Logo als SVG, PDF oder PNG: welche Dateien Sie brauchen
Für Ihr Logo brauchen Sie mindestens drei Dateien: ein vektorbasiertes SVG (Website, Schneideplotter für Folie, Stickerei, Gravur), ein Vektor-PDF oder EPS mit in Pfade umgewandelten Schriften (jeder Druck, von der Visitenkarte im Format 85×55 mm bzw. 90×50 mm bis zum 5-m-Banner) sowie ein PNG mit transparentem Hintergrund (Social Media, Dokumente, Präsentationen). Speichern Sie das PNG in mehreren Größen, z. B. 500, 1000 und 2000 px Breite. Haben Sie für den Druck nur eine Pixeldatei, muss sie im Maßstab 1:1 etwa 300 DPI haben: Ein 50 mm breites Logo braucht also rund 600 px.
Die Druckerei möchte das „Logo als Vektor“, die Stickerei eine „Datei zum Punchen“ und die Social-Media-Grafikerin ein „PNG ohne Hintergrund“. Alle haben recht, denn jede dieser Dateien erfüllt einen anderen Zweck. In diesem Ratgeber erklären wir, worin sich Vektor- und Pixelgrafik unterscheiden, welches Logoformat Sie für Druck, Website, Stickerei und Folie schicken sollten, wie Sie Farbvarianten vorbereiten und wie Sie in einer Minute prüfen, ob Ihre Datei ein echter Vektor ist und nicht bloß ein Bild, das sich als Vektor ausgibt.
Vektor oder Pixelgrafik: Worin liegt der Unterschied?
Eine Pixelgrafik (PNG, JPG) ist ein Raster mit einer festen Anzahl von Pixeln. Vergrößern Sie sie über die Ausgangsauflösung hinaus, werden die Kanten ausgefranst und unscharf – und diese Information lässt sich nicht mehr zurückgewinnen. Eine Vektorgrafik (SVG, PDF, EPS, AI) beschreibt Formen mathematisch über Punkte und Kurven, deshalb können Sie sie beliebig skalieren, ohne an Qualität zu verlieren.
Ein Logo sollte immer als Vektor angelegt und archiviert werden. Pixelgrafiken exportieren Sie daraus erst für den jeweiligen Einsatz in der passenden Größe. Der umgekehrte Weg, also aus einem PNG einen Vektor zu machen, erfordert entweder ein manuelles Nachzeichnen oder eine automatische Vektorisierung mit Kompromissen.
| Merkmal | Vektor (SVG, PDF, EPS, AI) | Pixelgrafik (PNG, JPG) |
|---|---|---|
| Skalierung | Verlustfrei, vom Favicon bis zum Banner | Nur Verkleinern ist verlustfrei |
| Transparenter Hintergrund | Ja | PNG ja, JPG nein |
| Farben ändern | Einfach, jede Form einzeln | Schwierig, Farbe steckt in den Pixeln |
| Schneideplotter, Stickerei, Gravur | Erforderlich | Ohne Nachzeichnen unbrauchbar |
| Ansicht ohne Grafikprogramm | SVG im Browser, PDF im Reader | Öffnet sich überall |
Welche Logodatei wofür?
Die folgende Übersicht ist ein praktischer Spickzettel. Im Zweifel schicken Sie den Vektor: Daraus kann jeder Dienstleister exportieren, was er braucht – aus einer Pixelgrafik dagegen keinen Vektor mehr machen.
Im Großformatdruck spielt zudem der Maßstab eine Rolle. Banner und Roll-ups werden oft im Maßstab 1:10 angelegt, und dann müsste eine Pixelgrafik eine entsprechend höhere Auflösung haben. Mit einem Vektor ist dieses Problem komplett vom Tisch.
| Einsatz | Bestes Format | Hinweise |
|---|---|---|
| Druck: Visitenkarten, Flyer, Plakate | Vektor-PDF (oder EPS, AI) | Farben in CMYK, Schriften in Pfade umgewandelt |
| Banner, Roll-up, Ladenschild | Vektor-PDF | Vektor lässt sich unbegrenzt skalieren |
| Website | SVG | Scharf auf Bildschirmen mit hoher Pixeldichte, kleine Datei |
| Social Media, Profilbild | PNG | Mind. 1000 px, Profilbild nur mit der Bildmarke |
| Word-Dokumente, Präsentationen | PNG mit transparentem Hintergrund | Ca. 1000–2000 px Breite |
| Folie, Schneideplotter, konturgeschnittene Aufkleber | SVG, PDF oder EPS | Vollflächige Farben, keine Verläufe und Schatten |
| Stickerei | Vektor (SVG, PDF) | Die Stickerei erstellt daraus ihre eigene Maschinendatei |
| Gravur, Laser, Stempel | Einfarbiger Vektor | Saubere Konturen, keine Halbtöne |
| Favicon | PNG oder SVG | Z. B. 32×32 und 180×180 px, vereinfachtes Zeichen |
Stickerei und Folie: Warum eine Pixelgrafik hier nicht reicht
Schneideplotter und Stickmaschine sehen keine Pixel, sondern Pfade. Der Plotter schneidet mit dem Messer entlang der Kontur, daher muss jede Farbe eine eigene, geschlossene Form sein. Verläufe, Schatten und Halbtransparenzen lassen sich in Folie ohne Druck nicht umsetzen, und sehr feine Linien halten beim Entgittern unter Umständen nicht. Die Mindeststärke eines Elements hängt von Folienart und Aufklebergröße ab – fragen Sie am besten Ihren Dienstleister.
