So gestalten Sie ein Etikett für Glas, Flasche oder Kosmetik
Um ein Etikett zu gestalten, messen Sie den geraden Teil der Verpackung aus. Bei Gläsern und Flaschen ergibt sich die Etikettenlänge aus dem Umfang π × Durchmesser minus 3–5 mm Spalt. Legen Sie die Datei im Endformat mit 3 mm Beschnitt, 2–3 mm Sicherheitsabstand und Bildern mit 300 DPI im Maßstab 1:1 an. Auf die Vorderseite gehören Name und Art des Produkts. Die Pflichtangaben (Zutaten bzw. Inhaltsstoffe, Gewicht oder Volumen, Hersteller, Datum) setzen Sie in einer kontrastreichen serifenlosen Schrift, in der Regel nicht kleiner als 6–7 pt. Für Kosmetik und gekühlte Produkte wählen Sie PP-Folie, für trockene Lebensmittel genügt selbstklebendes Papier.
Das Etikett ist die kleinste Werbefläche, die Sie je gestalten werden, und zugleich die anspruchsvollste. Es muss auf eine gewölbte Oberfläche passen, Feuchtigkeit oder fettige Finger aushalten und die Kennzeichnungspflichten erfüllen. Und es soll innerhalb einer Sekunde zum Kauf animieren. Im Folgenden finden Sie einen praxisnahen Ablauf Schritt für Schritt: vom Ausmessen des Glases über die Pflichtangaben und die Druckdatei bis zur Wahl von Material und Banderole.
Wie messen Sie die Verpackung aus und bestimmen das Etikettenformat?
Beginnen Sie mit der echten Verpackung, nicht mit dem Foto aus dem Lieferantenkatalog. Messen Sie mit einem Messschieber den Durchmesser und die Höhe des geraden Wandabschnitts, also des Bereichs ohne Einschnürungen, Gewinde und abgerundeten Boden. Ein Etikett auf einer Wölbung oder einem Konus wirft Falten und löst sich. Planen Sie seine Höhe deshalb 5–10 mm kleiner als den geraden Abschnitt.
Die Länge eines Rundumetiketts berechnen Sie mit der Formel: Umfang = π × Durchmesser. Sollen sich die Enden nicht berühren, ziehen Sie 3–5 mm Spalt ab. Beim ungleichmäßigen Etikettieren von Hand wirkt eine knappe Überlappung sonst schnell unsauber. Soll das Etikett die Verpackung vollständig umschließen, geben Sie 5–10 mm Überlappung hinzu. Auf diesem Bereich dürfen weder Text noch Strichcode stehen. Ein Beispiel: Ein Glas mit 72 mm Durchmesser hat einen Umfang von ca. 226 mm. Ein Rundumetikett mit Spalt ist also ca. 221–223 mm lang.
Konische Verpackungen wie Becher und manche Gläser und Flaschen brauchen ein Etikett in Form eines Kreisringsegments, ein sogenanntes Bogenetikett. Ein Rechteck sitzt auf einem Konus schief. Konstruieren Sie die Schablone daher aus beiden Durchmessern und der Höhe oder fragen Sie die Druckerei nach einer fertigen Stanzkontur.
- Messen Sie mehrere Exemplare, denn Gläser und Flaschen aus einer Charge können um 1–2 mm voneinander abweichen.
- Drucken Sie den Entwurf auf normales Papier, schneiden Sie ihn aus und halten Sie ihn an die Verpackung, bevor Sie die Auflage bestellen.
- Prüfen Sie, ob das Etikett Prägungen, die Formnaht oder den Bereich für den Verschluss verdeckt.
Welche Etikettenform sollten Sie wählen?
