Schwarz im Druck: Tiefschwarz und schwarzer Text
Kleinen Text (unter ca. 12 pt), feine Linien und Barcodes drucken Sie in reinem Schwarz 0/0/0/100 (100K). Bei vier Farben erzeugt schon die kleinste Passerdifferenz farbige Säume und unscharfe Buchstaben. Tiefschwarz, z. B. C60 M40 Y40 K100 (Summe 240 %), setzen Sie für große Flächen und Schriften ab ca. 24 pt ein. Achten Sie dabei auf den Gesamtfarbauftrag: meist 300–330 % auf gestrichenem und 260–300 % auf ungestrichenem Papier. Verwenden Sie niemals Schwarz mit 100/100/100/100 (400 %). Diese Farbmenge trocknet nicht, schlägt auf andere Bogen ab und bricht an den Falzen.
Schwarz scheint die einfachste Farbe im Layout zu sein, bereitet im Druck aber die meisten Probleme. Derselbe „schwarze“ Hintergrund kann satt und tintig herauskommen oder verwaschen grau. Kleiner Text kann messerscharf wirken oder von einem rosa Schimmer umgeben sein. Entscheidend ist, aus welchen Farben Sie das Schwarz in der Datei aufbauen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann 100K genügt und wann Sie Tiefschwarz brauchen. Außerdem lesen Sie, wie Sie den Gesamtfarbauftrag einhalten und große schwarze Flächen auf Plakat oder Banner richtig anlegen.
100K und Tiefschwarz – worin liegt der Unterschied?
Im CMYK-Druck besteht 100K nur aus schwarzer Farbe (C0 M0 Y0 K100). Es druckt scharf und problemlos. Auf großen Flächen wirkt es jedoch wie ein sehr dunkles Grau, weil eine einzelne Schicht Schwarz das Papier nicht vollständig deckt. Tiefschwarz (Rich Black) ist K100 mit einem Zusatz aus Cyan, Magenta und Gelb. Die zusätzlichen Farben dunkeln das Schwarz ab und ergeben eine samtige, satte Fläche.
Der CMY-Anteil bestimmt auch den Farbton des Schwarz. Mehr Cyan ergibt ein kühles Schwarz, mehr Magenta und Gelb ein warmes. Die folgenden Werte sind typische Beispiele, keine Norm. Druckereien haben oft eigene Vorgaben, die auf ihre Maschinen und Papiere abgestimmt sind.
| Schwarzart | CMYK | Farbsumme | Einsatz |
|---|---|---|---|
| 100K | 0/0/0/100 | 100 % | Text, feine Linien, Barcodes und QR-Codes, kleine Icons |
| Tiefschwarz neutral | 60/40/40/100 | 240 % | Große Hintergründe, große Headlines, schwarze Flächen auf Plakaten und Visitenkarten |
| Tiefschwarz kühl | 60/40/20/100 | 220 % | Hintergründe in technischen, kühl gestalteten Layouts |
| Tiefschwarz warm | 30/50/50/100 | 230 % | Hintergründe in eleganten Layouts mit Braun, Gold und Rot |
| Passerschwarz (Registration) | 100/100/100/100 | 400 % | Nur für Schnittmarken und Passkreuze, nie im Layout |
| Schwarz aus RGB 0/0/0 nach Konvertierung | ca. 75/68/67/90 | ca. 300 % | Im Text vermeiden – entsteht unbeabsichtigt bei der Konvertierung |
Warum gehört kleiner Text in 100K?
Im Offsetdruck wird jede Farbe separat von einer eigenen Druckplatte aufgetragen. Schon eine minimale Verschiebung zwischen den Farben im Bereich von Zehntelmillimetern hat Folgen: Ein Buchstabe aus vier Farben bekommt farbige Ränder, wirkt unscharf und ist schlechter lesbar. Bei Text in 100K gibt es dieses Problem nicht, weil der Buchstabe nur aus einer Farbe besteht.
