Marketingkalender für kleine Unternehmen: Anlässe fürs ganze Jahr
Ein Marketingkalender für kleine Unternehmen ist eine Liste mit 4–6 zentralen Anlässen im Jahr, etwa Valentinstag, Muttertag, Schulstart, Black Friday und Weihnachten. Darin tragen Sie nicht nur das Datum des Anlasses ein, sondern auch den Start der Vorbereitung: Gestaltung 4–6 Wochen vorher, Druck 2–3 Wochen vorher, Verteilung 7–14 Tage vor dem Anlass. Druckdaten legen Sie mit 3 mm Beschnitt, in 300 DPI und in CMYK an. Für Flyer eignet sich Papier mit 130–170 g/m², für Karten und Gutscheine 300–350 g/m². Materialien für November und Dezember sollten spätestens Mitte November in den Druck gehen.
Die meisten kleinen Unternehmen denken im Februar an den Valentinstag und Mitte Dezember an die Weihnachtskarten. Dann bleiben nur noch Expressdruck, eine schnell zusammengebaute Gestaltung und Flyer, die erst nach dem Anlass bei der Kundschaft ankommen. Ein guter Marketingkalender dreht diese Reihenfolge um: Zuerst notieren Sie die Anlässe, dann rechnen Sie die Vorbereitungstermine rückwärts. Im Folgenden finden Sie die Anlässe Monat für Monat, Richtwerte für Produktionszeiten, 10 bewährte Ideen für Aktionen und die technischen Vorgaben für Druckdaten.
Wie erstellen Sie einen Marketingkalender für Ihr kleines Unternehmen?
Ein Marketingkalender ist eine Übersicht der Verkaufsanlässe für das ganze Jahr, und zwar mit dem Starttermin der Vorbereitung, nicht nur mit dem Datum des Anlasses selbst. Entscheidend ist der Moment, in dem Ihre Kundschaft anfängt, nach einem Geschenk oder einer Dienstleistung zu suchen: Beim Valentinstag ist das meist die erste Februarhälfte, bei Weihnachten bereits der November. Tragen Sie deshalb bei jedem Anlass drei Termine ein: Gestaltungsbeginn, Übergabe an die Druckerei und Beginn der Verteilung.
Sie müssen nicht jeden Anlass bespielen. Wählen Sie 4–6 aus, die zu Ihrer Branche passen, und bereiten Sie diese gründlich vor, statt zwölf Aktionen im Schnellverfahren umzusetzen. Ein Blumengeschäft konzentriert sich auf Valentinstag, Weltfrauentag und Muttertag, ein Schreibwarengeschäft auf den Schulstart und ein Restaurant auf die Sommersaison und Weihnachtsfeiern von Firmen.
- 6–8 Wochen vorher: Anlass wählen, Angebot, Budget, Texte.
- 4–5 Wochen vorher: Gestaltung der Materialien und Freigabe.
- 2–3 Wochen vorher: Druck (im November und Dezember eine Woche Puffer einplanen).
- 7–14 Tage vorher: Flyer im Umlauf, Plakat im Schaufenster, erste Posts.
- Am Tag des Anlasses und 1–2 Tage danach: Erinnerung, letzte Chance, Dankeschön.
Januar bis April: Fasching, Valentinstag, Weltfrauentag, Ostern
Der Januar steht im Zeichen des Ausverkaufs nach Weihnachten, danach folgt die Faschings- und Karnevalszeit – eine gute Gelegenheit für Konditoreien, Fotostudios und Kostüm- oder Partyanbieter. Zwischen Valentinstag und Weltfrauentag liegt nicht einmal ein Monat. Es lohnt sich daher, die Materialien in einem Durchgang zu gestalten und gemeinsam zu drucken – das spart Zeit und Vorbereitungskosten.
