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Welches Papier für Flyer, Plakate und Visitenkarten: Grammatur und Papiersorten

Formate und Maße7 Min. Lesezeit · Aktualisiert:

Stapel Flyer, ein Plakat und Visitenkarten auf verschiedenen Papieren neben einem aufgefächerten Papiermusterfächer auf einem hellen Grafikertisch.
Kurz gesagt

Für Flyer wählt man meist Bilderdruckpapier mit 130–170 g/m². Für Premium-Flyer oder Flyer als feste Karte nimmt man 250–350 g/m². Plakate werden üblicherweise auf Bilderdruck mit 135–200 g/m² gedruckt, Visitenkarten auf Karton mit 300–350 g/m², oft mit matter Folienkaschierung. Glänzender Bilderdruck lässt Fotos leuchtender wirken. Matter Bilderdruck ist ohne Spiegelungen besser lesbar. Auf ungestrichenem Naturpapier können Sie nach dem Druck mit dem Kugelschreiber schreiben.

Dasselbe Design wirkt auf dünnem Glanzpapier völlig anders als auf dickem, mattem Karton. Das Papier entscheidet, ob ein Flyer nach einer Sekunde im Papierkorb landet oder auf dem Schreibtisch liegen bleibt. Es bestimmt auch, ob ein Plakat eine Woche im Schaufenster übersteht und ob sich eine Visitenkarte im Portemonnaie verbiegt. Im Folgenden finden Sie konkrete Grammaturen und die Unterschiede zwischen mattem und glänzendem Bilderdruck sowie ungestrichenem Papier. Außerdem stellen wir die gängigen Veredelungen vor. Eine Tabelle zeigt Ihnen, was für welches Produkt passt.

Was bedeutet die Grammatur von Papier?

Die Grammatur ist das Gewicht eines Quadratmeters Papier und wird in g/m² angegeben. In Druckereien sagt man kurz „170 g“. Je höher die Grammatur, desto dicker und steifer ist das Papier in der Regel. Eine feste Regel ist das aber nicht. Ungestrichenes Papier (Offset- oder Recyclingpapier) ist bei gleicher Grammatur deutlich dicker und voluminöser als Bilderdruck. 300 g Naturpapier können sich daher steifer anfühlen als 350 g Bilderdruck.

Bitten Sie die Druckerei bei wichtigen Aufträgen deshalb um einen Papiermusterfächer oder einen Probedruck. Die Zahl allein verrät Ihnen nicht, wie sich ein Flyer nach dem Falzen verhält oder wie steif eine Visitenkarte wird.

GrammaturHaptikTypische Verwendung
80–90 gnormales DruckerpapierBriefpapier, günstige Flyer für Briefkästen, Formulare
115–135 gdünnes, weiches BlattMassenflyer, Plakate für Innenräume, Falzflyer
150–170 gsolide, leicht steifStandardflyer, Plakate, Einweg-Speisekarten
200–250 gHalbkartonPremium-Flyer, Umschläge, Speisekarten, gerillte Klappkarten
300–350 gKartonVisitenkarten, Einladungen, Gutscheine, Anhänger, Flyer als Karte
400 g und mehrdicker, oft kaschierter KartonPremium-Visitenkarten, Etiketten, exklusive Einladungen

Welche Grammatur für Flyer?

Für Flyer, die in großer Auflage auf der Straße verteilt oder in Briefkästen gesteckt werden, reicht Bilderdruck mit 130 g. Er ist günstig und leicht und gibt Farben gut wieder. Soll der Flyer Ihr Unternehmen repräsentieren, wählen Sie 170 g. Das gilt etwa, wenn er am Empfang ausliegt oder Kunden persönlich überreicht wird. 170 g sind spürbar steifer und knittern nicht so leicht.

Flyer als feste Karte werden auf 250–350 g gedruckt, oft in A6 oder DL und ähnlich einer Postkarte. Ein solcher Flyer bleibt länger beim Empfänger. Er kostet aber mehr und erhöht beim Postversand das Gewicht der Sendung. Denken Sie bei Falzflyern (z. B. A4 auf DL) an das Rillen. Ab etwa 170 g bricht Bilderdruck am Falz, besonders bei dunklem Hintergrund im Randabfallenden Druck.

Bilderdruck matt oder glänzend?

Bilderdruckpapier hat einen glatten Strich. Die Farbe bleibt dadurch an der Oberfläche, und die Farben wirken satt und scharf. Glänzender Bilderdruck betont Fotos, kräftige Farben und Kontraste. Er eignet sich deshalb gut für Flyer aus Gastronomie und Tourismus oder mit Produktangeboten. Matter Bilderdruck spiegelt nicht. Längere Texte lesen sich darauf besser, und er wirkt eleganter, auch wenn die Farben etwas ruhiger ausfallen.