Der zweite Vorteil ist das Überdrucken (Overprint). 100K wird in der Regel auf den Hintergrund überdruckt. Der Hintergrund muss unter den Buchstaben also nicht ausgespart werden, und bei Passerdifferenzen entstehen keine weißen Blitzer. Die meisten RIP-Systeme stellen 100K automatisch auf Überdrucken. Prüfen Sie das trotzdem in der Ausgabevorschau. Im Inkjet-Digitaldruck ist der Passer genauer, doch auch dort kommt Text in 100K am saubersten heraus.
- Fließtext und Fußnoten unter ca. 12 pt – immer 100K.
- Feine Linien, Rahmen und Tabellen unter ca. 1 pt – 100K.
- Barcodes und QR-Codes – 100K, da Scanner unscharfe Kanten schlecht lesen.
- Kleine Icons, Telefonnummern, Adressen und Angaben in der Fußzeile – 100K.
- Tiefschwarz im Text erst ab ca. 24 pt verwenden, am besten in einer Schrift mit kräftiger Strichstärke.
Gesamtfarbauftrag (TAC) – wie viel Farbe verträgt Schwarz?
Der Gesamtfarbauftrag (TAC, Total Area Coverage) ist die maximale Summe der Prozentwerte C+M+Y+K an einer Stelle. Wird er überschritten, kann die Farbe nicht rechtzeitig trocknen. Sie schlägt auf die folgenden Bogen ab, verklebt sie und bricht an den Falzen. Deshalb ist Schwarz mit 100/100/100/100 (400 %) im Layout ein Fehler, auch wenn es am Bildschirm am dunkelsten aussieht.
Der Grenzwert hängt vom Druckverfahren, vom Papier und vom Farbprofil der Druckerei ab. Die Werte in der Tabelle sind Richtwerte. Prüfen Sie immer die Spezifikation Ihrer Druckerei. Auf der sicheren Seite sind Sie mit Tiefschwarz um 240–260 %, denn diese Summe liegt fast bei jedem Bedruckstoff innerhalb der Grenzen.
| Verfahren / Bedruckstoff | Typischer Gesamtfarbauftrag | Hinweise |
|---|---|---|
| Offset, gestrichenes Papier (Bilderdruck) | 300–330 % | Meist Profile FOGRA39 oder FOGRA51 |
| Offset, ungestrichenes Papier (Naturpapier) | 260–300 % | Farbe schlägt weg und läuft, Schwarz wirkt heller |
| Zeitungspapier | 240–260 % | Hoher Tonwertzuwachs, schwere Flächen vermeiden |
| Digitaldruck mit Toner | ca. 260–300 % | Maschinenabhängig; zu viel Toner bricht an Falzen |
| Großformat (Banner, Folie, Roll-up) | je nach RIP und Material | Die Druckerei begrenzt die Tintenmenge oft selbst im Profil |
Schwarzer Hintergrund auf Plakat, Banner und Visitenkarte
Eine große schwarze Fläche in 100K ist der häufigste Grund für Reklamationen nach dem Motto „Das Schwarz ist grau geworden“. Verwenden Sie für Plakate, Umschläge oder schwarze Visitenkarten Tiefschwarz, z. B. 60/40/40/100. Achten Sie darauf, dass der gesamte Hintergrund ein und dieselbe Schwarzdefinition hat. Stehen 100K und angereichertes Schwarz nebeneinander, sieht man deutlich zwei Flächen mit unterschiedlichem Farbton.
Im Großformatdruck (Banner, Roll-ups, Schilder) haben Inkjet-Maschinen kein Passerproblem. Kritisch ist dort die Tintenmenge auf dem Material. Manche Druckereien wünschen Tiefschwarz in den Dateien, andere bevorzugen 100K und erzeugen das Schwarz selbst im RIP. Welche Variante richtig ist, hängt vom Maschinenprofil und vom Material ab. Fragen Sie bei großen schwarzen Flächen also bei der Druckerei nach oder bestellen Sie einen Probedruck eines Ausschnitts.
