Social-Media-Grafiken erstellen, die auffallen und Aufmerksamkeit halten
Gute Social-Media-Grafiken gestalten Sie in Pixeln, nicht in DPI: Post 1080×1080 px (1:1) oder 1080×1350 px (4:5), Story 1080×1920 px (9:16) mit einem freien Streifen von ca. 250 px oben und unten. Beschränken Sie den Text auf eine Headline mit 5–7 Wörtern in einer Schriftgröße von mindestens ca. 60 px und verlagern Sie alles Weitere in die Bildunterschrift. Halten Sie einen Kontrast von Text zu Hintergrund von mindestens 4,5:1 ein und verwenden Sie in der gesamten Serie dieselben 2 Schriften, 2–3 Farben und ein einheitliches Vorlagenlayout.
Eine Grafik im Feed hat nur einen Sekundenbruchteil, um jemanden zum Anhalten zu bringen. Es gewinnt nicht die schönste, sondern die, die man auf dem kleinen Smartphone-Display mit einem Blick erfasst. Im Folgenden finden Sie die Regeln, die wir bei Werbeprojekten anwenden: von den ersten 2 Sekunden über Textmenge und Kontrast bis zu Serienvorlagen, den Unterschieden zwischen Post und Story, Barrierefreiheit und Redaktionsplan.
Was entscheidet über die ersten 2 Sekunden?
Der Betrachter nimmt zuerst Farbflächen und Formen wahr, erst danach liest er. Deshalb braucht die Grafik einen einzigen klaren Blickfang: ein Gesicht, ein Produkt, eine große Zahl oder einen kurzen Slogan. Konkurrieren fünf Elemente miteinander, weiß das Auge nicht, wohin es schauen soll – und der Daumen scrollt weiter.
Prüfen Sie den Entwurf mit dem Miniaturtest: Verkleinern Sie ihn am Bildschirm auf Briefmarkengröße. Erkennen Sie dann noch, worum es im Post geht und was das Wichtigste ist, funktioniert die Komposition. Wenn nicht, entfernen Sie Elemente, statt weitere hinzuzufügen.
- Ein Hauptelement, das ca. 40–60 % des Bildausschnitts einnimmt
- Deutlicher Kontrast zwischen Vordergrund und Hintergrund
- Gesichter und Blickrichtung zum Slogan oder Produkt hin
- Bewegung oder Richtung (Pfeil, Linie, Geste), die den Blick führt
- Ein Slogan, der etwas Konkretes verspricht: Preis, Ergebnis, Termin, Problemlösung
Wie viel Text verträgt eine Grafik?
Die Grafik soll stoppen, die Bildunterschrift soll erklären. Lassen Sie auf der Grafik selbst nur eine Headline mit 5–7 Wörtern und allenfalls eine ergänzende Zeile stehen. Ausführliche Informationen, Aktionsbedingungen und Kontaktdaten gehören in die Bildunterschrift oder auf weitere Slides eines Karussells.
Bei einer Grafikbreite von 1080 px sollte die Headline in der Praxis mindestens 60–80 px hoch sein, Fließtext nicht kleiner als ca. 36–40 px. Kleinere Buchstaben verschwimmen auf dem Smartphone, vor allem nach der Komprimierung, die die Plattformen beim Hochladen anwenden. Wählen Sie gut lesbare serifenlose Schriften und vermeiden Sie dünne Schnitte (Light, Thin) auf Fotos.
- Headline: 5–7 Wörter, ein Gedanke
- Höchstens 2 Schriften und 3 Schriftgrößen im gesamten Design
- Keine ganzen Sätze mit Aktionsbedingungen auf der Grafik
- Telefonnummer oder Adresse nur, wenn sie das Hauptziel des Posts sind
Formate: Post, Karussell, Story und Link-Grafik
Smartphone-Displays sind hochkant, daher nimmt ein Hochformat im Feed mehr Fläche ein als ein Quadrat. Für Bildschirmgrafiken spielt DPI keine Rolle, entscheidend sind die Pixelzahl und der Farbraum sRGB. Exportieren Sie Grafiken mit Text als PNG und Fotos als JPG in hoher Qualität.
Stories und kurze Hochformat-Videos haben Interface-Overlays: oben Profilname und Fortschrittsbalken, unten Antwortfeld und Buttons. Platzieren Sie den wichtigsten Text und das Logo deshalb im mittleren Bereich, mit einem freien Streifen von ca. 250 px oben und unten. Das Profilraster beschneidet die Vorschaubilder, also sollten auch bei Posts die zentralen Elemente näher zur Mitte rücken.