Ein Mittelweg ist seidenmatter Bilderdruck (Satin). Er gibt Fotos gut wieder und glänzt weniger. Auf keinem gestrichenen Papier lässt es sich ohne spezielle Vorbereitung bequem mit dem Kugelschreiber schreiben. Für Coupons und Formulare ist ungestrichenes Papier daher die bessere Wahl.

EigenschaftBilderdruck glänzendBilderdruck matt
Farben und Fotossehr satt, hoher Kontrastruhiger, natürlich
Spiegelungen im Lichtsichtbarpraktisch keine
Lesbarkeit von Textgut bei kurzen Textensehr gut, auch bei langen Texten
Wirkungdynamisch, werblichelegant, zurückhaltend
Am besten fürFlyer mit vielen Fotos, PlakateDienstleistungsflyer, Speisekarten, Broschüren, Visitenkarten

Ungestrichenes Papier und Recyclingpapier – wann sinnvoll?

Ungestrichenes Papier (Offsetpapier) hat keinen Strich, daher zieht die Farbe teilweise ein. Die Farben sind weniger satt und feine Details etwas weicher. Dafür hat das Papier eine angenehme, natürliche Oberfläche, und man kann mit dem Kugelschreiber darauf schreiben. Es eignet sich gut für Gutscheine, Coupons zum Ausfüllen, Notizblöcke und Briefpapier. Auch Drucksachen mit natürlichem, handwerklichem Charakter profitieren davon.

Umweltpapiere sind meist Recyclingpapiere oder Papiere mit FSC-Zertifikat. Recyclingpapiere sind grau, cremefarben oder haben sichtbare Einschlüsse. Das FSC-Zertifikat belegt die verantwortungsvolle Herkunft der Fasern. Diese Papiere passen zu naturnahen Marken, Cafés, regionalen Produkten oder Naturkosmetik. Bedenken Sie, dass eine Folienkaschierung das Recycling erschwert. Umweltpapier wird daher meist ohne Folie gedruckt.

Legen Sie Ihr Design für ungestrichenes Papier mit dem passenden Farbprofil für Naturpapiere an. Vermeiden Sie sehr dunkle, vollflächige Töne. Dunkle Flächen wirken hier matter und können ungleichmäßig aussehen. Zudem begrenzt die Druckerei unter Umständen den Gesamtfarbauftrag.

Folie, Lack und Veredelungen – was bringen sie?

Eine Veredelung ist eine zusätzliche Schicht oder ein Effekt, der nach dem Druck aufgebracht wird. Sie schützt den Druck vor Abrieb, Feuchtigkeit und dem Brechen der Farbe an den Kanten. Nebenbei verändert sie die Haptik. Veredelt werden vor allem Visitenkarten, Umschläge, Speisekarten und Premium-Flyer ab etwa 250 g. Bei dünnen Flyern mit 130–170 g lohnt sich eine Veredelung selten.

Welches Papier für Plakate und Visitenkarten?

Plakate für Innenräume wie Ladengeschäft, Empfang, Aushangtafel oder Clip-Rahmen werden meist auf Bilderdruck mit 135–200 g gedruckt. Bei Fotos nimmt man glänzendes Papier, matt dagegen, wenn das Plakat gegenüber einem Fenster hängt und Licht reflektiert. Für Außenplakate an Litfaßsäulen und Plakatwänden verwendet man Blueback-Papier mit 115–135 g. Seine blaue Rückseite verhindert, dass ein darunterliegendes altes Plakat durchscheint. Für längere Außenwerbung sind synthetische oder laminierte Materialien besser, da normales Papier schnell ausbleicht und Wasser aufsaugt.

Visitenkarten im Format 85×55 mm, in manchen Ländern auch 90×50 mm, werden meist auf Bilderdruck mit 300–350 g gedruckt. Der Klassiker ist eine beidseitige Mattfolie. Auf ungestrichenem Papier oder Recyclingpapier mit 300–350 g wirkt die Visitenkarte natürlich, und man kann eine Notiz darauf schreiben. Visitenkarten ab 600 g bestehen meist aus mehreren zusammenkaschierten Lagen, manchmal mit farbigem Kern, der an der Kante sichtbar ist.

Was für welches Produkt – die Übersicht

Die folgende Übersicht ist ein bewährter Ausgangspunkt. Die endgültige Wahl hängt von Budget, Auflage, Verteilungsweg und Charakter Ihrer Marke ab. Verschiedene Druckereien bieten zudem leicht unterschiedliche Grammaturen an, z. B. 300 statt 350 g.