Die Form hängt von der Verpackungsoberfläche ab und davon, wie viel Inhalt untergebracht werden muss. Das Rechteck ist am günstigsten zu stanzen und bietet den meisten Platz. Kreis und Oval wirken auf Deckeln und flachen Vorderseiten besser. Eine individuelle Stanzform hebt das Produkt hervor, erhöht aber die Kosten und macht die Datenaufbereitung aufwendiger.
| Form | Wo sie sich bewährt | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Rechteck mit abgerundeten Ecken | Gläser, Flaschen, Tuben, Schachteln | Ecken mit 2–3 mm Radius lösen sich seltener als spitze |
| Rundumetikett | Flaschen, Gläser mit viel Text | Überlappung ohne Text, Spalt oder Überlappung von 5–10 mm |
| Kreis | Glasdeckel, Dosenböden, Siegel | Wenig Platz für Angaben, Text gerade setzen, nicht im Kreis führen |
| Oval | Vorderseiten von Flaschen und Gläsern im Premium-Stil | Sicherheitsabstand von der Kurve aus messen, nicht vom umgebenden Rechteck |
| Sonderform | Saisonale und limitierte Produkte, Manufakturmarken | Erfordert eine vektorielle Stanzkontur und meist ein teureres Stanzverfahren |
Welche Angaben müssen auf das Etikett?
Welche Informationen Pflicht sind, hängt von der Produktkategorie ab. Für Lebensmittel gelten andere Vorgaben als für Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel, Haushaltschemie oder Alkohol. Die Vorschriften ändern sich und sind oft sehr detailliert. Prüfen Sie daher vor dem Druck die aktuellen Anforderungen für Ihre Kategorie, etwa bei einer Fachberatung, der zuständigen Lebensmittelüberwachung, einem Branchenverband oder beim Rohstofflieferanten. Die folgende Liste zeigt typische Felder, für die Sie im Entwurf Platz einplanen müssen.
Der häufigste Fehler: Es wird nur die Vorderseite gestaltet, und die Angaben werden in letzter Minute in winziger Schrift hineingequetscht. Reservieren Sie auf dem Etikett von Anfang an ein Informationsfeld, meist auf der Rückseite oder seitlich, und lassen Sie dort Reserve für eine längere Zutatenliste. Bei Lebensmitteln schreibt das EU-Recht eine Mindesthöhe des kleinen x von 1,2 mm vor, auf sehr kleinen Verpackungen 0,9 mm. Das entspricht in der Praxis je nach Schriftart einer Schriftgröße von etwa 6–7 pt und mehr.
- Produktname und Produktart (z. B. Konfitüre, Handcreme).
- Zusammensetzung bzw. Zutatenliste, gegebenenfalls mit hervorgehobenen Allergenen.
- Nettofüllmenge oder Nennvolumen.
- Hersteller bzw. verantwortliche Person: Name und Anschrift.
- Mindesthaltbarkeitsdatum, Verbrauchsdatum oder Haltbarkeit nach dem Öffnen (Symbol des geöffneten Tiegels bei Kosmetik).
- Chargennummer, Lagerbedingungen, Gebrauchsanweisung und Warnhinweise, sofern die Kategorie dies verlangt.
- EAN-Strichcode, wenn Sie über Handelsketten oder Geschäfte mit Scannerkassen verkaufen.
Wie bereiten Sie die Etikettendatei für den Druck vor?
Legen Sie den Entwurf von Anfang an im endgültigen Format im Maßstab 1:1 an. Fügen Sie auf jeder Seite 3 mm Beschnitt hinzu (Hintergrund und Grafiken reichen über die Schnittlinie hinaus). Halten Sie außerdem einen Sicherheitsabstand von 2–3 mm nach innen ein, in dem Sie keine Texte, Logos oder Codes platzieren. Fotos und Rastergrafiken legen Sie mit 300 DPI in Druckgröße an. Texte und Logos sollten möglichst als Vektoren vorliegen.
Kleine Schrift setzen Sie in reinem Schwarz (100 % K), nicht als CMYK-Mischung. Schon bei minimalem Passerversatz verschwimmen sonst die Buchstaben. Auf transparenter oder metallisierter Folie planen Sie einen Weißunterdruck unter allen Elementen ein, die deckend wirken sollen, sonst scheinen die Farben durch. Die Stanzkontur für nicht rechteckige Formen legen Sie gemäß den Vorgaben der Druckerei als eigene Ebene oder als Sonderfarbe an.