Bei gefalzten und gerillten Produkten wie Einladungen oder Speisekarten bricht schweres Schwarz am Falz und legt das weiße Papier frei. Abhilfe schaffen Rillen vor dem Falzen und eine Folienkaschierung. Die Kaschierung schützt den schwarzen Hintergrund zusätzlich vor Kratzern und Fingerabdrücken, besonders als Mattfolie.
Weißer und farbiger Text auf schwarzem Hintergrund
Ein weißer Schriftzug auf Schwarz ist eine Aussparung in den Druckfarben. An dieser Stelle wird nichts gedruckt, der Buchstabe entsteht aus der Papierfarbe. Ist der Hintergrund vierfarbig aufgebaut, muss jede Farbe exakt an der Buchstabenkante sitzen. Bei kleinen Buchstaben läuft durch Passerdifferenzen ein farbiger Saum in die Schrift, und feine Serifen verschwinden.
Gestalten Sie weiße Schriften auf Tiefschwarz deshalb größer und kräftiger als auf weißem Grund. Bei kleinen Elementen gibt es außerdem eine bewährte Technik: Man nimmt den CMY-Anteil um ca. 0,2–0,3 mm von der Kante der Aussparung zurück, sodass direkt am Buchstaben nur K100 steht. Eine leichte Verschiebung bleibt dann unsichtbar.
- Weißer Text auf Tiefschwarz: mindestens ca. 8–9 pt, serifenlose Schrift mit mittlerer oder kräftiger Strichstärke.
- Dünne Schriften und Light-Schnitte im Negativ vermeiden.
- Farbiger Text auf Schwarz braucht eine Aussparung im Hintergrund – stellen Sie ihn nicht auf Überdrucken.
- Weiße Objekte dürfen nie auf Überdrucken stehen, sonst verschwinden sie im Druck.
- Auf ungestrichenem Papier negative Schriften größer und kräftiger anlegen, da die Farbe verläuft.
Wie richten Sie Schwarz in der Druckdatei ein und prüfen es?
Die meisten Fehler entstehen bei der Konvertierung aus RGB. Schwarzer Text in RGB 0/0/0 wird bei der Umwandlung in CMYK zu einem vierfarbigen Schwarz, oft mit einer Summe von fast 300 %. Arbeiten Sie deshalb von Anfang an im CMYK-Modus. Legen Sie in den Farbfeldern zwei Schwarztöne an: „Text 100K“ und „Hintergrund Tiefschwarz“. Vorsicht beim Export aus Office-Programmen und manchen Online-Tools: Text kann dort als vierfarbiges Schwarz im PDF landen.
Öffnen Sie das PDF vor dem Versand in einem Programm mit Separationsvorschau, z. B. der Ausgabevorschau in Acrobat Pro. Blenden Sie den K-Kanal aus: Ist der Text dann noch sichtbar, besteht er aus CMY. Dort prüfen Sie auch den Gesamtfarbauftrag an den dunkelsten Stellen. Stellen Sie in den Adobe-Programmen die Darstellung von Schwarz auf „akkurat“. Standardmäßig sehen 100K und Tiefschwarz am Bildschirm gleich aus.
Bestellen Sie ein fertiges Design, z. B. bei plakaty.shop (wielkareklama.eu studio), erhalten Sie ein druckfertiges PDF mit 3 mm Beschnitt und Sicherheitsabstand. Sehen Sie es trotzdem in der Separationsvorschau an. Lesen Sie außerdem alle Texte, Nummern und Adressen vor dem Druck selbst Korrektur.
- Schwarze Fotos und Rastergrafiken mit dem Profil konvertieren, das die Druckerei vorgibt – das Profil begrenzt den Farbauftrag automatisch.
- Schwarz in Fotos nicht von Hand auf 100/100/100/100 anheben.
- Ein Logo mit schwarzem Schriftzug in zwei Versionen anlegen: 100K für kleine Anwendungen und Tiefschwarz für große Flächen.
Die häufigsten Fehler mit Schwarz
Die meisten Probleme mit Schwarz zeigen sich erst im Druck. Der Monitor zeigt weder den Unterschied zwischen den Schwarzarten noch eine Überschreitung des Farbauftrags. Die folgenden Fehler tauchen in Druckdaten am häufigsten auf.
