Corporate Design für kleine Unternehmen: So fangen Sie an
Beginnen Sie das Corporate Design Ihres kleinen Unternehmens mit dem Minimum: einem Logo als Vektordatei (SVG oder PDF) in Vollversion, Querformat und einfarbiger Variante, 2–3 Farben mit Werten in CMYK, RGB/HEX und optional Pantone, 1–2 Schriften sowie ein paar Regeln für den Bildstil. Darauf aufbauend erstellen Sie ein Starterpaket: Visitenkarte 85×55 mm auf 350 g/m² Karton, Flyer in A5 oder DL auf 130–170 g/m² Papier, ein Firmenschild und Grafiken in 1080×1080 px für Social Media. Druckdaten legen Sie mit 3 mm Beschnitt und Bildern in 300 DPI an. Halten Sie alle Festlegungen in einem einfachen Styleguide von 2–4 Seiten fest, damit jedes weitere Medium gleich aussieht.
Ein kleines Unternehmen braucht weder ein dickes Brand Book noch eine Agentur auf Dauer. Es braucht einige gut getroffene Entscheidungen: Wie sieht das Logo aus, welche Farben und Schriften werden verwendet, wie wirken die Fotos? Sobald das feststeht, ergeben Visitenkarte, Firmenschild, Flyer und Social-Media-Profil ein stimmiges, wiedererkennbares Gesamtbild. Im Folgenden finden Sie die richtige Reihenfolge, konkrete Maße und Druckparameter sowie eine Vorlage für einen einfachen Styleguide, den Sie selbst erstellen können.
Was gehört zum Mindestumfang eines Corporate Designs für kleine Unternehmen?
Corporate Design ist die Gesamtheit fester Gestaltungselemente, an denen Kunden Ihr Unternehmen erkennen, noch bevor sie den Namen lesen. Für den Start genügen vier Säulen. Alles andere – Visitenkarten, Schilder, Flyer und Posts – ist nur deren Anwendung in unterschiedlichen Formaten.
Die Reihenfolge ist entscheidend. Zuerst kommen Logo und Farben, denn davon hängen die Wahl der Schriften und der Bildstil ab. Bestellen Sie Drucksachen erst, wenn die Grundlagen stehen – sonst sind nach einem Monat drei Logoversionen im Umlauf.
- Logo – Zeichen und/oder Schriftzug in mehreren Varianten, als Vektordatei gespeichert.
- Farben – 1 Hauptfarbe, 1–2 Ergänzungsfarben und ein neutraler Hintergrund (Weiß, Grau, Schwarz).
- Schriften – eine Schrift für Überschriften, eine zweite (oder dieselbe) für den Fließtext.
- Bildstil – einige Regeln zu Licht, Bildausschnitt und Bearbeitung.
Logo: Welche Varianten und Dateien Sie brauchen
Ein einziges Logo reicht nicht, denn mal landet es auf einem schmalen Schildstreifen, mal auf einem quadratischen Avatar. Legen Sie mehrere Varianten desselben Zeichens an und prüfen Sie, ob es auch klein lesbar bleibt, etwa bei 15–20 mm Breite auf der Visitenkarte. Zu feine Linien und kleine Details gehen im Druck und auf dem Smartphone-Display verloren.
Die Quelldatei sollten Sie immer als Vektor vorliegen haben (SVG, PDF, AI oder EPS) – nur so lässt sich das Logo ohne Qualitätsverlust auf ein Banner drucken. Ein PNG mit transparentem Hintergrund ist praktisch für Website und Social Media. Wenn Sie keinen Grafiker haben: Bei plakaty.shop (wielkareklama.eu studio) erhalten Sie mit dem Paket „Logodesign“ für 47 € 10 Logovorschläge als PNG, SVG und PDF, aus denen Sie die Basis für die weitere Arbeit auswählen.