| Format | Maße in px | Seitenverhältnis | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| Quadratischer Post | 1080×1080 | 1:1 | Instagram, Facebook, LinkedIn – universell |
| Hochformat-Post | 1080×1350 | 4:5 | Instagram- und Facebook-Feed, mehr Fläche auf dem Display |
| Karussell | 1080×1080 oder 1080×1350 | 1:1 oder 4:5 | Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Produktkatalog |
| Story / Stories / Reels | 1080×1920 | 9:16 | Vollbild, ca. 250 px oben und unten frei |
| Link-Grafik | ca. 1200×630 | ca. 1,91:1 | Linkvorschau auf Facebook und LinkedIn |
Kontrast und Farbe, die auf kleinen Displays wirken
Kontrast ist das einfachste Mittel, um Aufmerksamkeit zu gewinnen, und zugleich Voraussetzung für Lesbarkeit. Der Barrierefreiheitsstandard WCAG empfiehlt ein Kontrastverhältnis von Text zu Hintergrund von mindestens 4,5:1 für normalen Text und 3:1 für große Überschriften. Das prüfen Sie mit einem kostenlosen Kontrastrechner, indem Sie die Farbcodes eingeben.
Text auf einem Foto braucht fast immer Unterstützung: einen vollflächigen Balken, eine halbtransparente Abdunklung oder einen ruhigen Bildbereich. Denken Sie daran, dass manche Menschen ihr Smartphone im Dunkelmodus und mit reduzierter Helligkeit nutzen – hellgrauer Text auf Weiß oder Dunkelblau auf Schwarz wird dann schnell unsichtbar.
- Dunkler Text auf hellem Grund oder umgekehrt, keine mittleren Grautöne
- Eine Akzentfarbe für Hervorhebungen und Buttons
- Balken oder Verlauf unter Text auf Fotos
- Markenfarben in sRGB, als HEX-Codes in der Vorlage hinterlegt
Einheitlicher Stil und Serienvorlagen
Durch Einheitlichkeit erkennt der Betrachter Ihren Post, bevor er den Profilnamen liest. Legen Sie feste Elemente fest: 2 Schriften, 2–3 Farben, einen Bildstil (z. B. hell, nah), die Position des Logos und die Ränder. Speichern Sie alles als Vorlagen, in denen Sie nur noch Text und Foto austauschen.
Am besten funktionieren Serien, also wiederkehrende Post-Typen mit demselben Layout. Damit geht das Veröffentlichen schneller und das Profil wirkt aufgeräumt. Wenn Ihnen die Zeit fehlt, von Grund auf zu gestalten, bestellen Sie bei plakaty.shop im Paket „Kleine Kampagne“ (35 €) 6 verschiedene Entwürfe für Posts mit 1080×1080 px oder Stories mit 1080×1920 px, die Sie als Basis für Ihre Serie nutzen können.
- Tipp der Woche: fester Hintergrund in der Markenfarbe, Tippnummer und ein Satz
- Frage an die Community: großes Fragezeichen und kurze Frage, Antworten in den Kommentaren
- Vorher/nachher: Bild in zwei Hälften geteilt, gleicher Blickwinkel und gleiches Licht auf beiden Fotos
- Produkt im Close-up: Foto auf einfarbigem Hintergrund und Preis in großen Ziffern
- Blick hinter die Kulissen: Foto aus der Werkstatt mit schmalem Balken und Serienname
- Kundenstimme: Zitat in Anführungszeichen, Vorname und Produktfoto, keine langen Absätze
- Mythos und Fakt: zwei kontrastierende Farbfelder mit je einem Satz
- Veranstaltungshinweis: Datum in großen Ziffern, Ort in einer Zeile, Details in der Bildunterschrift
- Karussell Schritt für Schritt: jede Slide mit Nummer in derselben Ecke
- Zahl des Tages: eine große Zahl mit kurzer Erklärung darunter
Stories und Posts – was unterscheidet sie in der Gestaltung?
Ein Post bleibt im Profil und prägt dessen Erscheinungsbild, daher sollte er sorgfältig ausgearbeitet und vorlagenkonform sein. Eine Story verschwindet nach 24 Stunden, wird schnell und im Vollbild angesehen und darf deshalb lockerer, spontaner und interaktiver sein. Ausgewählte Stories können Sie als Highlights speichern – dann lohnen sich einheitliche Cover.
In der Story hat der Betrachter nur wenige Sekunden pro Slide, der Text muss also noch kürzer sein als im Post. Nutzen Sie Umfrage-, Fragen- und Link-Sticker, verdecken Sie damit aber nicht den wichtigsten Inhalt. Eine Botschaft pro Slide wirkt besser als alles auf einem Screen.
| Merkmal | Post | Story |
|---|---|---|
| Maße | 1080×1080 oder 1080×1350 px | 1080×1920 px |
| Lebensdauer | Dauerhaft im Profil | 24 Stunden oder Highlights |
| Textmenge | Headline mit 5–7 Wörtern | Ein kurzer Slogan pro Slide |
| Stil | Ausgearbeitet, nach Vorlage | Lockerer, interaktiv |
| Sicherheitszone | Bildmitte (Beschnitt im Raster) | Ca. 250 px oben und unten frei |
Barrierefreiheit: Untertitel, Alternativtext und Kontrast
Viele Menschen sehen Videos ohne Ton, manche haben eine Sehschwäche oder nutzen Screenreader. Versehen Sie jedes Video mit Untertiteln, am besten fest ins Bild eingebrannt oder automatisch erzeugt und von Hand korrigiert. Platzieren Sie Untertitel im mittleren Bildbereich, außerhalb der Button-Zone.