Bei der Stickerei entspricht die Zahl der Farben der Zahl der Garne, und kleine Schriften laufen im Stich leicht zusammen. Stickereien raten meist von Texten unter etwa 5–6 mm Höhe ab, die Grenze hängt aber von Material und Stichart ab. Deshalb lohnt sich eine vereinfachte Logoversion: weniger Details, kräftigere Linien, höchstens einige wenige Farben mit Pantone-Angabe.
- Für Folie: Vektor, Farben als vollflächige Füllungen, Konturen in Flächen umgewandelt.
- Für Stickerei: Vektor plus Pantone-Nummern, vereinfachte Version für kleine Größen.
- Für Gravur: eine Farbe, keine Schattierungen.
Transparenter Hintergrund: PNG, SVG und typische Fallen
Transparente Hintergründe unterstützen PNG, SVG und PDF. Ein JPG hat immer einen Hintergrund, meist weiß, der auf einem farbigen Foto oder Banner ein unschönes Rechteck bildet. Wählen Sie für Social Media und Dokumente deshalb PNG statt JPG.
Vorsicht vor „falscher Transparenz“, also einem PNG, in dem das Schachbrettmuster in die Pixel eingezeichnet ist. Öffnen Sie die Datei auf einem dunklen Hintergrund, etwa im Dunkelmodus Ihres Browsers: Sehen Sie ein Schachbrett oder einen weißen Rahmen, ist der Hintergrund nicht transparent. Denken Sie beim Druck außerdem daran, dass Weiß das Fehlen von Farbe bedeutet. Ein weißes Logo auf transparenter Folie oder farbigem Material erfordert den Druck mit Weiß, den nicht jede Maschine bietet.
Farbvarianten des Logos: Welche Sie vorbereiten sollten
Eine einzige farbige Version reicht nicht, denn Ihr Logo landet auf unterschiedlichen Hintergründen und in unterschiedlichen Techniken. Das Minimum sind eine vollfarbige, eine schwarze (einfarbige) und eine weiße Version (Negativ für dunkle Hintergründe). Sinnvoll sind außerdem eine horizontale und eine vertikale Anordnung sowie die reine Bildmarke, also das grafische Zeichen ohne Namen.
Halten Sie die Farben in mehreren Systemen fest: CMYK für den Druck, RGB und HEX für den Bildschirm, Pantone für Sonderfarben, Folien, Siebdruck und die Garnauswahl in der Stickerei. Dasselbe „Firmenblau“ aus RGB kann nach einer einfachen Umrechnung in CMYK im Druck deutlich stumpfer wirken. Legen Sie die CMYK-Werte daher bewusst fest, statt sich auf die Automatik zu verlassen.
| Version | Einsatzbereich |
|---|---|
| Vollfarbig CMYK | Druck: Flyer, Plakate, Visitenkarten, Banner |
| Vollfarbig RGB/HEX | Website, Social Media, Präsentationen |
| Schwarz | Rechnungen, Stempel, Gravur, einfarbiger Druck |
| Weiß (Negativ) | Dunkle Hintergründe, Fotos, dunkle Werbeartikel |
| Bildmarke | Profilbild, Favicon, Stickerei auf kleiner Fläche |
Wie erkennen Sie einen echten Vektor?
Die Dateiendung garantiert gar nichts. PDF, EPS und sogar SVG können im Inneren eine gewöhnliche Pixelgrafik enthalten, und wer eine .png-Datei in .svg umbenennt, erhält noch lange keinen Vektor. Machen Sie ein paar einfache Tests, bevor Sie die Datei an Druckerei oder Stickerei schicken.
- Zoomtest: Öffnen Sie das PDF oder SVG und vergrößern Sie auf 1000–2000 %. Ein Vektor hat vollkommen glatte Kanten, eine Pixelgrafik zeigt Pixel oder Unschärfe.
- Pfadansicht: In Illustrator (Strg+Y) oder Inkscape sehen Sie die dünnen Linien der Pfade. Sehen Sie nur ein Rechteck, steckt ein Bild darin.
- Auswahltest: Klicken Sie im Grafikprogramm auf einen Buchstaben oder eine Form. Im Vektor wählen Sie einzelne Elemente mit Ankerpunkten aus.
- SVG-Code prüfen: Öffnen Sie die Datei in einem Texteditor. path-Tags bedeuten Vektor, ein image-Tag mit einer langen base64-Zeichenkette verrät eine eingebettete Pixelgrafik.