| Logovariante | Verwendung | Dateiformat |
|---|---|---|
| Vollversion (Standard) | Visitenkarte, Flyer, Website | SVG, PDF, PNG |
| Querformat | Firmenschild, Banner, E-Mail-Signatur | SVG, PDF, PNG |
| Nur Bildmarke (Signet) | Social-Media-Avatar, Favicon, Stempel | SVG, PNG 1080×1080 px |
| Einfarbig Schwarz und Weiß | Gravur, Folienaufkleber, Rechnung, dunkler Hintergrund | SVG, PDF |
Farben und Schriften: Wie viele wählen und wie festhalten
Wählen Sie eine Hauptfarbe und ein bis zwei Ergänzungsfarben, dazu einen neutralen Hintergrund. Notieren Sie jede Farbe in mehreren Farbsystemen, denn Druck und Bildschirm funktionieren unterschiedlich: Der Bildschirm leuchtet in RGB, die Druckmaschine trägt CMYK-Farben auf. Eine am Monitor ausgewählte Farbe kann im Druck dunkler oder gräulicher ausfallen – vor allem kräftige Grün-, Orange- und Blautöne aus RGB, die CMYK nicht wiedergeben kann.
Setzen Sie auf höchstens zwei Schriften, idealerweise mit vollständigen deutschen Sonderzeichen (Umlaute, ß) und einer Lizenz für die kommerzielle Nutzung (diese haben z. B. die Schriften von Google Fonts). Im Druck sollte Text nicht kleiner als 7–8 pt sein, Fließtext auf Flyern setzen Sie in 9–11 pt. Beim Firmenschild zählt die Lesedistanz: Je weiter der Betrachter entfernt ist, desto größer und schlichter müssen die Buchstaben sein.
| Farbsystem | Einsatzbereich | Beispiel |
|---|---|---|
| CMYK | Digital- und Offsetdruck: Flyer, Visitenkarten, Plakate | C90 M30 Y0 K0 |
| RGB / HEX | Website, Social Media, Präsentationen | #0A6EBD |
| Pantone (optional) | Sonderfarbendruck, Folien, Textilien, wenn die Farbe überall identisch sein soll | z. B. Nummer aus dem Farbfächer |
| RAL (optional) | Lackierung von Schildelementen, Konstruktionen, Innenräumen | z. B. Nummer aus der RAL-Farbkarte |
Bildstil: Einheitlich bleiben ohne monatliches Fotoshooting
Fotos prägen den Eindruck eines Unternehmens genauso stark wie das Logo. Schon wenige stichpunktartig festgehaltene Regeln sorgen dafür, dass Handyfotos, Stockbilder und Aufnahmen aus einem professionellen Shooting wie aus einer Familie wirken. Legen Sie diese Regeln einmal fest und halten Sie sich bei jedem Post und jeder Drucksache daran.
Für den Druck sollte ein Foto in der Endgröße 300 DPI haben – ein vollflächiges Foto auf einem A5-Flyer braucht also ca. 1750×2480 px plus Beschnitt. Bei großen Formaten, die aus der Entfernung betrachtet werden, etwa Banner oder Roll-up, reichen im Maßstab 1:1 meist 100–150 DPI. Für Social Media speichern Sie Fotos in RGB mit dem Profil sRGB.
- Licht: hell und natürlich oder dunkel und kontrastreich – aber immer gleich.
- Hintergrund: einfarbig in der Markenfarbe oder die natürliche Umgebung Ihres Betriebs.
- Bildausschnitt: z. B. immer Menschen bei der Arbeit, Produkt-Nahaufnahmen oder Aufnahmen von oben.
- Bearbeitung: ein einziger Filter oder Preset, kein Mix aus Schwarz-Weiß und starker Sättigung.
- Vermeiden Sie: abgedroschene Stockfotos mit lächelndem Team im Anzug.
Starterpaket: Maße und Parameter
Für den Anfang genügen vier Arten von Medien, mit denen Kunden am häufigsten in Kontakt kommen. Jedes hat eigene technische Anforderungen, aber denselben Look: Logo an derselben Stelle, gleiche Farben und Schriften. Gestalten Sie alles auf Basis eines Rasters und einer Farbdatei, statt jedes Mal bei null anzufangen.