Ostern ist ein beweglicher Feiertag und fällt in den März oder April. Prüfen Sie den Termin für das jeweilige Jahr schon bei der Planung, denn davon hängt ab, ob Sie Etiketten, Banderolen und Karten im Januar oder erst im Februar bestellen müssen.
| Anlass | Datum | Start der Vorbereitung | Was vorbereiten |
|---|---|---|---|
| Fasching / Karneval | Februar oder März (beweglich) | Anfang Dezember (überschneidet sich mit Weihnachten) | Gutschein, Post, Plakat A3 im Schaufenster |
| Valentinstag | 14. Februar | Ende Dezember / Anfang Januar | Gutschein, Aufkleber für die Verpackung, Stories |
| Weltfrauentag | 8. März | Mitte Januar | Flyer A6, Post, Rabatt an der Kasse |
| Ostern | März oder April (beweglich) | 8 Wochen vorher | Karte, Etikett, Banderole, Ostermenü |
Mai bis August: Muttertag, Kindertag, Sommerferien
Der Mai bringt Kommunion- und Konfirmationsfeiern, den Muttertag (in Deutschland, Österreich und der Schweiz am zweiten Sonntag im Mai) und den Start der Gartensaison in der Gastronomie. Hinzu kommen der Vatertag (in Deutschland an Christi Himmelfahrt, in Österreich am zweiten Sonntag im Juni), der Internationale Kindertag am 1. Juni und schließlich das Schuljahresende mit dem Beginn der Sommerferien.
Im Sommer sollten Sie draußen sichtbar sein. Ein Banner am Zaun, ein Roll-up vor dem Geschäft oder eine Saisonkarte wirken besser als Flyer im Briefkasten, wenn Stammkunden verreisen und Touristen in die Gegend kommen.
- Muttertag: Gutscheine für Dienstleistungen (Kosmetik, Friseur, Massage) und Sets mit dem Etikett „Für Mama“; Gestaltung im April.
- Kindertag: Plakat mit dem Programm, Urkunden für die Teilnehmenden an Workshops, Aufkleber für Kinder.
- Sommerferien: Sommerkarte, Banner 300×100 cm mit Öffnungszeiten, Hinweis auf geänderte Zeiten.
- Tourismussaison: Flyer im DL-Format für Prospektständer in Hotels, Pensionen und Tourist-Infos.
September bis Dezember: Schulstart, Black Friday, Nikolaus, Weihnachten
Der Schulstart liegt je nach Bundesland bzw. Kanton zwischen August und September, im Handel beginnt die Saison entsprechend früh – bestellen Sie die Materialien daher im Juni oder Juli. Im Herbst folgen der Weltlehrertag (5. Oktober), Halloween und Allerheiligen, und ab Mitte Oktober startet die umsatzstärkste Zeit des Jahres.
Black Friday fällt auf den Freitag nach dem amerikanischen Thanksgiving, also zwischen den 23. und 29. November, danach folgt der Cyber Monday. Nikolaus und Weihnachten überschneiden sich, und die Druckereien haben dann die meisten Aufträge. Geben Sie Firmenweihnachtskarten, Gutscheine und Weihnachtsplakate deshalb spätestens Mitte November in den Druck.
| Anlass | Datum | Start der Vorbereitung | Was vorbereiten |
|---|---|---|---|
| Schulstart | August bis September (je nach Region) | Juni bis Juli | Flyer A5, Plakat A2, Webbanner |
| Weltlehrertag | 5. Oktober | Anfang September | Gutschein, Urkunde, Sets mit Etikett |
| Black Friday | Freitag zwischen dem 23. und 29. November | Anfang Oktober | Plakat im Schaufenster, Rabattaufkleber, Stories mit Countdown |
| Nikolaus | 6. Dezember | Mitte Oktober | Etiketten für Päckchen, Gutscheine |
| Weihnachten | 24. bis 26. Dezember | September bis Oktober | Firmenkarten, Weihnachtsmenü, Roll-up, Gutscheine |
Wie früh sollten Sie Druckmaterialien bestellen?
