingZurück zu mehr BewegungPhysiotherapie: Plakat zu Beratungsterminen, Roll-up für Laufveranstaltungen
Vor den SommerferienGeänderte Sprechzeiten, PraxisurlaubPlakat und Post mit den Sprechzeiten im Sommer
Ende der SommerferienSchulbeginnZahnarzt, Kinderarzt: Flyer zu Kontrolluntersuchungen für Kinder, Urkunden
HerbstErkältungszeit, ImpfungenInformationsplakat mit Sprechzeiten und Regeln zur Terminvergabe
DezemberWeihnachten und JahresendeKarte für Stammpatienten, Hinweis auf die Sprechzeiten über die Feiertage
GanzjährigEröffnung, Umzug, neue Kollegin oder neuer KollegeBanner, Praxisschild, Informationsflyer zu neuer Adresse oder erweitertem Leistungsspektrum

Typische Fehler bei Praxismaterialien

Die häufigsten Probleme entstehen, wenn der Stil klassischer Produktwerbung auf das Gesundheitswesen übertragen wird oder wenn es vor dem Druck zu schnell gehen muss. Viele davon entdecken Sie, wenn Sie den fertigen Entwurf laut vorlesen und ihn mit den Augen eines älteren Menschen betrachten.

So bereiten Sie den Entwurf schnell für den Druck vor

Für den Druck benötigen Sie eine PDF-Datei im Endformat mit 3 mm Beschnitt, wichtige Inhalte mindestens 3–5 mm von der Schnittlinie entfernt und Rastergrafiken mit 300 DPI im Maßstab 1:1. Roll-ups und Banner nehmen Großformatdruckereien meist im Maßstab 1:10 an. Wenn Sie keinen Grafiker haben, füllen Sie bei plakaty.shop (wielkareklama.eu studio) ein kurzes Formular mit Text und Farben aus und erhalten nach wenigen Minuten fertige Entwürfe als PNG und druckfertiges PDF – ein Paket mit einem Entwurf kostet 12 €.

Unabhängig davon, wer den Entwurf erstellt hat: Lesen Sie vor dem Druck selbst alle Texte, Namen, Berufsbezeichnungen, Telefonnummern und Adressen gegen. Im Gesundheitswesen kostet ein einziger Fehler in der Nummer der Anmeldung verlorene Termine.

Checkliste

  • Der Inhalt ist informativ: keine Erfolgsversprechen, Superlative oder Aktionen auf Leistungen
  • Vorname, Nachname, Titel und Fachgebiet korrekt geschrieben
  • Telefonnummer, Adresse und Sprechzeiten Ziffer für Ziffer geprüft
  • Schriftgröße des Fließtexts mindestens 10–12 pt, hoher Kontrast zum Hintergrund
  • 3 mm Beschnitt und Sicherheitsabstand zur Schnittlinie
  • Grafiken mit 300 DPI im Maßstab 1:1 (Großformate im Maßstab 1:10)
  • Rückseite der Visitenkarte mit Feld für Datum und Uhrzeit des Termins
  • Stil und Farben passend zu den übrigen Materialien der Praxis

Häufige Fragen

Darf eine Ärztin oder ein Arzt für die eigene Praxis werben?

Ärztinnen, Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte dürfen über ihre Leistungen informieren, Inhalt und Form müssen jedoch sachlich bleiben – anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung ist berufsrechtlich untersagt. Erlaubt sind Fakten: Fachgebiet, Leistungsspektrum, Adresse, Sprechzeiten und Preise. Wertende Slogans, Rabatte auf Behandlungen und Erfolgsversprechen sind unzulässig.

Was gehört auf den Flyer einer Zahnarztpraxis?

Nennen Sie den Praxisnamen, Vor- und Nachnamen der Zahnärztin bzw. des Zahnarztes, das Leistungsspektrum, Adresse, Sprechzeiten und den Weg zur Terminvereinbarung. Gut bewähren sich auch kurze Hinweise zur Vorbereitung auf den Termin und zur Barrierefreiheit. Verzichten Sie auf Begriffe wie „schmerzfrei“ und auf Vorher-nachher-Fotos.

Welches Flyerformat eignet sich für eine Praxis?

Am häufigsten wird A5 oder DL (99×210 mm) auf 130–170 g/m² Bilderdruckpapier gewählt. DL passt gut in Briefumschläge und Prospektständer im Wartezimmer, A5 bietet mehr Platz für eine Preisliste oder eine Anleitung. A6 eignet sich für einen kurzen Hinweis mit Kontaktdaten.

Darf eine Apotheke Flyer verteilen?

Grundsätzlich ja, doch für Apotheken gelten im deutschsprachigen Raum strenge Werberegeln, deren Details sich von Land zu Land unterscheiden. Unproblematisch sind sachliche Informationen wie Standort und Öffnungszeiten; Flyer mit Rabattaktionen, anpreisenden Slogans oder Treueprogrammen sind dagegen riskant. Lassen Sie den Text im Zweifel von einer Rechtsanwältin, einem Rechtsanwalt oder Ihrer Apothekerkammer prüfen.

Welche Farben passen am besten zu einer Physiotherapie- oder Ernährungsberatungspraxis?

Zur Physiotherapie passen Grün oder Dunkelblau mit Graphit und Weiß, zur Ernährungsberatung Salbeigrün, Creme und Weiß. Wählen Sie eine Akzentfarbe und setzen Sie sie konsequent auf allen Materialien ein. Achten Sie auf einen hohen Textkontrast, damit Menschen jeden Alters den Flyer mühelos lesen können.

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