Die Plattformen erlauben es, einer Grafik einen Alternativtext hinzuzufügen. Beschreiben Sie in einem Satz, was auf dem Bild zu sehen ist und welcher Text darauf steht. Vermitteln Sie wichtige Informationen nie ausschließlich über Farbe – Rot und Grün ohne Beschriftung sind etwa für Menschen mit Farbsehschwäche nicht unterscheidbar.
- Untertitel in jedem Video, kontrastreich, auf Balken oder mit Kontur
- Alternativtext mit dem Wortlaut der Texte auf der Grafik
- Emojis und Hashtags ans Ende der Bildunterschrift, Hashtags mit Großbuchstaben am Wortanfang
- Kontrast von mindestens 4,5:1 für Text
Ein Redaktionsplan, den Sie durchhalten
Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Anzahl der Posts. Besser ein ganzes Jahr lang 2–3 Mal pro Woche veröffentlichen als einen Monat lang täglich. Die optimale Frequenz hängt von Branche, Plattform und Ihren Ressourcen ab; die besten Uhrzeiten finden Sie in den Statistiken Ihres eigenen Profils.
Verteilen Sie die Serien auf feste Wochentage und produzieren Sie die Grafiken gebündelt, etwa an einem Tag für den ganzen Monat. Lassen Sie Platz für aktuelle Inhalte und reagieren Sie auf die Ergebnisse: Nach einigen Wochen sehen Sie, welche Serien am häufigsten gespeichert und geteilt werden – diese bauen Sie aus.
- Montag: Tipp oder informatives Karussell
- Mittwoch: Produkt oder Dienstleistung im Close-up
- Freitag: Kundenstimme oder Blick hinter die Kulissen
- Stories: mehrmals pro Woche, Umfragen und Ankündigungen
Checkliste
- Maße passend zum Format: 1080×1080, 1080×1350 oder 1080×1920 px
- Headline hat höchstens 5–7 Wörter und ist in der Miniatur lesbar
- Kontrast von Text zu Hintergrund mindestens 4,5:1
- In der Story ca. 250 px oben und unten frei
- Schriften, Farben und Logo entsprechen der Serienvorlage
- Alle Texte, Preise, Daten und Telefonnummern von Hand Korrektur gelesen
- Video mit Untertiteln, Grafik mit Alternativtext
- Export in sRGB: PNG für Grafiken mit Text, JPG für Fotos
Häufige Fragen
Welche Grafikgröße für Instagram und Facebook?
Ein universeller Post hat 1080×1080 px, ein Hochformat-Post 1080×1350 px und nimmt im Feed mehr Fläche ein. Stories und Reels gestalten Sie in 1080×1920 px. Dieselbe Datei mit 1080×1080 oder 1080×1350 px können Sie in der Regel auf beiden Plattformen veröffentlichen.
Muss eine Social-Media-Grafik 300 DPI haben?
Nein. Am Bildschirm zählt die Pixelzahl, der DPI-Wert in der Datei hat keinen Einfluss auf die Darstellung. 300 DPI sind nur im Druck relevant, etwa bei Flyern und Plakaten, wo der Entwurf in Millimetern mit Beschnittzugabe angelegt wird.
Wie viel Text darf auf einer Social-Media-Grafik stehen?
Als Faustregel gilt: eine Headline mit 5–7 Wörtern und höchstens eine ergänzende Zeile. Alle weiteren Informationen gehören in die Bildunterschrift oder auf weitere Slides eines Karussells. Je weniger Text, desto schneller erfasst der Betrachter die Botschaft.
Wie gestalte ich einen einheitlichen Instagram-Feed?
Wählen Sie 2 Schriften, 2–3 Farben und einen Bildstil und erstellen Sie dann Vorlagen für jede Post-Serie. Platzieren Sie Logo und Headlines immer an derselben Stelle. Bei jedem neuen Post tauschen Sie nur Text und Foto aus.
Wo sollte in einer Story kein Text stehen?
Meiden Sie den Streifen von ca. 250 px oben, wo Profilname und Fortschrittsbalken liegen, sowie ca. 250 px unten mit Antwortfeld und Buttons. Halten Sie den wichtigsten Inhalt im mittleren Bildschirmbereich. Das gilt auch für Untertitel in Videos.
Wie oft sollte man in Social Media posten?
Das hängt von Branche, Plattform und der Zeit ab, die Sie dafür aufwenden können. Für ein kleines Unternehmen sind 2–3 Posts pro Woche und mehrmals wöchentlich Stories ein realistischer Rhythmus. Wichtiger als die Frequenz ist eine über viele Monate durchgehaltene Regelmäßigkeit.