- Farben: CMYK oder mit der Druckerei abgestimmte Sonderfarben.
- Strichcode: schwarze Striche auf weißem Grund, nicht unter das vorgeschriebene Mindestmaß skalieren; auf schmalen Flaschen so drehen, dass die Striche waagerecht verlaufen.
- Schriften in Pfade umgewandelt oder im PDF eingebettet.
- Export: Druck-PDF mit sichtbarem Beschnitt.
Aus welchem Material sollte das Etikett sein?
Das Material richtet sich nach den Bedingungen, unter denen das Produkt verwendet wird. Ein Honigglas im trockenen Regal verträgt Papier. Eine Flasche im Kühlschrank, ein Shampoo im Bad oder ein Öl in der Handtasche brauchen dagegen eine wasser- und fettbeständige Folie. Zusätzlich können Sie den Druck mit einer glänzenden, matten oder Soft-Touch-Laminierung vor Abrieb schützen.
| Material | Vorteile | Am besten geeignet für |
|---|---|---|
| Selbstklebendes Bilderdruckpapier (seidenmatt oder matt) | Günstig, gute Farbwiedergabe, leicht beschriftbar | Trockene Lebensmittel, Tee, Gewürze, Gläser ohne Wasserkontakt |
| Strukturpapier oder Recyclingpapier | Edle Manufakturoptik | Wein, Likör, Honig, Premiumprodukte; idealerweise mit Laminierung oder Lack |
| Weiße PP-Folie | Wasserfest, ölbeständig, reißfest | Kosmetik, Getränke, Kühlprodukte |
| Transparente Folie | Wirkt wie direkt auf das Glas gedruckt | Glasflaschen und Gläser; erfordert Weißunterdruck |
| Metallisierte Folie (silber, gold) | Metalleffekt ohne Heißfolienprägung | Premiumlinien, Weihnachtseditionen |
| Weiche PE-Folie | Flexibel, arbeitet mit der Verpackung mit | Tuben und Quetschflaschen |
Wie sorgen Sie für gute Lesbarkeit im Regal?
Kundinnen und Kunden betrachten das Regal aus etwa einem Schritt Entfernung und müssen im ersten Moment zwei Dinge verstehen: Was ist das, und von wem ist es? Legen Sie eine klare Hierarchie fest: Name oder Produktart in der größten Schrift, dann die Marke, erst danach Geschmack, Variante und Slogan. Auf einem runden Glas lässt sich von vorne bequem etwa ein Drittel des Umfangs lesen. Platzieren Sie die wichtigsten Elemente daher mittig in diesem Bereich.
Kontrast ist wichtiger als eine Trendfarbe. Hellgrauer Text auf cremefarbenem Grund oder eine dünne Schrift auf einem Foto gehen im Licht der Ladenbeleuchtung unter. Wenn Sie mehrere Produktvarianten haben, behalten Sie das Layout bei und ändern Sie nur die Leitfarbe. So bildet die Serie im Regal einen einheitlichen Block.
- Höchstens 2 Schriftarten: eine dekorative für den Namen, eine serifenlose für die Angaben.
- Lassen Sie Freiraum um den Namen, damit er nicht in Verzierungen untergeht.
- Prüfen Sie den Entwurf im Maßstab 1:1 auf einem Ausdruck, nicht nur vergrößert am Bildschirm.
- Bei transparenter Folie beurteilen Sie die Lesbarkeit vor dem Glasinhalt, nicht auf weißem Hintergrund.
Wann lohnt sich eine Banderole und wie wird sie gestaltet?
Eine Banderole ist ein Streifen, der um die Verpackung gelegt oder über den Verschluss geklebt wird. Sie erfüllt drei Aufgaben: Sie dient als Originalitätssiegel (ein Riss zeigt, dass das Produkt geöffnet wurde), bietet zusätzliche Fläche für Informationen und ist ein dekoratives Element, etwa in Geschenksets. Eine Banderole über den Deckel wird als schmales Rechteck angelegt. Ihre Länge ergibt sich aus: Höhe des Deckelrands × 2 + Durchmesser + jeweils gut zehn Millimeter, die auf die Glaswand hinunterreichen.