Die Produktionszeit hängt vom Produkt, vom Druckverfahren und von der Auslastung der Druckerei ab. Digitaldruck in kleinen Auflagen ist oft in wenigen Werktagen fertig, Offsetdruck, Veredelungen (partieller Lack, Folienkaschierung, Heißfolienprägung) und Sonderformen mit Stanzung verlängern die Lieferzeit jedoch. Rechnen Sie zum Druck noch Gestaltung, Korrekturen und Versand hinzu und planen Sie in der Hochsaison eine Woche Puffer ein.
| Material | Gestaltung | Druck und Versand (Richtwert) | Sicherer Start |
|---|---|---|---|
| Flyer, Plakat | 3–7 Tage | 3–7 Werktage | 4 Wochen vorher |
| Gutschein, Weihnachtskarte | 3–7 Tage | 5–10 Werktage, mit Veredelung länger | 5–6 Wochen vorher |
| Etikett, Aufkleber, Banderole | 1–2 Wochen (Anpassung an die Verpackung) | 5–10 Werktage | 6–8 Wochen vorher |
| Roll-up, Banner | 3–7 Tage | 3–7 Werktage | 4 Wochen vorher |
| Post, Stories, Webbanner | 1–3 Tage | entfällt | 2 Wochen vorher |
10 Ideen für saisonale Aktionen kleiner Unternehmen
Die folgenden Ideen lassen sich bei verschiedenen Anlässen wiederholen – Sie tauschen nur das Motiv und den Slogan aus.
- Geschenkgutschein: Gutschein im DL-Format oder 210×100 mm mit Feld für den Betrag und Seriennummer, an der Kasse angeboten mit einem Hinweis auf das Geschenk zum Valentinstag, Muttertag oder zu Weihnachten.
- Anlassbezogener Aufkleber: Ein runder Aufkleber mit 40–60 mm und saisonalem Motiv macht aus einer normalen Schachtel eine festliche – ganz ohne neue Verpackung.
- Banderole für Sets: Eine Banderole um Schachtel oder Glas mit dem Namen des Anlasses ermöglicht fertige Geschenksets zu Ostern und Weihnachten.
- Countdown-Plakat: Ein Plakat in A2 oder A1 mit der Ankündigung „Black Friday in einer Woche“ weckt Vorfreude bei Passanten und Stammkunden.
- Flyer mit Rabatt für später: Ein A6-Flyer, der den Dezembereinkäufen beiliegt, mit einem im Januar gültigen Code belebt den schwächsten Monat.
- Saisonkarte: Eine eigene Karte in A5 oder DL mit Sommer- oder Weihnachtsgerichten tauschen Sie schneller aus, als Sie die gesamte Speisekarte neu drucken.
- Karte für Stammkunden: Eine handschriftlich unterschriebene Karte in A6 oder DL an wichtige Kunden bringt Sie vor dem Jahreswechsel in Erinnerung.
- Urkunden zum Kindertag: Überreichen Sie bei Workshops oder Wettbewerben Urkunden in A4 mit Ihrem Firmennamen – Eltern fotografieren sie und teilen sie weiter.
- Roll-up für Märkte: Für Märkte und Feste gestalten Sie ein Roll-up mit 85×200 cm ohne Datum, damit es mehrere Saisons im Einsatz bleibt.
- Beitragsserie: Planen Sie für jeden Anlass 3–5 Posts und Stories: Ankündigung, Angebot, Erinnerung, letzter Tag, Dankeschön.
Technische Vorgaben für saisonale Materialien
Legen Sie Druckdaten im Endformat mit 3 mm Beschnitt an jeder Seite an und halten Sie Texte und Logo mindestens 3–5 mm Abstand zur Schnittlinie. Bilder für kleine Formate sollten in Originalgröße 300 DPI haben und in CMYK angelegt sein, denn weihnachtliches Rot und Valentinsrosa wirken in RGB am Bildschirm deutlich leuchtender als auf Papier. Großformatige Entwürfe nehmen Druckereien häufig im Maßstab 1:10 an – dann müssen Rastergrafiken in der Datei die zehnfache Auflösung haben.
Wenn Sie keinen eigenen Grafiker haben, können Sie die saisonale Gestaltung bei plakaty.shop (wielkareklama.eu studio) bestellen: Das Paket „Kleine Kampagne“ für 35 € umfasst 6 verschiedene Entwürfe, und das Druck-PDF enthält bereits 3 mm Beschnitt und Sicherheitsabstand. Unabhängig davon, wer gestaltet: Lesen Sie vor dem Druck alle Texte, Telefonnummern und Gültigkeitsdaten des Angebots selbst Korrektur.
| Material | Typisches Format | Papier / Parameter |
|---|---|---|
| Flyer | A6, A5, DL | Bilderdruck 130–170 g/m² |
| Schaufensterplakat | A3–A1 | 150–200 g/m² |
| Karte, Gutschein | A6, DL, 210×100 mm | Karton 300–350 g/m² |
| Visitenkarte | 85×55 mm | 350 g/m² |
| Zaunbanner | 300×100 cm | PVC-Frontlit ca. 440–510 g/m², Ösen ca. alle 50 cm |
| Post / Stories | 1080×1080 / 1080×1920 px | RGB, PNG oder JPG |
Checkliste
- Datum des Anlasses im laufenden Jahr prüfen (Ostern, Fasching, Black Friday).