Legen Sie Druckdaten mit 3 mm Beschnitt an jeder Seite an und halten Sie wichtige Inhalte mit einem Sicherheitsabstand von 3–5 mm zur Schnittkante. Die Materialstärke des Firmenschilds hängt von Montageort und Größe ab – stimmen Sie die endgültige Wahl daher mit der Druckerei ab.
| Medium | Typisches Format | Parameter, auf die Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Visitenkarte | 85×55 mm oder 90×50 mm | Karton 350 g/m², Bilderdruck matt oder glänzend, optional Cellophanierung; 3 mm Beschnitt |
| Flyer | A5 (148×210 mm), DL (99×210 mm), A6 | Bilderdruckpapier 130–170 g/m², ein- oder beidseitig bedruckt |
| Firmenschild / Tafel | z. B. 120×60 cm, 100×50 cm oder Wunschmaß | Alu-Verbundplatte (Dibond) 3 mm oder PVC-Hartschaum 3–5 mm; Logo als Vektor; Schrift von der Straße aus lesbar |
| Social-Media-Post | 1080×1080 px | RGB/sRGB, Bildmarke als Avatar, feste Textanordnung |
| Story | 1080×1920 px | Wichtige Inhalte fern von den oberen und unteren ca. 250 px, die von der Benutzeroberfläche verdeckt werden |
| Roll-up (optional) | 85×200 cm oder 100×200 cm | Logo und Slogan im oberen Bereich, unten auf Höhe der Kassette freilassen |
Einfacher Styleguide: Was hineingehört
Der Styleguide eines kleinen Unternehmens ist ein PDF mit 2–4 Seiten, kein dicker Katalog. Seine Aufgabe ist einfach: Jeder, der für Sie einen Flyer, einen Post oder eine Fahrzeugbeschriftung gestaltet, findet alle Regeln und Dateien an einem Ort. So müssen Sie nicht jedes Mal erklären, welcher Blauton es genau war.
Legen Sie dem PDF einen Ordner mit allen Logovarianten in allen Formaten sowie die Schriftdateien oder Links dazu bei. Vermerken Sie das Datum der letzten Änderung im Dateinamen, damit nur eine einzige, aktuelle Version im Umlauf ist.
- Seite 1: Logo in Vollversion, Querformat, Bildmarke und einfarbiger Variante.
- Schutzzone: Freiraum rund um das Logo, z. B. so groß wie die Höhe eines Buchstabens im Namen.
- Mindestgröße: kleinste Logobreite im Druck (in mm) und am Bildschirm (in px).
- Verbote: nicht verzerren, nicht drehen, Farben nicht ändern, nicht auf unruhigen Hintergrund setzen.
- Farben: Farbmuster mit CMYK-, RGB-, HEX- und ggf. Pantone-Werten.
- Schriften: Schriftnamen, Schnitte (z. B. Bold für Überschriften, Regular für Fließtext) und Mindestgrößen.
- Bildstil: 3–6 Beispielfotos und Regeln in Stichpunkten.
- Anwendungsbeispiele: Miniaturen von Visitenkarte, Flyer und Post.
So bleibt Ihr Auftritt im Alltag einheitlich
Die Einheitlichkeit bröckelt schleichend: Jemand gestaltet einen Post in einer anderen Schrift, jemand anderes druckt die Preisliste auf dem Bürodrucker aus. Der einfachste Schutz sind fertige Vorlagen, in denen sich nur der Inhalt ändert. Erstellen Sie Vorlagen für Post, Story, Flyer und Preisliste – und stoppen Sie alles andere, bis es zum Styleguide passt.
Denken Sie daran, dass dieselbe Farbe auf unterschiedlichen Materialien verschieden wirkt. Auf ungestrichenem Papier erscheinen Farben matter als auf gestrichenem, auf Folie oder Alu-Verbundplatte können sie anders ausfallen als auf der Visitenkarte. Fordern Sie bei wichtigen Aufträgen einen Probedruck an oder bestellen Sie Ihre Drucksachen bei einer Druckerei, die Ihre Farben kennt.