- Automatische Vektorisierung: Zu viele Punkte, wellige Linien und „Treppen“ in Rundungen verraten einen automatisch aus einem PNG erzeugten Vektor. Für den Druck genügt das meist, für Stickerei und Folie sollte besser manuell nachgezeichnet werden.
Schriften, Konturen und das komplette Dateipaket zur Übergabe
Wandeln Sie in der Vektordatei für den Druck alle Texte in Pfade um (in Illustrator: In Pfade umwandeln). Andernfalls sieht eine Druckerei, die Ihre Schrift nicht installiert hat, eine andere Schriftart oder eine Fehlermeldung. Wandeln Sie auch Linien mit fester Konturstärke in Flächen um, sonst können sie sich beim Skalieren unvorhersehbar verhalten.
Prüfen Sie die Lesbarkeit des Logos in der kleinsten realistischen Anwendung, etwa bei rund 15 mm Breite auf der Visitenkarte und 32 px als Favicon. Gehen Details verloren, erstellen Sie eine vereinfachte Version. Ordnen Sie alles in Ordnern mit eindeutigen Dateinamen, z. B. firma-logo-horizontal-cmyk.pdf oder firma-bildmarke-weiss.png. Ein so vorbereitetes Paket erhalten Sie zum Beispiel mit dem Paket „Logodesign“ bei plakaty.shop (wielkareklama.eu studio): 10 Entwürfe als PNG, SVG und Vektor-PDF für 47 €.
- Ordner VEKTOR: PDF, SVG, ggf. EPS oder AI, Versionen in CMYK und RGB.
- Ordner PNG: farbige, schwarze und weiße Versionen in 500, 1000 und 2000 px.
- Farbdatei: CMYK-, RGB-, HEX- und Pantone-Werte.
- Editierbare Quelldatei, sofern der Vertrag mit dem Designer dies vorsieht.
Checkliste
- Ihr Logo liegt als Vektor (PDF oder SVG) vor und hat den Zoomtest bestanden
- Texte und Konturen sind in Pfade umgewandelt
- Die Druckversion ist in CMYK, die Bildschirmversion in RGB/HEX angelegt
- Das PNG hat einen echt transparenten Hintergrund, geprüft auf dunklem Hintergrund
- Sie haben eine farbige, eine schwarze und eine weiße Version sowie die reine Bildmarke
- Für Folie und Stickerei liegt eine vereinfachte Version mit vollflächigen Farben und Pantone-Nummern vor
- Das Logo ist in der kleinsten Größe lesbar, in der Sie es verwenden
- Die Dateien sind eindeutig benannt und in Ordnern sortiert
- Sie haben alle Texte im Logo und in den Materialien vor dem Druck Korrektur gelesen
Häufige Fragen
Welches Logoformat schicke ich an die Druckerei?
Am sichersten ist ein Vektor-PDF mit in Pfade umgewandelten Texten und Farben in CMYK. Druckereien akzeptieren auch EPS und AI. Haben Sie nur ein PNG, muss es in der Endgröße etwa 300 DPI haben, was bei großen Formaten oft nicht machbar ist.
Ist PNG eine Vektordatei?
Nein, PNG ist eine Pixelgrafik. Sie bietet zwar einen transparenten Hintergrund, verliert beim Vergrößern aber an Schärfe. Vektorformate sind SVG, PDF (sofern es Pfade enthält), EPS und AI.
Wie wandle ich ein PNG-Logo in einen Vektor um?
Das beste Ergebnis liefert ein manuelles Nachzeichnen durch einen Grafiker in einem Vektorprogramm. Die automatische Vektorisierung (z. B. in Illustrator oder Inkscape) funktioniert bei einfachen, einfarbigen Zeichen, hinterlässt bei Details und Buchstaben aber unsaubere Kanten. Für Stickerei und Folie muss ein solches Ergebnis meist nachbearbeitet werden.
SVG oder PNG für die Website?
Für das Logo auf der Website ist SVG die bessere Wahl: Es ist auf jedem Bildschirm scharf, meist kleiner und lässt sich per CSS leicht umfärben. PNG nehmen Sie dort, wo SVG nicht unterstützt wird, etwa in manchen Newsletter-Systemen, sowie als Profilbild in sozialen Netzwerken.
Welche Auflösung braucht ein PNG-Logo für Social Media?
Ein PNG mit 1000–2000 px Breite und transparentem Hintergrund reicht aus. Für das Profilbild bereiten Sie ein Quadrat nur mit der Bildmarke vor, denn die Plattformen schneiden das Profilbild kreisförmig zu und verkleinern es auf wenige Dutzend Pixel.
Ist ein PDF immer ein Vektor?
Nein. PDF ist ein Container, der sowohl Vektorpfade als auch ein gewöhnliches Bild enthalten kann. Vergrößern Sie die Datei auf etwa 1000 % oder versuchen Sie, einzelne Buchstaben auszuwählen: Sehen Sie Pixel oder wird ein ganzes Rechteck markiert, steckt eine Pixelgrafik darin.