Eine Banderole rund um ein Glas oder eine Schachtel ist so lang wie der Umfang plus 10–15 mm Überlappung zum Verkleben. Für Siegel wählen Sie zerstörbare Materialien oder Sicherheitsfolien, die beim Ablöseversuch reißen. Für dekorative Banderolen eignen sich Papier oder Folie passend zum Hauptetikett. Etikett, Banderole und gegebenenfalls Anhänger sollten Farbgebung und Typografie teilen. Bei plakaty.shop können Sie Etikett und Banderole in jedem beliebigen Format gestalten lassen, inklusive PDF-Datei mit 3 mm Beschnitt, in Paketen ab 12 €.
Checkliste
- Format an der echten Verpackung und an einem ausgeschnittenen Papierprobedruck geprüft
- 3 mm Beschnitt und 2–3 mm Sicherheitsabstand in der Datei angelegt
- Grafiken mit 300 DPI im Maßstab 1:1, kleine Schrift in 100 % K
- Pflichtangaben mit den aktuellen Vorschriften für die Produktkategorie abgeglichen
- Zutaten, Füllmenge, Herstelleranschrift und Daten Wort für Wort gegengelesen
- Strichcode in der vorgeschriebenen Größe, auf weißem Grund und mit Ruhezonen
- Material passend zu Feuchtigkeit, Fett und Lagertemperatur gewählt
- Weißunterdruck bei transparenter oder metallisierter Folie eingeplant
- Stanzkontur bei nicht rechteckiger Form als eigene Ebene angelegt
Häufige Fragen
Wie berechne ich das Etikettenformat für ein Glas?
Messen Sie den Durchmesser des Glases und multiplizieren Sie ihn mit 3,14, um den Umfang zu erhalten. Ziehen Sie davon 3–5 mm Spalt ab, wenn sich die Enden nicht berühren sollen, oder geben Sie 5–10 mm hinzu, wenn das Etikett überlappen soll. Die Höhe planen Sie 5–10 mm kleiner als den geraden Wandabschnitt.
Mit welchem Programm gestaltet man Etiketten?
Professionell werden Etiketten in Vektorprogrammen wie Adobe Illustrator, Affinity Designer oder dem kostenlosen Inkscape erstellt. Wichtig ist, dass das Programm Beschnitt unterstützt, in CMYK arbeitet und ein Druck-PDF exportiert. Online-Editoren eignen sich für einfache Entwürfe, stoßen bei Stanzkonturen und Weißunterdruck aber meist an Grenzen.
Welche Schriftgröße ist auf einem Etikett mindestens zulässig?
Das hängt von der Produktkategorie und den Vorschriften ab. Für Lebensmittel beträgt die Mindesthöhe des kleinen x in der EU 1,2 mm, bei Verpackungen mit einer größten Oberfläche unter 80 cm² 0,9 mm. Das entspricht ungefähr einer Schriftgröße von 6–7 pt. Für gute Lesbarkeit empfehlen sich eine schlichte serifenlose Schrift und ein hoher Kontrast.
Papier- oder Folienetikett für Kosmetik?
Für Kosmetik ist PP- oder PE-Folie besser geeignet. Sie saugt kein Wasser auf, verfärbt sich nicht durch Öle und reißt auch bei häufigem Anfassen nicht. Papier können Sie für trockene Umverpackungen wie Schachteln verwenden, am besten mit Laminierung. Für Tuben und Quetschflaschen wählen Sie weiche PE-Folie.
Worin unterscheidet sich eine Banderole von einem Etikett?
Das Etikett transportiert die wichtigsten Produktinformationen und nimmt die Vorderseite oder den Umfang der Verpackung ein. Die Banderole ist meist ein schmaler Streifen um die Verpackung oder über den Verschluss. Sie dient als Siegel, als zusätzliche Dekoration oder als Träger einer kurzen Information, etwa zur Variante oder Edition. Beide sollten gestalterisch einheitlich sein.