- Bewahren Sie alle Markendateien in einem gemeinsamen Cloud-Ordner auf.
- Nutzen Sie Vorlagen, statt jeden Post neu zu gestalten.
- Platzieren Sie das Logo immer an derselben Stelle, z. B. oben links oder unten mittig.
- Sichten Sie einmal pro Quartal alle Medien und nehmen Sie alte Versionen aus dem Umlauf.
- Lesen Sie vor jedem Druck Texte, Telefonnummern und Adressen selbst Korrektur.
Checkliste
- Logo als Vektor (SVG oder PDF) in Vollversion, Querformat, Bildmarke und einfarbiger Variante
- Farben in CMYK, RGB und HEX festgehalten, Druckdatei in CMYK
- Schriften mit deutschen Sonderzeichen und kommerzieller Lizenz, Text nicht kleiner als 7–8 pt
- 3 mm Beschnitt an jeder Seite und 3–5 mm Sicherheitsabstand
- Fotos in 300 DPI in der Enddruckgröße
- Social-Media-Grafiken in RGB: 1080×1080 px und 1080×1920 px
- Texte, Telefonnummern, Adressen und Firmenname selbst geprüft
- Aktueller Styleguide mit Datum im Dateinamen
Häufige Fragen
Wie fange ich mit dem Corporate Design für mein kleines Unternehmen an?
Beginnen Sie mit dem Logo, wählen Sie dann 2–3 Farben und 1–2 Schriften und legen Sie zum Schluss den Bildstil fest. Erst auf dieser Grundlage gestalten Sie Visitenkarte, Firmenschild, Flyer und Social-Media-Grafiken. Halten Sie alle Entscheidungen in einem einfachen Styleguide fest.
Wie viele Farben sollte ein Corporate Design haben?
Für ein kleines Unternehmen genügen eine Hauptfarbe, ein bis zwei Ergänzungsfarben und ein neutraler Hintergrund, z. B. Weiß oder Hellgrau. Mehr Farben erschweren einen einheitlichen Auftritt und erhöhen das Risiko von Abweichungen im Druck. Notieren Sie jede Farbe in CMYK für den Druck und in RGB/HEX für den Bildschirm.
Welches Dateiformat brauche ich für das Logo im Druck?
Für den Druck eignet sich am besten eine Vektordatei: PDF, SVG, AI oder EPS. Ein Vektor lässt sich ohne Schärfeverlust bis auf Bannergröße skalieren. Ein PNG mit transparentem Hintergrund ist vor allem für Website und Social Media gedacht.
Was ist ein Styleguide und braucht ein kleines Unternehmen einen?
Ein Styleguide ist ein Dokument mit Regeln für den Einsatz von Logo, Farben, Schriften und Fotos. Für ein kleines Unternehmen reicht ein PDF mit 2–4 Seiten samt beigelegten Logodateien. Er ist bei jedem Auftrag an Grafiker, Druckerei oder die Person, die Ihre Social-Media-Kanäle betreut, hilfreich.
Welche Größe und Grammatur sind bei Visitenkarten Standard?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Format 85×55 mm am weitesten verbreitet, daneben gibt es 90×50 mm und quadratische 65×65 mm. Standard ist Karton mit etwa 350 g/m², oft mit matter oder glänzender Cellophanierung. Legen Sie die Datei mit 3 mm Beschnitt an und platzieren Sie wichtige Inhalte mindestens 3 mm vom Rand entfernt.
Warum sehen Farben im Druck anders aus als am Monitor?
Der Monitor stellt Farben in RGB dar, gedruckt wird dagegen mit CMYK-Farben, die einen kleineren Farbraum haben. Auch das Material beeinflusst das Ergebnis: Ungestrichenes Papier liefert mattere Farben als gestrichenes. Legen Sie Druckdaten deshalb in CMYK an und fordern Sie bei wichtigen Aufträgen einen Probedruck an.