- Passerschwarz in Text oder Hintergrund – 400 % Farbe, Verschmieren und verklebte Bogen.
- Kleiner Text in Tiefschwarz – farbige Säume und unleserliche Buchstaben.
- Großer Hintergrund in 100K – graue, ungleichmäßige Fläche.
- 100K und Tiefschwarz in einem Hintergrund gemischt – zwei sichtbare Flächen.
- Schwarzer Text aus RGB 0/0/0 – ungewolltes vierfarbiges Schwarz.
- Kein Beschnitt bei schwarzem Hintergrund – weiße Kante nach dem Schneiden.
- Schweres Schwarz am Falz ohne Rillung – Farbbruch.
Checkliste
- Text unter ca. 12 pt, Linien und QR-Codes stehen in 100K
- Große schwarze Flächen haben eine einheitliche Tiefschwarz-Definition, z. B. 60/40/40/100
- Die Farbsumme an der dunkelsten Stelle liegt innerhalb des Grenzwerts der Druckerei
- Passerschwarz kommt nur in den Schnittmarken vor
- Weiße Schriften auf Schwarz haben mind. ca. 8–9 pt und einen kräftigeren Schnitt
- Weiße Objekte stehen nicht auf Überdrucken
- Der schwarze Hintergrund läuft 3 mm in den Beschnitt
- Die Separationsvorschau bestätigt, dass der Text nur im K-Kanal liegt
- Alle Texte, Telefonnummern und Adressen wurden Korrektur gelesen
Häufige Fragen
Welche CMYK-Werte nehme ich für Tiefschwarz?
Am häufigsten wird C60 M40 Y40 K100 verwendet, also 240 % Farbsumme. Das liegt bei fast jedem Papier innerhalb der Grenzwerte. Für einen kühleren Ton erhöhen Sie Cyan, für einen wärmeren Magenta und Gelb. Gibt Ihre Druckerei eine eigene Rezeptur vor, verwenden Sie diese.
Warum ist der schwarze Hintergrund im Druck grau geworden?
Höchstwahrscheinlich war der Hintergrund als 100K angelegt. Auf großer Fläche wirkt das wie dunkles Grau. Auf ungestrichenem Papier ist der Effekt noch stärker, weil die Farbe wegschlägt. Verwenden Sie für große Hintergründe Tiefschwarz mit CMY-Anteil.
Darf schwarzer Text in RGB 0,0,0 angelegt sein?
Für den Druck nicht. Bei der Konvertierung in CMYK wird daraus ein Schwarz aus vier Farben mit ca. 300 % Summe. Kleine Buchstaben werden dann unscharf und bekommen farbige Säume. Legen Sie Text im CMYK-Dokument als C0 M0 Y0 K100 an.
Was ist der Gesamtfarbauftrag und wie hoch ist er?
Das ist die maximale Summe der Prozentwerte C+M+Y+K an einer Stelle des Drucks. Im Offset auf gestrichenem Papier sind es meist 300–330 %, auf ungestrichenem 260–300 % und auf Zeitungspapier ca. 240–260 %. Den genauen Wert legen das Farbprofil und die Spezifikation der Druckerei fest.
Sollte ich auf Banner und Roll-up Tiefschwarz verwenden?
Bei großen schwarzen Flächen meist ja, denn 100K kann auf Großformatmaterial blass wirken. Es hängt jedoch vom Maschinenprofil und vom Material ab. Manche Druckereien bevorzugen 100K und erzeugen das Schwarz selbst im RIP. Kleinen Text lassen Sie auch auf dem Banner in 100K.
Was ist Passerschwarz?
Das ist die Farbe 100/100/100/100, die auf allen Druckplatten erscheint. Sie dient ausschließlich für Schnittmarken und Passkreuze. Sie ergibt 400 % Farbe und verursacht im Layout Verschmieren, verklebte Bogen und Farbbruch an den Falzen. Setzen Sie sie nie in Texten oder Hintergründen ein.