Unabhängig vom Papier braucht die Druckdatei das Endformat mit 3 mm Beschnittzugabe und einen Sicherheitsabstand für Texte. Wenn Sie Ihr Design bei plakaty.shop (wielkareklama.eu studio) erstellen, erhalten Sie ein Druck-PDF genau in diesem Aufbau. Sie können es direkt an die Druckerei mit dem gewählten Papier schicken.

ProduktPapier und GrammaturVeredelung
Massenflyer A6, DL, A5Bilderdruck glänzend oder matt 130–170 gohne Veredelung
Premium-Flyer / KarteBilderdruck matt 250–350 gMattfolie oder Soft-Touch
Falzflyer A4Bilderdruck 115–170 gRillung ab ca. 170 g
Plakat innen A3–A1Bilderdruck glänzend oder Satin 135–200 goptional Clip-Rahmen
AußenplakatBlueback 115–135 g oder synthetisches MaterialLaminat bei längerer Aushangdauer
VisitenkarteBilderdruck 300–350 g oder Naturpapier 300–350 gMattfolie, UV-Teillack
Einladung, GrußkarteKarton 300–350 g, FeinstpapierRillung, Heißfolienprägung
Speisekarte, PreislisteBilderdruck matt 250–350 gMatt- oder Glanzfolie (leicht zu reinigen)
Gutschein, CouponNaturpapier oder Bilderdruck matt 300–350 gohne Folie, wenn beschriftet werden soll
Anhänger, EtikettKarton 350–400 gBohrung, Mattfolie

Checkliste

  • Grammatur passend zum Verteilungsweg gewählt (Massenverteilung oder persönliche Übergabe)
  • Entschieden: Bilderdruck glänzend, matt, Satin oder ungestrichenes Papier
  • Bei Falzflyern ab ca. 170 g die Rillung mitbestellt
  • Datei im Endformat mit 3 mm Beschnittzugabe, Texte im Sicherheitsabstand
  • Design in CMYK, bei ungestrichenem Papier mit passendem Farbprofil
  • UV-Teillack als eigene Ebene oder eigene Datei angelegt
  • Außenplakat auf Blueback oder feuchtigkeitsbeständigem Material
  • Alle Texte, Telefonnummern, Adressen und Öffnungszeiten Korrektur gelesen
  • Bei großer Auflage Papiermuster oder Probedruck angefordert

Häufige Fragen

Welche Grammatur ist für Flyer am besten?

Am häufigsten wird Bilderdruck mit 130–170 g gewählt. 130 g reichen für die Massenverteilung und Briefkastenwerbung. 170 g sind steifer und eignen sich besser für Flyer, die Kunden persönlich überreicht werden. Premium-Flyer als Karte werden auf 250–350 g gedruckt.

Ist matter oder glänzender Bilderdruck besser?

Glänzender Bilderdruck sorgt für leuchtendere Farben und setzt Fotos besser in Szene, spiegelt aber im Licht. Matter Bilderdruck wirkt eleganter und ist bei längeren Texten besser lesbar. Wenn Sie sich nicht entscheiden können, ist seidenmatter Bilderdruck (Satin) ein guter Kompromiss.

Welche Grammatur für Visitenkarten?

Standard sind 300–350 g, meist Bilderdruck mit beidseitiger Mattfolie. Dickere Visitenkarten ab 600 g entstehen in der Regel durch das Zusammenkaschieren mehrerer Lagen. Wenn Sie auf der Visitenkarte schreiben möchten, wählen Sie ungestrichenes Papier.

Auf welchem Papier werden Plakate gedruckt?

Plakate für Innenräume werden meist auf Bilderdruck mit 135–200 g gedruckt, glänzend oder seidenmatt. Außenplakate zum Kleben werden auf Blueback-Papier mit 115–135 g gedruckt, das nicht durchscheint. Für einen längeren Aushang im Regen ist synthetisches oder laminiertes Material besser.

Kann man auf einem Flyer aus Bilderdruckpapier schreiben?

Mit dem Kugelschreiber ist das schwierig, weil die Tinte auf dem glatten Strich verschmiert und lange trocknet. Bleistift und manche Marker funktionieren besser. Für Coupons, Gutscheine und Formulare sollten Sie dennoch ungestrichenes Papier wählen. Mit Folie ist normales Beschreiben gar nicht möglich.

Muss ein Flyer mit 250 g vor dem Falzen gerillt werden?

Ja. Ab etwa 170 g wird das Rillen empfohlen, bei 250 g ist es praktisch unverzichtbar. Ohne Rillung brechen Strich und Farbe am Falz, was besonders auf dunklem Hintergrund auffällt. Die Rillung bestellen Sie bei der Druckerei zusammen mit dem Druck.

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