- Alle Texte, Telefonnummern, Adressen und Gültigkeitsdaten des Angebots Korrektur lesen.
- 3 mm Beschnitt und 3–5 mm Sicherheitsabstand anlegen.
- Auflösung von 300 DPI und CMYK-Farben in der Druckdatei kontrollieren.
- Aktionsbedingungen und den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage vor der Preissenkung angeben.
- Bei Roll-ups und Bannern, die mehrere Saisons halten sollen, auf Datumsangaben verzichten.
- Gestaltung von Drucksachen und Posts innerhalb eines Anlasses einheitlich halten.
- Im November und Dezember eine Woche Puffer für Druck und Versand einplanen.
Häufige Fragen
Was ist ein Marketingkalender?
Ein Jahresplan der Verkaufsanlässe, in dem Sie die Vorbereitungstermine festhalten: Gestaltungsbeginn, Druck und Verteilung. So erreichen Ihre Materialien die Kundschaft dann, wenn sie nach Geschenken oder Dienstleistungen sucht, und nicht erst danach. Für ein kleines Unternehmen genügen 4–6 gut vorbereitete Anlässe.
Wann sollten Sie mit der Vorbereitung auf den Black Friday beginnen?
Beginnen Sie mit Angebot und Gestaltung Anfang Oktober und bestellen Sie den Druck bis Ende Oktober oder Anfang November. Black Friday fällt zwischen den 23. und 29. November, und die Druckereien sind dann stark ausgelastet. Plakat im Schaufenster und erste Posts zeigen Sie etwa eine Woche vorher.
Wann sollten Sie Firmenweihnachtskarten bestellen?
Gestalten Sie die Karten im Oktober und geben Sie sie spätestens Mitte November in den Druck, besonders bei Veredelungen wie Heißfolienprägung oder partiellem Lack. Karten, die per Post verschickt werden, sollten Anfang Dezember an die Kunden gehen. Übliche Formate sind A6, DL und ein Quadrat mit 150 mm auf Karton mit 300–350 g/m².
Welche Marketinganlässe sind für kleine Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am wichtigsten?
Am häufigsten genutzt werden Fasching bzw. Karneval, Valentinstag, Weltfrauentag, Ostern, Muttertag, Kindertag, Sommerferien, Schulstart, Black Friday, Nikolaus und Weihnachten. Die Auswahl hängt von der Branche ab: Ein Blumengeschäft setzt auf Geschenkanlässe, ein Schreibwarengeschäft auf den Schulstart, die Gastronomie auf den Sommer und Firmenweihnachtsfeiern.
Was müssen Sie bei einer Aktion mit Preissenkung angeben?
In Deutschland und Österreich muss nach den EU-weit geltenden Preisangaberegeln bei jeder Bekanntgabe einer Preisermäßigung der niedrigste Preis der letzten 30 Tage vor der Senkung angegeben werden. Das gilt auch für Plakate und Flyer mit Aktionspreisen, nicht nur für Onlineshops. In der Schweiz gelten eigene Regeln; prüfen Sie diese im Einzelfall. Auf den Materialien sollten Sie außerdem den Aktionszeitraum nennen.
Wie viele Social-Media-Beiträge sollten Sie pro Anlass planen?
Es genügen 3–5 Beiträge: Ankündigung, Angebot, Erinnerung, letzter Tag und Dankeschön. Posts legen Sie im Format 1080×1080 px an, Stories in 1080×1920 px. Die Gestaltung sollte Plakat und Flyer aufgreifen, damit Ihre Kundschaft die Aktion in jedem Kanal wiedererkennt.